20.04.2026
Prof. Dr. Markus Scholz spricht beim Workshop „Wirtschaft und Mitbestimmung für Demokratie“ in Frankfurt am Main
Am 27. März 2026 nahm Prof. Dr. Markus Scholz auf Einladung der Hans-Böckler-Stiftung am Workshop „Wirtschaft und Mitbestimmung für Demokratie“ in Frankfurt am Main teil. Die Veranstaltung widmete sich der Frage, welche Verantwortung Unternehmen und Arbeitnehmervertretungen für die Stärkung der liberalen Demokratie tragen und welche Rolle Mitbestimmungsakteure in diesem Zusammenhang übernehmen können.
In seiner Keynote thematisierte Markus Scholz die Verantwortung von Unternehmen angesichts des Erstarkens rechtspopulistischer und rechtsextremer Bewegungen. Zur Veranschaulichung griff er das ökonomische „Free-Rider“-Problem auf: So wie die dauerhafte Nutzung öffentlicher Leistungen ohne eigenen Beitrag deren Grundlage unterminieren würde, kann auch das Schweigen von Unternehmen gegenüber demokratiegefährdenden Entwicklungen nicht folgenlos bleiben. Im Zentrum seines Vortrags standen Fragen nach politischer Positionierung von Unternehmen, CEO-Aktivismus sowie dem Zusammenhang von liberaler Demokratie und werteorientierter Unternehmensführung.
Ergänzt wurde das Programm durch einen Beitrag von Dr. Sebastian Sick, der den Umgang mit veränderten DEI-Vorgaben in den USA und deren Implikationen für Unternehmen und Aufsichtsräte auf europäischer Seite beleuchtete. Dabei hob er insbesondere die Gefahr eines „vorauseilenden Gehorsams“ in einem von Unsicherheit geprägten Umfeld hervor und betonte die Bedeutung einer kritischen Begleitung im Aufsichtsrat.
Der Workshop setzte damit wichtige Impulse für die aktuelle Debatte um unternehmerische Verantwortung, Mitbestimmung und demokratische Resilienz. Zugleich unterstrich die Veranstaltung, dass Responsible Management heute weit über klassische Fragen guter Unternehmensführung hinausreicht und zunehmend auch die aktive Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen einschließt.