Open Topic Postdoc Positions

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Ein wichtiger Schwerpunkt der Förderung im Rahmen des Zukunftskonzeptes der TU Dresden ist die Gewinnung der besten Köpfe. In Anlehnung an das erfolgreiche Programm „Open Topic Tenure Track Professorships“ wurden an der TU Dresden so genannte Open Topic Postdoc Positions" geschaffen, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auf fortgeschrittenem Postdoc-Niveau die Möglichkeit bieten, unabhängig von der fachlichen Ausrichtung ein eigenständiges Forschungsprojekt voranzutreiben.

Rund 470 Bewerbungen aus 72 Ländern gingen für die ausgeschriebenen Stellen ein, ein knappes Drittel davon von Frauen. Die ausgewählten Postdoktoranden kommen aus Argentinien, Äthiopien, Bangladesch, Bulgarien, Kamerun, Deutschland, Österreich, Slowenien, Spanien und Vietnam. Die ersten von insgesamt 17 Nachwuchswissenschaftlern haben ihre Tätigkeit an der TU Dresden zum 1. November 2017 begonnen:

Dr. Julieta APREA


Forschungsprojekt:
TRIM28 as a central integrator between regional information and patterning in the developing cortex

angesiedelt an der Medizinischen Fakultät
Betreuer: Prof. Federico Calegari, Center for Regenerative Therapies Dresden (CRTD)E-Mail: julieta.aprea@tu-dresden.de

Dr. Anja BUTTSTEDT


Forschungsprojekt:
Aufklärung der Funktionen der Haupt-Gelèe-Royale-Proteine der Honigbiene (Apis mellifera)

angesiedelt am B-CUBE - Center for Molecular Bioengineering
Betreuer: Prof. Michael Schlierf, Professur für Molekulare Biophysik          
E-Mail: anja.buttstedt@tu-dresden.de

Frau Dr. Anja Buttstedt studierte Biologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und promovierte dort 2011 zum Thema „Einfluss der Polypeptidumgebung auf die Fibrillenbildung eines amyloidogenen Peptides“. Danach schloss sich eine 1,5 jährige Postdoc-Zeit in Cluj-Napoca (Rumänien) an der Landwirtschaftlichen Universität an, während dieser Frau Dr. Buttstedt die Honigbienen als Forschungsthema entdeckte.

Von 2013 bis 2017 war sie als Postdoc wieder an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg tätig und begann, die Haupt-Gelée-Royale-Proteine (major royal jelly proteins, MRJPs) der Honigbiene zu erforschen. Diese Proteine wurden zunächst im Gelée Royale entdeckt, das von jungen Bienenarbeiterinnen an Larven verfüttert wird, die sich daraufhin zu Königinnen entwickeln. Da die Gene, die für die MRJPs codieren, allerdings nicht nur in brutpflegenden Arbeiterinnen exprimiert werden, sind die Proteine sicherlich nicht nur reines Nahrungsmittel (Buttstedt et al., 2013, Frontiers in Zoology; Buttstedt et al., 2014, Biological Reviews). Eine Schlüsselfunktion eines einzelnen MRJPs während der Determination einer Bienenlarve zur Königin konnte allerdings ausgeschlossen werden (Buttstedt et al., 2016, Nature).


Während ihrer Zeit an der TU Dresden wird sich Frau Dr. Buttstedt weiterhin damit beschäftigen, die Funktionen der MRJPs in der Honigbiene zu entschlüsseln. Hierfür wird sie sowohl native MRJPs aus Gelée Royale reinigen, als auch Proteine rekombinant im Bakterium Escherichia coli herstellen. Die exzellente Ausstattung des B-CUBE bietet hierfür die perfekte Forschungsumgebung.

