ACOMODIA
Mobile, effiziente Bereitstellung medizinisch relevanter Informationen mittels Smart Glasses
1. Projektüberblick
Das Teilprojekt ACOMODIA entwickelt und erprobt eine innovative Smart-Glasses-Lösung zur mobilen, kontextsensitiven Bereitstellung klinisch relevanter Informationen in verschiedenen medizinischen Versorgungs- und Ausbildungssituationen.
Laufzeit: 07.07.2025 – 31.12.2027
Fördersumme: 184.658,96 Euro
2. Projektinhalt
In unserer Forschungsgruppe arbeiten wir an der Schnittstelle zwischen Medizin und modernster Technologie, um den chirurgischen Alltag und die Ausbildung grundlegend zu verbessern. Im Acomodia-Projekt liegt unser Fokus auf dem Einsatz von Smart Glasses (Datenbrillen), um komplexe Informationen genau dort verfügbar zu machen, wo sie benötigt werden: direkt im Sichtfeld der Chirurgen. Unsere Vision gliedert sich in zwei wegweisende Teilprojekte:
1. Teilprojekt: Intelligentes Training – Der digitale Tutor für die chirurgische Naht
Das Erlernen von chirurgischen Grundfertigkeiten, wie der offenen Hautnaht, erfordert viel Übung und fachkundiges Feedback. Im Teilprojekt entwickeln wir ein multisensorisches System, das wie ein privater Tutor fungiert.
- Echtzeit-Feedback: Die Datenbrille erkennt die Bewegungen der Hände und Instrumente. Sie blendet dem Lernenden Korrekturbahnen für die Nadel oder Warnungen bei zu hoher Zugkraft direkt über der Wunde ein.
- Ziel: Eine objektivere, effizientere Ausbildung, die unabhängig von der ständigen Anwesenheit eines Mentors funktioniert und die Lernkurve steilt.
Smart Glasses in der Lehre
2. Teilprojekt: Effizienter Klinikalltag – Die berührungslose Visite der Zukunft
Auf den Stationen müssen Chirurgen in kürzester Zeit eine Vielzahl an Informationen (Laborwerte, Vitalparameter, OP-Berichte) verarbeiten. Das Projekt Med-Mate (im Rahmen von ACOMODIA) zielt darauf ab, die klinische Visite zu revolutionieren.
- Kontextsensitive Informationen: Sobald ein Arzt ein Patientenzimmer betritt, erkennt das System den Patienten automatisch (z. B. via Bluetooth oder RFID). Wichtige Daten wie Herzfrequenz, aktuelle Medikamente oder pathologische Laborwerte schweben als übersichtliche Grafiken direkt vor dem Arzt.
- Berührungslose Bedienung: Um die Sterilität zu wahren und den Workflow nicht zu unterbrechen, erfolgt die Steuerung komplett kontaktfrei über Gesten oder Sprachbefehle.
- Ziel: Die Reduktion der kognitiven Belastung für das Personal und eine erhöhte Patientensicherheit durch sofort verfügbare, fehlerfreie Informationen direkt am Patientenbett.
Smart Glasses für die Visite
3. Projektteam
Saxony Media Solutions GmbH, Dresden
Technische Universität Dresden
Fakultät für Informatik, Lehrstuhl für Softwaretechnologie, Dr.-Ing. Karsten Wendt
Projektwebsite
Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus
Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, PD Dr. med. Felix von Bechtolsheim
4. Ergebnisse & Veröffentlichungen
Die Ergebnisse werden im Projektverlauf laufend dokumentiert und umfassen u. a.:
- Evaluationsberichte zur Nutzung der Smart Glasses
- Pilotstudien in Stations-, OP- und Trainingsumgebungen
- Technische Weiterentwicklungen der Informationsplattform