21.02.2026
Neues EU‑Projekt zu Therapieresistenzen bei Melanom‑Hirnmetastasen
Das maligne Melanom ist eine bösartige Hautkrebserkrankung, deren Auftreten in den letzten Jahren stark zugenommen hat. Viele Betroffene entwickeln im Verlauf der Erkrankung Metastasen im Gehirn, die mit den bisher existierenden Therapien häufig nicht ausreichend behandelt werden können. Die molekularen Veränderungen und Mechanismen, die einer Therapieresistenz von Melanom-Hirnmetastasen zugrunde liegen, sind bisher nur unzureichend erforscht.
Genau hier setzt das EU-geförderte, interdisziplinäre Verbundprojekt STAR-MBM an: Es soll Grundlagen für die Behandlung von BRAF-Inhibitor-(BRAFi)-resistenten Melanom-Hirnmetastasen mittels MET-Inhibitoren schaffen. Das am IMB realisierte bioinformatische Teilprojekt des STAR-MBM-Verbundprojekts ist für die Analyse der gemessenen räumlichen Transkriptomdaten von Melanom-Hirnmetastasen verantwortlich. Ziel ist es, Gene, Signalwege, Zelltypen und räumliche Zellmuster zu identifizieren, die BRAFi-resistente von nicht resistenten Metastasen unterscheiden. Darüber hinaus werden auf Basis der erhobenen molekularen Omics-Daten Genregulationsnetzwerke erstellt, um mittels Netzwerkflussanalysen zu ermitteln, welche Gene mutmaßlich die Entwicklung von BRAFi-Resistenzen maßgeblich steuern und wie diese mit dem resistenzassoziierten, MET-gesteuerten Regulationsprogramm wechselwirken. Unser STAR-MBM-Teilprojekt leistet somit einen essenziellen Beitrag zur Entwicklung zukünftiger Behandlungsstrategien, die das Ziel haben, die BRAFi-Therapieresistenz wieder aufzubrechen.
An STAR-MBM sind neben PD. Michael Seifert (IMB, Medizinische Bioinformatik) insgesamt vier weitere Partner beteiligt: Prof. Dr. Josefine Radke (Pathologie, Universitätsmedizin Greifswald), Dr. Torben Redmer (Medizinische Biochemie, Veterinärmedizinische Universität Wien), Prof. Dr. Frits Thorsen (Biomedizin, Universität Bergen) und Prof. Dr. Balázs Győrffy (Bioinformatik, Semmelweis-Universität Budapest).
Das STAR-MBM-Projekt wird von Dr. Torben Redmer (Koordinator) und PD Dr. Michael Seifert (Co-Koordinator) geleitet und im Rahmen der europäischen Partnerschaft für personalisierte Medizin (EP PerMed PGxPM2025) ab April 2026 über einen Zeitraum von drei Jahren mit mehr als 1,6 Millionen Euro gefördert.