Dr. Anna JURADO ELICES
Dr. Anna Jurado © privat Dr. Anna Jurado © privat
Dr. Anna Jurado

© privat


Forschungsprojekt:
Fate of emerging organic contaminants during managed aquifer recharge

angesiedelt an der Fakultät Umweltwissenschaften

Betreuer: Prof. Rudolf Liedl, Professur Grundwasserwirtschaft

E-Mail: anna.jurado@tu-dresden.de

Dr. Anna Jurado Elices hat Geologie an der Universität Barcelona studiert. Sie hat außerdem den 40. Internationalen Kurs für Grundwasserhydrologie an der Polytechnischen Universität Katalonien erfolgreich abgeschlossen. Im Jahr 2013 promovierte sie zum Thema „Occurrence and Fate of Emerging Organic Contaminants in Urban Groundwater. A Case Study: Barcelona“. Danach setzte sie ihre Arbeit für ein weiteres Jahr als Postdoc am Institute of Environmental Assessment and Water Research des Spanish National Research Council (CSIC) fort. Von 2015 bis 2017 hatte sie ein Marie-Curie-Postdoc-Stipendium an der Universität Lüttich (Belgien) inne, wo sie sich mit dem Thema „Groundwater Contribution to Greenhouse Gases Emissions from Rivers” beschäftigte.

Die vorgeschlagene Forschungsarbeit an der TU Dresden befasst sich mit dem Verbleib neu entstehender organischer Kontaminanten (EOCs) bei der gezielten Erneuerung des Grundwasserleiters (Managed Aquifer Recharge, MAR). Diese Verunreinigungen geben in letzter Zeit Anlass zur Sorge, denn selbst wenn sie in der Umwelt nur im Spurenbereich vorkommen, sind ihre Auswirkungen auf die Ökosysteme und die menschliche Gesundheit weitgehend unbekannt. Insgesamt ist die Konzentration von EOCs während der MAR aufgrund von Dämpfungsprozessen verringert. Das Ausmaß, in dem EOCs entfernt werden, variiert aber je nach Verbindung und hängt von einem breiten Spektrum von Umweltfaktoren ab, z. B. den Redox-Bedingungen.

In diesem Zusammenhang wird Dr. Jurado ihre Forschungsarbeit auf das Verhalten ausgewählter EOCs während der gezielten Erneuerung des Grundwasserleiters (Managed Aquifer Recharge, MAR) konzentrieren. Ihr besonderes Interesse gilt dabei der Untersuchung der Abbauprozesse und der Ermittlung der geeignetsten Bedingungen für die Entfernung pharmazeutisch aktiver Verbindungen während des MAR im Labor- und Geländemaßstab.

Dr. Jude Ndzifon KIMENGSI


Forschungsprojekt:
Sustaining livelihoods in forest reserve communities of Cameroon: The role of endogenous cultural institutions

angesiedelt an der Fakultät Umweltwissenschaften
Betreuer: Prof. Jürgen Pretzsch, Professur für Tropische Forstwirtschaft               E-Mail: jude_ndzifon.kimengsi@tu-dresden.de

Dr. Gal KIRN
Dr. Gal Kirn © Claudia Peppel Dr. Gal Kirn © Claudia Peppel
Dr. Gal Kirn

© Claudia Peppel


Forschungsprojekt:
“Cinema-Train”: Between the Vision-Motion Apparatus and Avant-garde
Utopia in the Early Soviet Union

angesiedelt an der Fakultät Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften

Betreuer: Prof. Christian Prunitsch, Professur für Polnische Landes- und Kulturstudien

E-Mail: gal.kirn@tu-dresden.de

Herr Dr. Gal Kirn studierte bis 2005 an der Universität in Ljubljana (Diplom), danach promovierte er an der Nova Gorica-Universität (Slowenien) mit „summa cum Laude“ zum Thema „Conceptualising Politics and Reproduction in the Work of Louis Althusser: Case of Socialist Yugoslavia”.
In den folgenden Jahren war er u.a. am Berliner Institute for Cultural Inquiry („Parallax View of Memory Politics in the Post-Yugoslav Context"), an der Alexander-von-Humboldt Stiftung in Berlin sowie in Stuttgart tätig, wo er mit dem Projekt „Thinking the Monument to Sub/Urban Riots“ (zusammen mit Niloufar Tajeri) ein Stipendium an der Akademie Schloss Solitude erhielt.


