17.02.2026
Willkommenskultur als Wirtschaftsfaktor: Dr. Kapteina diskutiert mit
Am 26. November 2025 nahm Benedikt Kapteina an der Jubiläumskonferenz
„10 Jahre – Wie haben wir es geschafft? Willkommenskultur als Wirtschaftsfaktor“ teil. Die ganztägige Veranstaltung fand im Bilderberg Bellevue Hotel Dresden statt und wurde von Wirtschaft für ein weltoffenes Sachsen e.V. in Kooperation mit dem IQ Netzwerk Sachsen organisiert.
Die Konferenz verband eine Rückschau auf ein Jahrzehnt gelebter Willkommenskultur mit einer zukunftsgerichteten Debatte über internationale Fachkräftesicherung, Arbeitsmarktintegration, Vielfalt und demokratische Rahmenbedingungen wirtschaftlicher Entwicklung in Sachsen. Ausgangspunkt war die Frage, welche Lehren sich aus den Erfahrungen seit 2015 für eine krisenfeste, innovationsfähige und gesellschaftlich integrierte Wirtschaft ziehen lassen.
Die Teilnahme von Dr. Kapteina knüpfte an die langjährige Zusammenarbeit zwischen dem Lehrstuhl bzw. seiner Forschung und dem Verein an. Diese Kooperation umfasst einen kontinuierlichen Austausch zu Fragen verantwortungsvoller Unternehmensführung, wissenschaftliche Impulse für Praxisformate sowie Dialoge zwischen Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Forschung. Die Jubiläumskonferenz bot damit einen weiteren Anlass, diesen Wissenstransfer gezielt fortzuführen.
Inhaltlich brachte Dr. Kapteina Perspektiven aus seiner Forschung zur Corporate Democratic Action (CDA) in die Diskussion ein. Der CDA-Ansatz untersucht, wie und unter welchen Bedingungen Unternehmen über klassische Interessenvertretung hinaus zur Stärkung demokratischer Werte, gesellschaftlicher Integration und demokratischer Resilienz beitragen können. Vor dem Hintergrund regionaler Fachkräfteengpässe und gesellschaftlicher Polarisierung wurde diskutiert, inwiefern Willkommenskultur nicht nur eine soziale, sondern auch eine demokratie- und standortpolitische Aufgabe von Unternehmen darstellt.
Dr. Kapteina: weiter: „Der Verein spielt eine zentrale Rolle für den Dialog zwischen Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik. Er ist seit Jahren ein Vorbild dafür, wie Willkommenskultur strategisch, glaubwürdig und wirksam gestaltet werden kann, nicht nur regional, sondern auch mit Ausstrahlung auf nationale und internationale Debatten.
Persönlich freue ich mich sehr, dass ich im Rahmen meiner Forschung bereits während meiner Promotion mit dem Verein zusammenarbeiten durfte und diesen Austausch bis heute fortsetzen kann.“
Das Konferenzprogramm umfasste Impulse aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik, Praxisbeispiele und Panels zur Arbeitsmarktintegration und zu Diversity-Strategien, Networking-Formate sowie einen Zukunftsimpuls unter dem Titel „2035 – Vielfalt als Stärke“. Zu den beteiligten Expertinnen und Experten zählten unter anderem Dirk Werner, Senior Economist am Institut der deutschen Wirtschaft, Dagmar Neukirch, Staatssekretärin im Sächsischen Staatsministerium für Soziales, Dirk Panter, Sächsischer Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz, sowie Raj Kollmorgen, Professor für Sozialwissenschaften an der Hochschule Zittau/Görlitz.
Dr. Kapteina ist Postdoktorand am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Responsible Management, am International Institute (IHI) Zittau der Technischen Universität Dresden. In Forschung und Lehre befasst sich der Lehrstuhl mit den gesellschaftlichen und politischen Verantwortungskontexten unternehmerischen Handelns und arbeitet regelmäßig mit Praxispartnern aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen.
Die Konferenz machte deutlich, dass Willkommenskultur langfristig nur dann als Wirtschaftsfaktor wirken kann, wenn ökonomische Leistungsfähigkeit, soziale Integration und demokratische Stabilität gemeinsam gedacht und gestaltet werden. Die bestehende Kooperation zwischen Wissenschaft und Praxis bietet hierfür eine belastbare Grundlage für weitere gemeinsame Aktivitäten.