Geförderte 2026/2027
Inhaltsverzeichnis
Dr. Patrick Diaba-Nuhoho
Projekttitel: Secretome and vesicle profiling for the identification of plasma biomarkers to guide targeted therapy after myocardial infarction
Struktureinheit: Institut für Pharmakologie und Toxikologie
Projektbeschreibung
Myocardial infarction remains a major global health challenge, driving the need for innovative and personalized treatment approaches. Advances in targeted therapies have to rely on precise patient stratification based on molecular and clinical profiles to optimize therapeutic outcomes. Current clinical diagnostic tools detect myocardial injury but are limited in their ability to guide individualized treatments and predict patient prognosis. Additionally, invasive tissue sampling to evaluate therapeutic targets is not feasible for routine clinical use, creating a demand for minimally invasive biomarkers obtainable from blood samples. Emerging liquid biopsy techniques, utilizing plasma proteins and extracellular vesicles, show promise in reflecting underlying pathological processes and the activity of therapeutic targets. Preliminary secretome profiling studies have identified potential molecular candidates linked to cardiac remodeling and inflammation after infarction. This project seeks to identify and validate key biomarkers that could facilitate the development of new therapies and support personalized patient care after myocardial infarction.
Link zur Webseite: https://tu-dresden.de/med/mf/pt/forschung/prof-el-armouche/ag-klapproth?set_language=en
Dr. med. Jan Emmerich, M.Sc.
Projekttitel: Entschlüsselung des ischämischen Schlaganfalls: miRNAs zur Unterscheidung von Stroke Mimics
Struktureinheit: Klinik und Poliklinik für Neurologie
Projektbeschreibung
Schlaganfälle zählen weltweit zu den häufigsten Ursachen für Mortalität und dauerhafte Behinderung. Eine zeitnahe und präzise Diagnosestellung ist von zentraler Bedeutung, um die Folgen einer unbehandelten zerebralen Ischämie zu begrenzen, da Studien belegen, dass ohne adäquate therapeutische Intervention bis zu 1,9 Millionen Neuronen pro Minute irreversibel verloren gehen können.
In der Notaufnahme präsentieren sich bis zu 40 % der Patienten mit Verdacht auf einen Schlaganfall mit sogenannten Stroke Mimics, also neurologischen oder systemischen Erkrankungen, die klinisch einem akuten Schlaganfall ähneln, jedoch grundlegend unterschiedliche diagnostische und therapeutische Strategien erfordern. Diese diagnostische Unsicherheit stellt eine erhebliche Herausforderung in der Akutversorgung dar.
Obwohl die Magnetresonanztomographie weiterhin als diagnostischer Goldstandard gilt, schränken ihre begrenzte Verfügbarkeit sowie der erhebliche zeitliche Aufwand ihren Einsatz insbesondere in Notfallsituationen und in ressourcenlimitierten Versorgungssettings ein. Blutbasierte Biomarker könnten in diesem zeitkritischen Kontext einen vielversprechenden Ansatz zur Unterstützung einer frühzeitigen klinischen Entscheidungsfindung darstellen. Proteinbasierte Biomarker sind jedoch aufgrund verzögerter Freisetzungskinetiken und unzureichender Spezifität bislang nur von begrenztem klinischem Nutzen. Demgegenüber ermöglichen möglicherweise RNA-basierte Biomarker, insbesondere MicroRNAs, eine hochsensitive Detektion und liefern ein dynamisches Abbild pathophysiologischer Prozesse.
Im vorliegenden Projekt wird daher die Expression von bestimmten microRNAs in Patienten untersucht, um mögliche Unterschied zu detektieren und so ggfs. eine Differenzierung zwischen akuten ischämischen Schlaganfällen und Stroke Mimics zu ermöglichen.
Dr. rer. nat. George Garside
Projekttitel: Wie die Expression von Histonen die Chromatinstruktur und den Alterungsprozess beeinflusst
Struktureinheit: Institut für Physiologische Chemie
Projektbeschreibung
The human genome, if stretched out, would span over two meters in every cell, yet it fits neatly within the microscopic space of the nucleus. This remarkable packaging is achieved by wrapping DNA around specialized proteins (histones) that organize and compact the genome, keeping it stable and regulating which genes are active.
As organisms age, the structure and organization of chromatin - the complex of DNA and associated proteins - change in ways that can affect genome stability and gene expression. Such alterations have been linked to a gradual decline in cellular function and lifespan across a range of species. Studies suggest that maintaining proper chromatin organization is crucial for preserving genome integrity and delaying the effects of ageing.
This project aims to explore how changes in chromatin composition and organization influence the ageing process in mammalian cells. By examining how chromatin structure shifts over the course of cellular lifespan, the study seeks to identify mechanisms that either preserve or disrupt genome stability.
