May 19, 2026
DFG verlängert Sonderforschungsbereich zu Neutrophilen mit Dresdner Beteiligung
Blick ins Innere einer Immunzelle: Diese dreidimensionale Darstellung zeigt die Zellorganellen eines Neutrophilen – Endoplasmatisches Retikulum (blau), Lysosomen (gelb), Mitochondrien (violett), Lipidtröpfchen (cyan) und Golgi-Apparat (grün).
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert den Sonderforschungsbereich/Transregio 332 „Neutrophile: Entwicklung, Verhalten und Funktion“ für weitere vier Jahre mit rund 13 Millionen Euro. Koordiniert wird der Forschungsverbund von Prof. Oliver Söhnlein, Institut für Experimentelle Pathologie der Universität Münster. Neben den antragstellenden Universitäten Münster, Duisburg-Essen und Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München ist auch die Technische Universität Dresden (TUD) als assoziierter Partner mit zwei Teilprojekten beteiligt.
Im Zentrum des SFB/TRR 332 stehen neutrophile Granulozyten – die häufigsten weißen Blutkörperchen im menschlichen Organismus. Lange galten sie vor allem als kurzlebige Zellen der schnellen Immunabwehr. Inzwischen zeigt die Forschung jedoch, dass Neutrophile deutlich vielseitiger agieren: Sie beeinflussen chronische Entzündungsprozesse, greifen in Tumorentwicklungen ein und übernehmen regulatorische Funktionen im Gewebe.
Das von Prof. Triantafyllos Chavakis geleitete Teilprojekt B4 an der TUD untersucht, wie sogenannte trainierte Neutrophile antitumorale Wirkungen entfalten können. Sein Team am Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin der Medizinischen Fakultät der TUD und des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus erforscht dabei Mechanismen des angeborenen Immungedächtnisses („trained immunity“). Im Fokus steht die Frage, wie die Aktivierung des angeborenen Immungedächtnisses die Neutrophilen-vermittelte Immunantwort gegen Tumoren verstärken kann. Langfristig sollen die Erkenntnisse dazu beitragen, neue Ansätze für die Tumorimmuntherapie zu entwickeln.
Das Projekt A5 unter der gemeinsamen Leitung von Jun.-Prof. Lydia Kalafati (ebenfalls Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin) und Prof. Jadwiga Jablonska-Koch (Universität Duisburg-Essen) untersucht die Rolle des Interferonsignalwegs in Neutrophilen und ihren Vorläuferzellen für die Immunantwort gegen Krebserkrankungen. Ein besonderer Fokus liegt auf dem therapeutischen Potenzial des Interferonsignalwegs.
Das gesamte Team des TRR 332.
In der zweiten Förderphase will der Verbund die Grundlagenforschung stärker mit klinischen Fragestellungen verknüpfen. Im Mittelpunkt stehen dabei Erkrankungen wie Krebs, Gefäßentzündungen und schwere Infektionen. Parallel bauen die beteiligten Standorte ihre technologische Infrastruktur aus, unter anderem mit modernen Bildgebungsverfahren, Einzelzellanalysen und KI-gestützten Methoden zur Auswertung großer Forschungsdatensätze.
Neben der TUD sind auch die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, das Max-Planck-Institut für Molekulare Biomedizin in Münster sowie das Leibniz-Institut ISAS in Dortmund am Forschungsverbund beteiligt.
Webseite des SFB / TRR 332
Pressemitteilung der Universität Münster