Die vorgeschlagene Forschungsarbeit von Dr. Kirn für die TU Dresden befasst sich mit der Geschichte und Theorie des Kinos und der Eisenbahn und ihrer strukturellen und epistemischen Wechselbeziehung, wobei der zeitliche und räumliche Fokus auf der frühen Sowjetunion liegt.
Seine zentrale Forschungshypothese ist es, die Begegnung von Kino und Eisenbahn mit Hilfe der Konzeptualisierung des Apparats Kino-Eisenbahn zu lesen. Dies soll die Art und Weise aufzeigen, in der die neue Technologie der Bewegung (Eisenbahn) die Entstehung der neuen Technologie des Sehens (Kino) beeinflusste und umgekehrt, dass nämlich das Kino selbst die Art und Weise, wie wir Gesellschaft und sozialen Wandel betrachten und erleben, von Grund auf veränderte.
Darüber hinaus soll die Forschung dazu dienen, mit Hilfe einer Reihe weiterer Begegnungen von Bewegung (Auto, Drohne/Flugzeug) und Sehen (Fernsehen, Computer) über eine langfristige Perspektive des 20.
Jahrhunderts nachzudenken.

Dr. Bishawjit MALLICK
Dr. Bishawjit Mallick © Bianca Sander Dr. Bishawjit Mallick © Bianca Sander
Dr. Bishawjit Mallick

© Bianca Sander


Forschungsprojekt:
NON-MIGRABILITY - Non-Migration of People at Risks in the Context of Social and Economic Vulnerability

angesiedelt an der Fakultät Umweltwissenschaften

Betreuer: Prof. Jochen Schanze, Professur für Umweltentwicklung und Risikomanagement (gB/IÖR)     

E-Mail: bishawjit.mallick@tu-dresden.de       

Herr Dr. Bishawjit Mallick studierte „Urban and Rural Planning“ an der Khulna Universität in Bangladesch und Regionalwissenschaften/Raumplanung an der Universität Karlsruhe. 2013 promovierte er am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) zum Thema „Der gesellschaftliche Umgang mit zunehmender Verwundbarkeit: Eine Analyse der sozialen Bedingungen für vulnerabilitätsorientierte räumliche Planungen in der Küstenzone von Bangladesch“. Darin identifiziert er die Manifestation der Patron-Klienten-Beziehung in der Gesellschaft als Folge der bevorstehenden Außenhilfe und deren Konsequenzen für Raumplanungsentscheidungen. Darüber hinaus untersucht er katastrophenbedingte Migration und ihre Folgen für die Gesellschaft.

An der TU Dresden beschäftigt er sich mit dem Thema „Non-Migration of People at Risks" im Kontext der Anpassung an den Klimawandel (Warum migrieren die Menschen nicht, und wie überleben sie in einer gefährdeten Umgebung?) Derzeit konzentriert sich seine Forschung auf qualitative und quantitative Migrationsstudien in Bangladesch.

Vor seinem Eintritt an der Professur für Umweltentwicklung und Risikomanagement der TU Dresden war er Gastwissenschaftler am International Migration Institute (IMI) der Universität Oxford. Er arbeitete als Gastwissenschaftler am Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung. Er war Dozent am Karlsruher Institut für Technologie (KIT; Institut für Regionalwissenschaften) und Forschungsbeauftragter der Vanderbilt University (USA).

Dr. Mohammad Shamim MIAH
Dr. Mohammad Shamim Miah © privat Dr. Mohammad Shamim Miah © privat
Dr. Mohammad Shamim Miah

© privat


Forschungsprojekt:
Uncertainty of Structures via Coupling with Smart Materials

angesiedelt an der Fakultät Bauingenieurwesen

Betreuer: Prof. Michael Kaliske, Institut für Statik und Dynamik der Tragwerke

E-Mail: mohammad_shamim.miah@tu-dresden.de

Dr. Mohammad Shamim Miah hat Bauingenieurwesen an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) studiert und promovierte 2015 mit seiner Dissertation "Semi-active Control for Magnetorheological Dampers via Coupling of System Identification Methods" zum Doktor der Wissenschaften (DSc). In seinem DSc schlug er eine Regelung (LQR-UKF) vor, die für die Schwingungsverringerung und -steuerung in Echtzeit eingesetzt werden kann (Miah, et al. 2015, Smart Materials and Structures). Dieser Ansatz bietet die Möglichkeit zur Modellaktualisierung (z. B. Zustand- und Systemparameter) in Echtzeit, wenn das Modell unsicher ist. Die vorgeschlagene Regelung wurde durch experimentelle Tests validiert (Miah, et al. 2015, Structural Control and Health Monitoring).

