23.09.2026
Haltungskommunikation und politische Unternehmensverantwortung: Markus Scholz beim Kommunikationskongress 2026
Wie sollten Unternehmen reagieren, wenn gesellschaftliche Polarisierung zunimmt und die liberale Demokratie unter Druck gerät? Diese Frage diskutierte Prof. Dr. Markus Scholz beim Kommunikationskongress 2026 in Berlin.
Der Kommunikationskongress bringt Führungskräfte aus Unternehmenskommunikation, Wissenschaft und Beratung zusammen. Auf großes Interesse stieß das Panel „Reden oder Schweigen – Treibt Haltungskommunikation die Spaltung unserer Gesellschaft voran?“, bei dem Markus Scholz mit Prof. Dr. Olaf Hoffjann (Universität Bamberg) unter der Moderation von Sabine Klisch (Jenoptik) vor voll besetztem Raum diskutierte.
Im Zentrum stand eine These, die auch die Forschung der Professur für Responsible Management prägt: Aus der politischen Verantwortung von Unternehmen folgt nicht, dass sie sich zu jedem gesellschaftspolitischen Konflikt öffentlich positionieren sollten. Scholz wandte sich insbesondere gegen eine rein symbolische Haltungskommunikation. Öffentliche Stellungnahmen allein seien kein Ersatz für substantielles unternehmerisches Engagement. Wo Unternehmen politische Verantwortung übernehmen, sollte dies vielmehr strategisch begründet, kohärent und dauerhaft in der Corporate Governance verankert sein.
Zugleich betonte Scholz: Wenn die Grundlagen der liberalen Demokratie unter Druck geraten, ist Schweigen nicht automatisch Neutralität. Damit knüpfte die Diskussion unmittelbar an seine Forschung zur politischen Unternehmensverantwortung und sein Buch Wirtschaft mit Werten an.
Die große Resonanz beim Kongress und im Nachgang unterstrich die hohe Praxisrelevanz des Themas. Das Panel zeigte zugleich den besonderen Wert des Austauschs zwischen aktueller Forschung und Unternehmenspraxis.