GreenPharming – Innovation und Nachhaltigkeit in der Arzneimittelproduktion
GreenPharming entwickelt am Industriepark Schwarze Pumpe eine pflanzenbasierte Plattform zur nachhaltigen Herstellung pharmazeutisch relevanter Proteine. Im Mittelpunkt steht die Produktion biologischer Wirkstoffe in Tabakpflanzen unter Berücksichtigung von Kreislaufwirtschaft, Klimaneutralität, Qualitätsoptimierung und sicherer Prozessführung. Damit verbindet das Projekt biomedizinische Forschung, Pflanzenbiotechnologie und anwendungsnahe Forschungsinfrastruktur und leistet einen Beitrag zur Transformation der Lausitz hin zu einer ressourcenschonenden Green Economy. Das Vorhaben wird im Zeitraum 12.06.2024 bis 31.12.2026 durchgeführt und durch den Fonds für einen gerechten Übergang (Just Transition Fund, JTF) sowie durch Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes gefördert. Die Förderung umfasst ein anwendungsorientiertes Forschungsprojekt mit einer maximalen Zuwendung von 1.208.449,44 € sowie eine Infrastrukturmaßnahme mit einer maximalen Zuwendung von 3.018.367,89 €; insgesamt beträgt die bewilligte Förderung damit bis zu 4.226.817,33 €.
Projektziele
GreenPharming hat das Ziel, biopharmazeutische Wirkstoffe wie Antikörper und Zytokine aus nachwachsenden Rohstoffen in einem geschlossenen, klimafreundlichen System herzustellen. Die Vision: eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Produktionsmethoden, die nicht nur die Umwelt schont, sondern auch ökonomische Vorteile bietet.
Wissenschaftlicher Ansatz
- Pflanzenbasierte Wirkstoffproduktion: Pflanzen wie Tabak dienen als Expressionssystem, da sie im Vergleich zu tierischen Zellen sicherer (frei von Krankheitserregern), komplexe Proteine herstellen wirtschaftlich effizient herstellen können.
- Modernste Technologien:
- Verwendung innovativer molekularer Methoden wie CRISPR/Cas für das Wirkstoffdesign.
- Transiente Transformationstechnologien wie die Agrobakterien-vermittelte DNA-Übertragung und Vakuuminfiltration zur gezielten Proteinproduktion.
- Qualitäts- und Funktionalitätskontrolle durch hochentwickelte Analysemethoden (z. B. Massenspektrometrie, HPLC und zellbasierte Assays).
- Klimaneutralität durch Kreislaufwirtschaft: Reststoffe der Pflanzen werden zu Pflanzenkohle verarbeitet, die als Bodensubstrat oder Rohstoff in weiteren Prozessen dient. Der Energiebedarf der Anlagen wird durch Photovoltaik und Wärmepumpen gedeckt.
Bedeutung für die Region
Das Projekt wird in der Lausitz umgesetzt und trägt durch innovative Ansätze zur Umstrukturierung einer ehemaligen Kohle-Region bei. Die klimafreundliche Produktion und die Integration von Reststoffverwertung schaffen nicht nur nachhaltige Wertschöpfungsketten, sondern auch neue Arbeitsplätze und Kooperationsmöglichkeiten in der Region.
Kooperation und Expertise
GreenPharming basiert auf einem interdisziplinären Ansatz und der Zusammenarbeit führender Wissenschaftler:
- Prof. Ali El-Armouche (TU Dresden): Optimierung und Validierung pharmazeutischer Wirkstoffe.
- Prof. Michael Beckmann (TU Dresden): Entwicklung eines klimaneutralen Gesamtsystems basierend auf Kreislaufwirtschaft und erneuerbaren Energien.
- Prof. Karin Fester (HS Zittau/Görlitz): Expertise in der pflanzenbasierten Biotechnologie.
Langfristige Perspektiven
Das Projekt bietet nicht nur eine Plattform für innovative Forschung und Ausbildung, sondern auch die Möglichkeit, regionale Unternehmen und Start-ups im Bereich nachhaltiger Biotechnologie zu fördern. Mit einer energieautarken Produktion und dem Fokus auf Kreislaufwirtschaft setzt GreenPharming neue Maßstäbe in der Arzneimittelproduktion und stärkt die Region als Zentrum für innovative, grüne Technologien.
GreenPharming zeigt, wie Wissenschaft, Technologie und Nachhaltigkeit miteinander verschmelzen können, um den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen und gleichzeitig die Lebensqualität der Menschen zu verbessern.
Projektteam
v.l.n.r Dr. A.Lippert, PhD E.Cachorro Puente, Dr. E.Klapproth, Dr. P.Diaba-Nuhoho, Prof. A.El-Armouche, R.Wiessner, N.Schmieder-Galfe, N.Weser
Projektkoordinator
NameHerr Robby Wiessner
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