30.10.2026
Projekt ROUTINE: Geburtshilfliches Notfalltraining am ZHW
Teilnehmende und Trainerinnen des 2. Kurses im September 2026.
„Eine gute Möglichkeit, um zu üben und Routine zu erlangen“ – so lautete das Feedback einer Teilnehmerin des gleichnamigen Simulationstrainings „ROUTINE“. Dieses wurde als Erasmus+-gefördertes Kooperationsprojekt von den medizinischen Fakultäten der Universitäten Brno und Wien sowie dem Zentrum für Hebammenwissenschaft (ZHW) an der TU Dresden von November 2024 bis Dezember 2026 entwickelt und pilotiert. Die ersten beiden Runden fanden am 24./25. August und am 21./22. September im Skills-Lab ZHW statt.
Das Anliegen dahinter: Ein standardisiertes, zweitägiges Fortbildungsformat für Hebammen, geburtshilflich tätige Ärzt:innen und Pflegekräfte sowie Anästhesist:innen zu schaffen, das Wissen und Handeln in geburtshilflichen Notfallsituationen aktualisiert und trainiert.
Sieben Simulationsszenarien: Eklampsie, Schulterdystokie, postpartale Hämorrhagie, anaphylaktischer Schock, akute fetale Hypoxie, postoperative Dyspnoe und Lungenembolie sowie Reanimation und Perimortem-Sectio. Zusätzlich bilden drei Skills-Stationen – Reanimation des Neugeborenen, Spontangeburt der Beckenendlage und „temwegsmanagement bei Erwachsenen – den fachlichen Themenrahmen der zweitägigen Veranstaltung. Jede dieser zum Teil lebensbedrohlichen Situationen verlangt nach routinierten, standardisierten Handlungsschritten und exzellentem interprofessionellen Teamwork, um die bestmögliche Patient*innensicherheit zu gewährleisten.
Das seltene Auftreten dieser Situationen erschwert allerdings das Erlangen von Handlungsautomatismen im beruflichen Alltag. In solchen Momenten sind eine hohe Expertise, schnelle Diagnosestellung, klare Zuständigkeiten, eine funktionierende Teamkommunikation und Reflexionsfähigkeit umso wichtiger.
Im Pilotprojekt „ROUTINE“ ist es gelungen, den Teilnehmenden der Fortbildungsveranstaltung all diese Anforderungen zu vergegenwärtigen und einen großen Bogen von der Vorbereitung mittels E-Learning und theoretischer sowie praktischer Auseinandersetzung über realitätsnahe Simulationsübungen bis hin zum Debriefing zu spannen.
Inzwischen haben alle kooperierenden Universitäten erste Erfahrungen gesammelt. Die Teilnehmenden in Dresden waren überaus zufrieden, was uns sehr freut. Die Planung für die Fortführung des Formats ab 2027 läuft auf Hochtouren.