11.06.2026
Responsible Management Talks 2026: Dr. Jörg Heidig stellte aktuelle Befunde aus dem Lausitz-Monitor 2026 am IHI Zittau vor
Am 10. Juni 2026 fanden im großen Hörsaal des Internationalen Hochschulinstituts (IHI) Zittau der TU Dresden die diesjährigen Responsible Management Talks statt. Unter dem Titel Politische Einstellungen ostsächsischer Bürger – Ausgewählte Ergebnisse aus dem Lausitz-Monitor 2026 präsentierte Dr. Jörg Heidig vor mehr als 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aktuelle Befunde zur Demokratieakzeptanz, zum Institutionenvertrauen und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Lausitz. Moderiert wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Markus Scholz, Inhaber der Professur für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Responsible Management.
Im Zentrum des Vortrags standen neue Auswertungen aus dem Lausitz-Monitor 2026. Dr. Heidig zeigte, dass die Demokratie in der Lausitz zwar weiterhin mehrheitlich als gute Regierungsform anerkannt wird, die Zustimmung jedoch im Vergleich zu früheren Erhebungen erkennbar zurückgegangen ist. Besonders deutlich wird dieser Rückgang in Teilen der Bevölkerung mit geringerer formaler Bildung, zeigt sich inzwischen aber auch in höher gebildeten Gruppen. Darüber hinaus lassen sich deutliche Unterschiede nach beruflicher Stellung und Branche beobachten.
Ein zweiter Schwerpunkt des Vortrags lag auf dem Vertrauen in Institutionen. Während alltagsnahe und unmittelbar erfahrbare Institutionen wie Feuerwehr und Polizei weiterhin vergleichsweise hohe Vertrauenswerte erreichen, schneiden Parteien sowie Institutionen der überregionalen Politik deutlich schwächer ab. Die Befunde verweisen damit auf ein Spannungsverhältnis zwischen lokal und funktional verankertem Vertrauen einerseits und einer erkennbaren Distanz gegenüber politischen Institutionen andererseits.
Die Diskussion machte deutlich, dass politische Einstellungen in der Lausitz nicht losgelöst von regionalen Strukturbedingungen betrachtet werden können. Themen wie Strukturwandel, demografische Entwicklung, wirtschaftliche Unsicherheit und politische Polarisierung bilden wichtige Deutungshintergründe für die präsentierten Befunde. Zugleich wurde deutlich, dass nicht zuletzt Hochschuleinrichtungen mit dem Angebot öffentlicher Dialogformate eine wichtige Rolle dabei spielen können, Gesprächsräume zu öffnen und demokratische Verständigung in der Region zu fördern.
Die diesjährigen Responsible Management Talks zeigten eindrücklich, wie eng Fragen demokratischer Kultur, regionaler Entwicklung und verantwortlichen Managements miteinander verbunden sind.