Ultimately, the research will contribute to a better understanding of how maintaining balanced chromatin structure supports healthy cellular ageing, with the potential to inform future strategies for promoting genome maintenance and longevity.
Link zur Webseite: https://tu-dresden.de/med/mf/pch/das-institut/arbeitsgruppen/felix-mueller-planitz
Dr. med. Annina Meerz
Projekttitel: „Charakterisierung von tumorinfiltrierenden Immunzellen und tumorassoziierten Antigenen zur Identifizierung von Biomarkern und therapeutischen Zielstrukturen“
Struktureinheit: Medizinische Klinik I/Institut für Immunologie
Projektbeschreibung
Der metastasierte nicht-kleinzellige Lungenkrebs (NSCLC) bleibt trotz großer therapeutischer Fortschritte eine onkologische Herausforderung. Immuncheckpoint-Inhibitoren haben das Überleben vieler Patient:innen verbessert, doch Resistenzmechanismen begrenzen den langfristigen Therapieerfolg. Wir gehen davon aus, dass die Zusammensetzung und funktionelle Orientierung des Tumormikromilieus maßgeblich über das Ansprechen auf Immuntherapien entscheidet. In diesem Projekt untersuchen wir therapienaive NSCLC-Biopsien mittels Multiplex-Immunhistochemie, um tumorinfiltrierende Immunzellen und tumorassoziierte Antigene (TAA) detailliert zu charakterisieren. Dabei wollen wir z.B. T-Zellen, Makrophagen sowie dendritische und myeloide Suppressorzellen phänotypisieren und mit Expressionsmustern klinisch relevanter TAA wie HER2, DLL3, cMET, PRAME und TROP2 assoziieren. Durch die räumliche Analyse dieser Zellpopulationen wollen wir immunologische Interaktionsmuster im Tumorgewebe erfassen und mit dem klinischen Verlauf korrelieren.
Dieses Projekt ziel darauf ab, neue prognostische und prädiktive Biomarker zu identifizieren, die eine präzisere Patient:innenstratifizierung ermöglichen. Langfristig möchten wir so zur Entwicklung personalisierter Immuntherapien im NSCLC beitragen.
Link zur Webseite: https://www.nct-dresden.de/en/research/departments-and-groups/thoracic-oncology-group
Dr. rer. medic. Juliane Müller
Projekttitel: Experimentelle Evaluation einer FAPi-gestützten Radioguided Surgery zur intraoperativen Detektion schwer resezierbarer Tumormanifestationen bei gastrointestinalen und thorakalen Tumoren
Struktureinheit: Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin
Projektbeschreibung
Gastrointestinale und thorakale Tumoren stellen insbesondere in der metastasierten oder Rezidivsituation eine chirurgische Herausforderung dar, da kleinste Tumormanifestationen wie peritoneale oder pleurale Tumorinseln sowie lokoregionäre Lymphknotenmetastasen intraoperativ oft schwer zu identifizieren sind. Unvollständige Resektionen sind mit einem erhöhten Risiko früher Rezidive verbunden, sodass eine optimierte intraoperative Navigation von hoher klinischer Relevanz ist.
FAP-gerichtete Radiotracer auf Basis von Fibroblasten-Aktivierungsprotein-Inhibitoren (FAPi) haben sich in der präoperativen Bildgebung als innovativer molekularer Zielstrukturmechanismus etabliert und zeichnen sich durch eine hohe Tumor-zu-Hintergrund-Kontrastierung aus. Die Radioguided Surgery (RGS) ermöglicht es, diese Eigenschaften intraoperativ mittels Gamma-Sonden für die gezielte Detektion und Resektion schwer erkennbarer Tumormanifestationen zu nutzen.
Ziel des Projektes ist die experimentelle Evaluation von FAP-gerichteten Radiotracern für die intraoperative Navigation bei gastrointestinalen und thorakalen Tumoren zur Vorbereitung einer klinischen Anwendung. In vorklinischen Experimenten unter Nutzung anwendungsnaher Phantommodelle und FAP-exprimierender Zelllinien werden geeignete Tracer und Radionuklide ausgewählt und hinsichtlich biochemischer und physikalischer Eigenschaften sowie technischer Umsetzbarkeit mit klinisch verfügbaren Gamma-Sonden untersucht.
Langfristig soll die Methode in einer klinischen Pilotstudie bei Betroffenen mit Peritonealkarzinose, Pleuramesotheliom oder schwer lokalisierbaren gastrointestinalen Tumoren erprobt werden.
