12.12.2025
Dresdner Forschende entwickeln smarte Stentbeschichtung für mehr Patientensicherheit
Dr. Daniel Kaiser (l.) und Dr. Manfred Maitz (r.).
Stents und andere Gefäßimplantate können die Blutgerinnung aktivieren und damit gefährliche Blutgerinnsel (Tromben) verursachen, insbesondere in den hirnversorgenden Gefäßen. Die Verhinderung solcher Thromben erfordert eine medikamentöse Plättchenhemmung, die jedoch im gesamten Körper das Blutungsrisiko erhöht. Um diese Risiken zu minimieren, wird derzeit an der Medizinischen Fakultät der TU Dresden gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden eine innovative Hydrogelbeschichtung für vaskuläre Stents entwickelt.
Die Beschichtung setzt einen plättchenhemmenden Wirkstoff (GPIIb/IIIa-Inhibitor) adaptiv frei – also nur dann, wenn lokal eine erhöhte Gerinnungsaktivität besteht. Damit soll die gezielte Hemmung von Blutplättchen erreicht werden, ohne das Blutungsrisiko im gesamten Körper zu erhöhen. In Laborversuchen unter klinisch realitätsnahen Bedingungen werden Wirksamkeit und Sicherheit dieser Technologie untersucht. Bei erfolgreicher Umsetzung und Überführung in die klinische Anwendung könnte die neuartige Beschichtung die Sicherheit von Gefäßstents deutlich steigern und und das Risiko von Komplikationen senken.
Schematische Darstellung der responsiven Hydrogele: Vierarmiges Polyethylenglykol (starPEG) wird über spaltbare Peptidlinker an Heparin gebunden und bildet ein Hydrogel. Einige dieser starPEG-Arme können zusätzlich mit einem GPIIb/IIIa-Inhibitor verknüpft werden.
Das Forschungsvorhaben wird von PD Dr. Daniel Kaiser, Leiter der AG Experimentelle Neurointervention des Instituts und der Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie, sowie von Dr. Manfred Maitz, Leiter der AG Hämokompatibilität von Biomaterialien am Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden, geleitet. Das aus einer MeDDrive-Förderung entstandene Projekt verdeutlicht die Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Neuroradiologie, Materialwissenschaft und Biochemie und setzt zentrale Impulse in der translationalen neurovaskulären Forschung am Standort Dresden.
Das Projekt "Entwicklung und präklinische Evaluierung responsiver Thrombozytenhemmender Beschichtungen für endovakuläre Impantate" wird seit Oktober 2025 durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.