30.04.2026
Wo gehen Teddys hin, wenn sie krank sind?
Im "OP-Raum" können Kinder selbst einen kranken Teddy versorgen.
Im Teddykrankenhaus häufen sich jedes Jahr ähnliche Notfälle: Fahrradstürze, gebrochene Arme und der dringende Wunsch nach Röntgen. Vom 28. bis 30. April verwandelte sich das Kinder- und Frauenzentrum am Universitätsklinikum Dresden bereits zum 22. Mal in eine Klinik für Kuscheltiere. Rund 1.200 Kinder kamen als „Teddyeltern“ und erzählten, was ihren Stofftieren fehlt.
Dabei geht es um mehr als nur Spielen: Die Kinder erleben den Arztbesuch aus sicherer Distanz und können ohne Angst beobachten, wie Untersuchungen ablaufen. Sie stellen Fragen, treffen Entscheidungen und begleiten ihre Teddys durch die „Behandlungen“. Die Studierenden der Medizinischen Fakultät schlüpfen dabei in die Rolle der Teddyärztinnen und -ärzte und erklären medizinische Abläufe verständlich und kindgerecht. Für viele ist das eine erste praktische Übung in Kommunikation, Empathie und Gesundheitsaufklärung.
„Sobald die Kinder kommen und aufgeregt von ihren Teddys erzählen, fühlt es sich ernst an“, berichtet Romy Klädtke, Studentin der Humanmedizin, die in diesem Jahr bereits zum vierten Mal dabei ist. „Die Kinder nehmen das so wichtig, dass man selbst automatisch in dieses Arzt-Patient-Verhältnis rutscht.“
Romy Klädtke (4. v. l.) und Mitglieder des Teddykrankenhaus-Teams.
Die häufigsten Diagnosen? Unter den Favoriten sind Fahrradstürze, gebrochene Arme und Bauchschmerzen. Auch bei der Behandlung gibt es klare Erwartungen. „Egal, was der Teddy hat – die Kinder wollen immer, dass er zum Röntgen geht und einen Verband bekommt“, sagt Romy lachend. Am Ende erhält jedes Kuscheltier einen kleinen „Impfausweis“ und ein Paket aus der Teddyapotheke.
Hinter den drei Tagen steht ein eingespieltes studentisches Organisationsteam, das das Projekt das ganze Jahr über vorbereitet – von der Kita-Rekrutierung über die Einsatzplanung bis zur Öffentlichkeitsarbeit.
Auch wenn das Team gut besetzt ist, bleibt der Bedarf an neuen Studierenden konstant. Viele engagieren sich über mehrere Jahre, andere steigen aus, wenn das Studium intensiver wird. Geworben wird regelmäßig zu Semesterbeginn in Vorlesungen; außerdem ist die Anmeldung über die Projektseite und Instagram möglich.
Die Nachfrage nach der Aktion ist so groß, dass das Team längst nicht alle Anfragen erfüllen kann. Deshalb konzentriert sich das Teddykrankenhaus auf die drei Projekttage im April sowie zusätzliche Formate wie die Lange Nacht der Wissenschaften und einen Familiennachmittag, der auch Geschwistern und Familien außerhalb der Kitas offensteht.
Das Projekt steht unter der Schirmherrschaft von Prof. Reinhard Berner, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinderheilkunde am Universitätsklinikum. Unterstützt wird es von zahlreichen Partnern, die Materialien, Verbände und kleine Überraschungen für die Kinder bereitstellen.