03.03.2026
FAZ Artikel: Studie zeigt begrenzte Wirkung von CEO-Kritik an der AfD
Das neueste Policy Paper des Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Kooperation mit dem Internationalen Hochschulinstitut Zittau der Technischen Universität Dresden kommt zu einem differenzierten Ergebnis über unternehmerische politische Positionierungen.
Öffentliche Kritik von Unternehmenslenkern an der Alternative für Deutschland (AfD) entfaltet nur begrenzte Überzeugungskraft und kann in Teilen sogar gegenteilige Effekte haben. Darüber berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung in einem ausführlichen Beitrag mit dem Titel „Von links hören Chefs ein anderes Echo als von rechts“, welcher von Mark Fehr verfasst wurde.
Untersucht wurde, wie politische Stellungnahmen von CEOs in der Bevölkerung wahrgenommen werden. Die Analyse basiert auf einer groß angelegten Online-Befragung mit mehr als 5.400 Teilnehmenden. Das zentrale Ergebnis zeigt auf, dass während Anhängerinnen und Anhänger von Grünen und Linken politische AfD-Kritik durch Unternehmensführungen häufig positiv bewerten und das Vertrauen in entsprechende Unternehmen steigt, reagieren AfD-Sympathisanten gegenteilig. Bei ihnen sinkt das Vertrauen in die kritisierenden Unternehmen, teils verfestigt sich sogar die politische Bindung an die Partei.
Die Autoren der Studie Knut Bergmann und Matthias Diermeier (IW) sowie Benedikt Kapteina und Markus Scholz (IHI Zittau) erklären diese Effekte mit einer starken gruppenbezogenen Wahrnehmung. Die Kritik von Wirtschaftsvertretern werde von AfD-Anhängern eher als Angriff auf die eigene Identität interpretiert, während linksorientierte Gruppen einer Allianzlogik folgen.
Gleichzeitig macht der FAZ-Artikel deutlich, dass das Vertrauen der Bevölkerung in Unternehmen als politische Akteure insgesamt begrenzt ist. Nur eine Minderheit hält es für legitim, wenn sich CEOs öffentlich parteipolitisch äußern. Vor diesem Hintergrund empfehlen die Studienautoren einen maßvollen, sachlichen und verantwortungsbewussten Umgang mit politischem Engagement. Zugespitzte oder delegitimierende Aussagen könnten unbeabsichtigt Polarisierung verstärken und politische Ränder stärken.
Der Beitrag ordnet die Ergebnisse in eine breitere Debatte über die Rolle von Unternehmen im politischen Diskurs ein und zeigt auf, dass ein gut gemeinter CEO-Aktivismus seine Wirkung verfehlen kann und unter bestimmten Bedingungen sogar das Gegenteil des Beabsichtigten bewirken.
Das vollständige Policy Paper finden Sie hier unter diesem Link.