13.03.2026
Eine besondere Forschungserfahrung: Stochastik-Doktorand am King’s College London
Was braucht es, um Spitzenforschung in angewandter Stochastik voranzutreiben? Für den Doktoranden Shend Thaqi von der TU Dresden bedeutete dies einen neunmonatigen Aufenthalt am King’s College London in der dynamischen Probability Group. Im Rahmen des transCampus-Programms sollte der Forschungsaufenthalt die Arbeit in einem internationalen Umfeld vertiefen und die Zusammenarbeit mit führenden Experten fördern.
Der Forschungsschwerpunkt des Doktoranden liegt auf der stochastischen Analyse in unendlichen Dimensionen, wobei er sich mit Fragen zur Regelmäßigkeit bestimmter Klassen stochastischer Prozesse befasst – einem Gebiet an der Schnittstelle von Algebra, Analysis und Wahrscheinlichkeitstheorie. Während seines Aufenthalts arbeitete er gemeinsam mit seinen Betreuer:innen Anita Behme (TUD) und Markus Riedle (King's) an einem gemeinsamen Projekt der TU Dresden und des King's College. Diese Zusammenarbeit führte zu einer gemeinsamen Veröffentlichung, ein weiteres Papier ist derzeit in Arbeit.
Der akademische Höhepunkt des Aufenthalts war die Präsentation dieser Arbeit im wöchentlichen Seminar der Probability Group, in dem in der Regel Vorträge von international renommierten Mathematikern gehalten werden. Darüber hinaus nahmen Shend und die Gruppe am London Probability Day teil, einer Veranstaltung, die Expert:innen aus der Wahrscheinlichkeitstheorie und verwandten Bereichen zusammenbrachte. Was diese Erfahrung so besonders machte, war das lebendige Forschungsumfeld am King's College. Mit rund 70 Doktorand:innen und Postdocs, die sich gemeinsame Büroräume teilten, gingen die Diskussionen oft über formelle Seminare hinaus und führten zu spontanen Gesprächen an den Whiteboards im Büro oder auf den Fluren. Die Nähe zu anderen führenden Universitäten wie dem Imperial College und Cambridge bereicherte die akademische Erfahrung durch Workshops und Konferenzen zusätzlich.
Organisator:innen der PhD Probability Group
Über das konkrete Projekt hinaus förderte der Aufenthalt wertvolle Kontakte zu anderen jungen Forscher:innen aus verschiedenen mathematischen Richtungen und mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund. „Dieser Austausch hat nicht nur meine Forschung vorangebracht, sondern auch meinen akademischen und persönlichen Horizont erweitert“, resümiert Shend. Der Aufenthalt am King's College London ist ein Beispiel dafür, wie internationale Zusammenarbeit einen fruchtbaren Boden für Innovation und Wachstum in der Forschung schaffen kann. Für angehende junge Forscher:innen ist es eine Erinnerung daran, wie wertvoll es ist, die eigene akademische Komfortzone zu verlassen, um sich mit der globalen wissenschaftlichen Gemeinschaft auszutauschen.