09.10.2026
Surgical Data Science: Fiona Kolbinger baut neue Forschungsgruppe in Dresden auf
Fiona Kolbinger.
Im Oktober startet Clinician Scientist Dr. Fiona Kolbinger ihre Forschungsgruppe „Surgical Data Science“ an der Medizinischen Fakultät der TUD und am Universitätsklinikum Dresden (UKDD). Gemeinsam mit ihrem Team entwickelt sie KI-basierte Methoden für die Chirurgie und medizinische Eingriffe mit einem Schwerpunkt auf klinisch relevanten Anwendungen. Die Forschungsgruppe ist in der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie (VTG) angesiedelt und eng mit dem Else Kröner Fresenius Zentrum (EKFZ) für Digitale Gesundheit an der Medizinischen Fakultät der TUD verbunden.
Entwicklung von KI-Tools zur Unterstützung und Verbesserung chirurgischer Eingriffe
Die Forschungsgruppe von Fiona Kolbinger arbeitet an der Schnittstelle zwischen Medizin, insbesondere Chirurgie und interventioneller Medizin, sowie Datenwissenschaft. Mit ihrem Team entwickelt Kolbinger computergestützte Werkzeuge zur Unterstützung der klinischen Entscheidungsfindung, der Qualitätssicherung und der Patientenversorgung. Zwei Schwerpunkte sind die Entscheidungsunterstützung vor und die Qualitätssicherung während Operationen. Durch die Kombination von technischem Fachwissen und klinischem Know-how möchte das Team dazu beitragen, KI-gestützte Systeme in die klinische Versorgung zu integrieren.
GRAIL: KI für die Analyse von Operationsvideos
Eines der zentralen Projekte der Forschungsgruppe ist GRAIL: „Generalizable and Clinically Relevant AI Approaches for Surgical Video Analysis in Real-World Healthcare Settings“ (Verallgemeinerbare und klinisch relevante KI-Ansätze für die Analyse chirurgischer Videos in realen Gesundheitsumgebungen), das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen des Programms „Zukunft eHealth“ über einen Zeitraum von fünf Jahren mit fast 2,5 Millionen Euro gefördert wird. Bislang wurden KI-Methoden zur Analyse chirurgischer Videos meist unter kontrollierten Laborbedingungen entwickelt und evaluiert. GRAIL konzentriert sich stattdessen auf die Entwicklung von Methoden, die auch unter realen Bedingungen zuverlässig funktionieren und klinisch relevante Fragen beantworten. Das Projekt soll zur chirurgischen Qualitätssicherung und langfristig zur regelkonformen Integration KI-basierter Methoden in die klinische Praxis beitragen.
Rückkehr aus den USA nach Dresden
Für Fiona Kolbinger bedeutet der Aufbau der neuen Gruppe auch eine Rückkehr nach Dresden. Sie war an der TUD im Rahmen ihrer Facharztausbildung für Allgemeinchirurgie und ihrer Promotion im Bereich „Surgical Data Science“ tätig, bevor sie 2023 als Research Assistant Professor an die Weldon School of Biomedical Engineering der Purdue University in den Vereinigten Staaten wechselte. An der Purdue University baute sie eine eigenständige interdisziplinäre Forschungsgruppe auf, deren Mitglieder ebenfalls mit nach Dresden kommen. Vor ihrer Promotion in Dresden studierte sie Medizin an der Universität Heidelberg und forschte am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) sowie am MD Anderson Cancer Center in den Vereinigten Staaten. Ihre Arbeit verbindet klinische Expertise in der Allgemeinchirurgie mit interdisziplinärer Forschung in den Bereichen Datenwissenschaft und KI.
Fiona Kolbinger: „Ich freue mich sehr, wieder in Dresden zu sein. Das starke interdisziplinäre Umfeld auf dem Campus der Hochschulmedizin Dresden, insbesondere in der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie und am EKFZ für Digitale Gesundheit, bietet hervorragende Voraussetzungen für die Entwicklung von KI-Methoden, die relevante klinische Bedürfnisse adressieren und langfristig die Patientenversorgung verbessern.“
Kontakt
Anne-Stephanie Vetter
Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus
der Technischen Universität Dresden
+49 (0) 351 458 17903