Nov 05, 2026
Deutsche Gesellschaft für Neurologie ehrt Prof. Heinz Reichmann
Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) zeichnet Prof. em. Heinz Reichmann mit dem „DGN-Preis für besondere Verdienste um die deutsche Neurologie“ aus.
Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) zeichnet Prof. em. Heinz Reichmann mit dem „DGN-Preis für besondere Verdienste um die deutsche Neurologie“ aus. Die Verleihung fand am 4. November 2026 im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung zur Jahrestagung der DGN in Berlin statt. Mit dem Ehrenpreis würdigt das Präsidium Prof. Heinz Reichmanns wissenschaftliche und klinische Exzellenz sowie seinen jahrzehntelangen Einsatz für die Entwicklung der Neurologie in Deutschland und Europa. Für die Hochschulmedizin Dresden ist die Auszeichnung von Prof. Heinz Reichmann zugleich eine Würdigung einer Persönlichkeit, die den Standort über viele Jahre entscheidend mitgestaltet hat. Als Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurologie am Universitätsklinikum Dresden und Dekan der Medizinischen Fakultät der Technischen Universität Dresden hat er die Weiterentwicklung der Krankenversorgung mit dem Ausbau leistungsfähiger Forschungsstrukturen und einer zukunftsorientierten medizinischen Ausbildung verbunden.
„Heinz Reichmann hat die Medizinische Fakultät über viele Jahre mit Weitblick, Tatkraft und einem besonderen Gespür für wissenschaftliche Zusammenarbeit geprägt. Als Dekan hat er Menschen und Disziplinen miteinander verbunden und sich dafür eingesetzt, Forschung und medizinische Ausbildung gleichermaßen weiterzuentwickeln. Dabei lag ihm besonders am Herzen, junge Menschen für die Medizin zu begeistern und ihnen Raum für ihre wissenschaftliche Entwicklung zu geben. Die Auszeichnung würdigt einen herausragenden Neurologen und Hochschullehrer, dem die Dresdner Hochschulmedizin viel verdankt“, sagt Prof. Esther Troost, Dekanin der MF-TUD.
„Heinz Reichmann ist einer der Pioniere der Hochschulmedizin Dresden. Er gehört zu denjenigen, die den Standort nach 1990 maßgeblich aufgebaut und geprägt haben. Das gilt nicht nur für das wichtige Gebiet der neurologischen Erkrankungen, sondern für das gesamte Universitätsklinikum Dresden. Er hat früh verstanden, welche Strukturen es braucht, um Spitzenmedizin in die Fläche zu bringen, und zukunftsweisende Projekte entsprechend umgesetzt. Wir gratulieren ihm herzlich zu dieser verdienten Ehrung und danken ihm für seinen nachhaltigen Beitrag zur Dresdner Hochschulmedizin“, sagt Prof. Uwe Platzbecker, Medizinischer Vorstand am Universitätsklinikum Dresden.
„Heinz Reichmann hat als Klinikdirektor die Entwicklung der Dresdner Universitätsneurologie entscheidend mitgestaltet. Sein Wirken steht für den Anspruch, wissenschaftliche Neugier, klinische Exzellenz und die Verantwortung für Patientinnen und Patienten zusammenzuführen. Damit hat er nicht nur die neurologische Versorgung an unserem Universitätsklinikum gestärkt, sondern auch ein Umfeld geschaffen, in dem Forschung und ärztlicher Nachwuchs wachsen konnten“, ergänzt Prof. Hagen Huttner, der Heinz Reichmann als Direktor der Klinik für Neurologie gefolgt ist.
Pionierarbeit aus Dresden für Deutschland
Prof. Heinz Reichmann gehört zu den prägenden Persönlichkeiten der deutschen Neurologie. Seit seinem Ruf als Professor für Neurologie an die Technische Universität Dresden im Jahr 1996 hat er die neurologische Universitätsmedizin am Standort maßgeblich mitgestaltet und weiterentwickelt. In den folgenden Jahren wuchsen so Strukturen, die das gesamte Spektrum moderner neurologischer Versorgung abbilden – es entstand eine der ersten Stroke-Units in Sachsen, eines der ersten telemedizinischen Stroke-Netzwerke in Deutschland sowie ein Schwerpunkt Bewegungsstörungen mit nationaler und internationaler Relevanz und Sichtbarkeit.
Forschung vernetzt, Lehre weiterentwickelt
Als Dekan setzte sich Reichmann von 2005 bis 2021 dafür ein, die Dresdner Hochschulmedizin in leistungsfähige wissenschaftliche Netzwerke einzubinden. Während seiner Amtszeit konnten drei Deutsche Zentren der Gesundheitsforschung in Dresden etabliert werden: das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung, das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen und das Deutsche Konsortium für Translationale Krebsforschung. Durch die Leitung eines Graduiertenkollegs mit Partnern aus der Max-Planck-Forschung und dem Zentrum für Regenerative Therapien Dresden förderte er die Zusammenarbeit über Fächer- und Institutionsgrenzen hinweg. Die Ausbildung des medizinischen Nachwuchses war ihm dabei ein besonderes Anliegen. Prof. Heinz Reichmann war maßgeblich an der Initiierung des 2020 gestarteten Modellstudiengangs Humanmedizin MEDiC beteiligt. In seine Amtszeit fallen zudem die Erweiterung des fakultätsinternen Förderprogramms MeDDrive um die Lehrförderung und die Gründung des Medizinischen Interprofessionellen Trainingszentrums als Pilotprojekt. Damit setzte er Impulse für eine praxisnahe und innovative Ausbildung angehender Ärztinnen und Ärzte.
Engagement für die deutsche und europäische Neurologie
Über Dresden hinaus übernahm Prof. Heinz Reichmann zusätzlich auch Verantwortung für die Entwicklung seines Fachs. Als Präsident der DGN in den Jahren 2009/2010 und als Präsident der European Neurological Society 2012/2013 prägte er die Neurologie national und international. In ihrer Begründung hebt die DGN insbesondere seinen maßgeblichen Beitrag zum Vereinigungsprozess der European Neurological Society und der European Federation of Neurological Societies zur heutigen European Academy of Neurology hervor. „Mit dem DGN-Preis für besondere Verdienste um die Neurologie würdigt die Deutsche Gesellschaft für Neurologie deshalb nicht nur seine herausragende wissenschaftliche und klinische Lebensleistung. Sie zeichnet einen Neurologen aus, der Verantwortung für sein Fach übernommen, die DGN als Präsident gestaltet und sich mit großem Engagement für eine starke, geeinte europäische Neurologie eingesetzt hat. Sein Wirken steht beispielhaft für eine Neurologie, die wissenschaftlichen Fortschritt vorantreibt, Wissen teilt und über Grenzen hinweg zusammenarbeitet“, heißt es in der Laudatio zur Preisverleihung.
Die Preisverleihung fand im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung des DGN- Kongresses (Neurowoche) am Mittwoch, 4. November 2026, in Berlin statt. https://www.dgn.org/dgn-kongress