30.10.2014
17. Oktober 2014: Erfolgreicher Abschluss des diesjährigen Studienprojektes in Energie und Umwelt
Nachdem sich unsere Studenten im letzten Jahr im Studienprojekt Energie und Umwelt zusammen mit der Firma Bayer Material Science mit dem Thema „Szenarien und strategische Planung“ beschäftigt haben, wurde im Sommersemester 2014 ein Studienprojekt in Kooperation mit den Dresdner Verkehrsbetrieben durchgeführt. Ein halbes Jahr lang beschäftigten sich 8 Studenten im zweiten Master-Semester mit der ökologisch-ökonomischen Analyse der zukünftigen Dresdner Elektrobuslinie 79, die im Frühjahr 2015 von der DVB in Übigau in Betrieb genommen werden soll. Es handelt sich hierbei um ein Forschungsvorhaben der DVB im Rahmen des sächsischen Schaufensters für Elektromobilität. Da auf der Linie 79 bisher nur ein einziger Dieselbus verkehrt, wäre die Linie durch den Austausch des Dieselbusses damit vollständig elektrifiziert. Der geplante Midi-Elektrobus wird ca. 240 km pro Tag zurücklegen und währenddessen kontinuierlich messtechnisch vom Institut für Automobiltechnik (IAD) der TU Dresden überwacht. Um allen Forschungsbelangen gerecht zu werden, wurde die Batteriekapazität mit 200 kWh entsprechend großzügig bemessen. Trotz des neuen Antriebkonzepts ändert sich der Fahrplan aber nicht. Im 20-Minuten-Takt wird der Elektrobus in Mickten starten und nach 16 Minuten Fahrtzeit an der Endhaltestelle Dreyßigplatz innerhalb von 4 Minuten im Schnellladeverfahren wieder aufgeladen. Über Nacht kann der Elektrobus auch batterieschonender im DVB-Busdepot in Gruna geladen werden.
Unsere Studenten haben im Studienprojekt für die Linie 79 eine vergleichende Bewertung beider Antriebskonzepte durchgeführt. In Teams lernten und wendeten sie somit am konkreten Praxisbeispiel unterschiedlichste wissenschaftliche Methoden an, wie z.B. Ökobilanzierung (LCA), Life-Cycle Costing (LCC), Materialflusskostenrechnung (MFCA) und Multi Criteria Decision Analysis (MCDA). Im Ergebnis hat sich gezeigt, dass durch den Einsatz von Elektrobussen insbesondere die lokalen Umweltauswirkungen von Dieselbussen, wie Feinstaubbelastungen oder Emissionen von Stickoxiden, die an einigen Luft-Messstationen in Dresden regelmäßig zu Grenzwertüberschreitungen führen, reduziert werden können.
Am 17. Oktober 2014 fand die Präsentation des Endberichts auf dem Betriebsgelände der Dresdner Verkehrsbetriebe AG in Gruna statt. Die drei studentischen Teams überzeugten nicht nur Prof. Dr. Edeltraud Günther und Nadine May als betreuende wissenschaftliche Mitarbeiterin, sondern auch Hr. Roch, Leiter Center Kraftfahrzeuge von der DVB, mit ihren erzielten Ergebnissen, die sehr professionell und inhaltlich überzeugend vorgestellt wurden.
Das Studienprojekt wird jährlich im Sommersemester vom Lehrstuhl Betriebliche Umweltökonomie in Kooperation mit wechselnden Unternehmen angeboten. Ziel der Veranstaltung ist die erste umfassende wissenschaftliche Bearbeitung eines Forschungsthemas mit Praxisbezug im Masterstudium.