Dr. med. Anna Pretzsch
Projekttitel: Analyse der Veränderung der Kollagenstruktur nach kornealer Hornhautvernetzung mittels 2-Photonen-Mikroskopie und deren Abhängigkeit von der Verfügbarkeit von Sauerstoff
Struktureinheit: Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde
Projektbeschreibung
Der Keratokonus ist eine Hornhaut-Erkrankung, bei der es zu einer Ausdünnung und Versteilung des Hornhautgewebes kommt, die in der Folge die Sehleistung der Betroffenen stark einschränkt. Vor allem jüngere Menschen sind davon betroffen, für welche dies mit einer Einschränkung in Lebensqualität und Berufsausübung einhergeht. Bei progressivem Keratokonus wird die Hornhautvernetzung (Crosslinking, CXL) angewandt, um ein weiteres Fortschreiten zu verhindern. Hierbei werden nach Entfernen des Hornhautepithels Riboflavin-Augentropfen als Photosensitizer appliziert. Im Anschluss wird die Hornhaut mittels UV-Licht bestrahlt, wodurch reaktive Sauerstoffspezies entstehen. Diese führen zu neuen kovalenten Verbindungen zwischen den vorhandenen Kollagenfasern des Hornhautstromas. Der positive Effekt des CXL auf die Stabilisierung von Hornhautmechanik und Visus konnte bisher indirekt anhand klinischer und laborchemischer Verfahren gezeigt werden.
Im Rahmen dieses Projektes soll der Einfluss der O2-Sättigung in Kombination mit der UV-Intensität auf den Effekt des CXL am Tiermodell untersucht werden. Dazu wird das CXL ex-vivo an Schweineaugen unter verschiedenen Bedingungen (unterschiedliche O2-Konzentration und UV-Intensität) durchgeführt. Alle Augen werden anschließend mit der 2-Photonen-Mikroskopie (2PM) in Kombination mit der Second Harmonic Generation Mikroskopie (SHG) vermessen, womit der Effekt der Behandlung auf die kollagenen Strukturen des Hornhautstromas ermittelt werden soll. Für diese Forschungsarbeit werden diese noch nicht in der klinischen Praxis verfügbaren Messmethoden im experimentellen Setting angewandt.
Ziel ist es, zu ermitteln, ob durch eine Veränderung der O2-Verfügbarkeit, ggf. in Kombination mit einer Veränderung der UV-Intensität, die Therapieergebnisse nach CXL weiter optimiert werden können.
Dr. rer. medic. Franziska Maria Schwarz
Projekttitel: Funktionelle Untersuchung zur PARP-Inhibitor-Resistenz des Ovarialkarzinoms
Struktureinheit: Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Projektbeschreibung
Das Ovarialkarzinom ist die häufigste Todesursache unter den gynäkologischen Malignomen. Da die Erkrankung im Frühstadium meist symptomfrei verläuft, werden etwa 75% der Ovarialkarzinompatientinnen erst in fortgeschrittenen Stadien diagnostiziert. Die Standardtherapie des fortgeschrittenen Ovarialkarzinoms besteht aus der Operation und einer Chemotherapie sowie einer Erhaltungstherapie mit antiangiogenem Bevacizumab. Ferner sind Poly-ADP-Ribose-Polymerase-Inhibitoren (PARPis) Teil der Standardtherapie. Trotz dieser innovativen Therapieansätze mit PARPis entwickelt die Mehrheit der Patientinnen mit rezidivierendem Ovarialkarzinom eine PARPi-Resistenz, was zu einer schlechten Gesamtprognose führt. Daher ist es von großem klinischem Interesse die genetischen Grundlagen der PARPi-Resistenz aufzudecken, um die Entwicklung weiterer neuer zielgerichteter Therapieansätze für Ovarialkarzinompatientinnen zu unterstützen.
In unseren Vorarbeiten haben wir isogene Zelllinienmodelle etabliert, um die Mechanismen erworbener PARP-Inhibitor-Resistenz unter chronischer Olaparib-Exposition in BRCA1-profizienten und BRCA1-defizienten Ovarialkarzinomzellen systematisch zu untersuchen. Darauf aufbauend führten wir einen CRISPR-Cas9-basierten Knockout-Screen unter Olaparib-Selektionsdruck durch und identifizierten mehrere robuste Kandidatengene, deren Verlust mit einer veränderten Wirkstoffsensitivität assoziiert war. Diese Gene stellen potenzielle molekulare Schaltstellen der Resistenzentwicklung dar und eröffnen neue therapeutische Angriffspunkte.
Im Rahmen dieses Projekts werden diese Zielstrukturen nun funktionell validiert und pharmakologisch adressiert, um innovative Interventionsstrategien gegen PARPi-Resistenz beim Ovarialkarzinom zu entwickeln.