01.12.2025
FERROPath – BMFTR-Förderung für Zelltodforschung verlängert
Das FERROPath-Forschungsteam mit Prof. Fedorova (4.v.r.).
Die Erforschung der Ferroptose, einer besonderen eisenabhängigen Form des Zelltods, tritt in die nächste Phase: Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert das Verbundprojekt FERROPath ab Oktober 2025 für weitere zwei Jahre. An dem Konsortium sind Experten der Technischen Universität Dresden, der Universität Duisburg-Essen, des Helmholtz Zentrums München, der Universität Regensburg und der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg beteiligt.
Wenn Gewebe im Körper nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt wird, spricht man in der Medizin von einer Ischämie. Um das Absterben betroffener Zellen zu verhindern, sollte die Durchblutung schnellstmöglich wiederhergestellt werden. Die Wiederherstellung des Blutflusses, die sogenannte Reperfusion, kann allerdings weitere Zellfunktionsstörungen und Zelltod im Gewebe verursachen. Solche Ischämie-Reperfusionsschäden (IRI) sind eine häufige Komplikation nach Schlaganfällen, akuter Nierenschädigung oder Organtransplantationen und betreffen jährlich Millionen Menschen allein in Europa. Die Ferroptose hat sich dabei als potenzieller krankheitsübergreifender Pathomechanismus herausgestellt. Bislang gibt es keine Biomarker, die Ferroptose eindeutig nachweisen können, und trotz der Identifizierung und Entwicklung von Ferroptose-Hemmern gibt es noch keine Behandlung für Ischämie-Reperfusionsschäden. Das FERROPath-Team will dies ändern und sucht nach neuen therapeutischen Ansätzen.
Während der ersten Förderperiode entdeckten die Forschenden Ferroptose-spezifische Lipidsignaturen, die auftreten, wenn nach einer Phase verminderter Blutversorgung der Blutfluss wiederhergestellt wird. In der zweiten Förderperiode werden die Stabilität und Reproduzierbarkeit der Lipidsignaturen getestet, um ein standardisiertes Diagnosewerkzeug zu entwickeln. Mit diesem Werkzeug will das Konsortium das optimale Zeitfenster für Ferroptose-Hemmer bestimmen und die Behandlung individueller gestalten – ein wichtiger Schritt hin zu einer präziseren, personalisierten Schlaganfalltherapie.
Prof. Maria Fedorova (Zentrum für Membranbiochemie und Lipidforschung an der TU Dresden) ist Koordinatorin und Leiterin des FERROPath-Konsortiums. Sie leitet außerdem das mit rund 550.000 Euro geförderte Teilprojekt „Analytische und präklinische Validierung von Ferroptose-spezifischen Biomarkern bei organspezifischen Ischämie-Reperfusionsschäden”.
Hintergrund
Mit der Fördermaßnahme „Förderung interdisziplinärer Verbünde zur Erforschung von Pathomechanismen“ unterstützt das BMFTR seit 2022 sechs Verbünde, die die Ursachen und Mechanismen schwerer, bislang kaum therapierbarer Erkrankungen untersuchen und innovative Ansätze für ihre Prävention, Diagnostik und Therapie entwickeln. Im Rahmen der Zwischenevaluation wurden alle Verbünde, darunter auch FERROPath, für die Anschlussförderphase von weiteren zwei Jahren ausgewählt.