29.01.2026
20-jährige Längsschnittstudie zu elterlicher Belastung und Partnerschaftsqualität
Die präregistrierte Studie Psychological distress and partnership quality in parents: A 20-year longitudinal study von Yan Li (University of Helsinki) untersuchte bidirektionale Zusammenhänge zwischen elterlicher psychischer Belastung (psychological distress, PD) und der Qualität der Partnerschaft (relationship quality, RQ) von der Schwangerschaft bis zur Adoleszenz der Kinder.
Die Studie analysierte sowohl intraindividuelle Effekte als auch partnerübergreifende Effekte und prüfte dabei die Stärke der Zusammenhänge sowie mögliche Geschlechtsunterschiede. Psychische Belastung war mit einer höheren allgemeinen Partnerschaftsqualität (d. h. einer Kombination aus Intimität und Autonomie) sowie mit höherer Autonomie in spezifischen Phasen der Elternschaft assoziiert. Gleichzeitig sagte psychische Belastung in den frühen Jahren der Elternschaft eine geringere Intimität und eine geringere partnerschaftliche Verflechtung voraus (d. h. ein Verhältnis von mehr Autonomie als Intimität).
Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung eines differenzierten Verständnisses dafür, wie psychische Belastung die Partnerschaftsqualität über die Zeit hinweg beeinflusst, und betonen das dynamische Zusammenspiel von Autonomie und Intimität in familiären Beziehungen während der gesamten Elternschaft.
Herzlichen Glückwunsch zu dieser großartigen Arbeit!
Li, Y., Lindblom, J., Vänskä, M., Punamäki, R.-L., Kanske, P., & Flykt, M. (2026). Psychological distress and partnership quality in parents: A 20-year longitudinal study. Journal of Family Psychology. Advance online publication. https://doi.org/10.1037/fam0001446