Dr. Miah wird seine Arbeit in der Forschungsprofillinie "Intelligente Materialien und Strukturen" an der TU Dresden fortsetzen. Er wird an weiteren Untersuchungen zur Verwendung und zum Einsatz intelligenter (z.B. piezoelektrischer, magnetostriktiver und ferrofluider) Materialien in Echtzeit arbeiten.

Vor seinem Eintritt in das Institut für Statik und Dynamik der Tragwerke (ISD) an der Fakultät Bauingenieurwesen der TU Dresden war er als Assistenzprofessor am Fachbereich Bauingenieurwesen der University of Asia Pacific in Dhaka (Bangladesch) tätig. Dr. Miah arbeitete als wissenschaftlicher Assistent (2011-2015) am Institut für Baustatik und  Konstruktion (IBK) am Fachbereich Bau, Umwelt und Geomatik (D-BAUG) der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) in der Schweiz. Er war auch als wissenschaftlicher Mitarbeiter (2009-2011) am Structural System Laboratory, Department of Civil and Environmental Engineering, an der Kunsan National University (KNU) in Kunsan in Südkorea beschäftigt. Außerdem arbeitete er als Design Engineer (2007-2009) bei Synthesis Architects in Dhaka in Bangladesch.

Dr. Luise Katharina MÜLLER
Dr. Katharina Luise Müller © Fabian Stelzer Dr. Katharina Luise Müller © Fabian Stelzer
Dr. Katharina Luise Müller

© Fabian Stelzer


Forschungsprojekt:
Die Bedingungen sozialer Kooperation: Menschenrechte, Vernunft und Reziprozität

angesiedelt an der Philosophischen Fakultät

Betreuerin: Prof. Sabine Müller-Mall, OTT-Professur für Rechts- und Verfassungstheorie

E-Mail: luise.k.mueller@tu-dresden.de

Frau Dr. Luise Katharina Müller studierte Politikwissenschaft und Politische Theorie in Berlin und London, und wurde 2016 mit einer Arbeit über die Legitimität internationaler Strafrechtsinstitutionen an der Freien Universität Berlin promoviert.

An der Philosophischen Fakultät der TU Dresden forscht sie zu den normativen Bedingungen sozialer Kooperation. Dabei interessiert sie vor allem der systematische Zusammenhang zwischen Grundrechten und der Fähigkeit zur Reziprozität sowie die Auswirkungen dieser Beziehung auf die Stabilität von gesellschaftlichen Kooperationssystemen.

Dr. Solvejg NITZKE
Dr. Solvejg Nitzke © Pia Kamps Dr. Solvejg Nitzke © Pia Kamps
Dr. Solvejg Nitzke

© Pia Kamps


Forschungsprojekt:
Prekäre Natur. Landschaft, Klima und Mensch in der Dorfgeschichte

angesiedelt an der Fakultät Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften

Betreuer: Prof. Lars Koch, OTT-Professur für Medienwissenschaft und Neuere Deutsche Literatur                                                                                                                           
E-Mail: solvejg.nitzke@tu-dresden.de

Dr. Julia PRAGER
Dr. Julia Prager © Georg Simbeni Dr. Julia Prager © Georg Simbeni
Dr. Julia Prager

© Georg Simbeni


Forschungsprojekt:
Kritik in der Krise

angesiedelt an der Fakultät Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften

Betreuer: Prof. Lars Koch, OTT-Professur für Medienwissenschaft und Neuere Deutsche Literatur

E-Mail: julia.prager@tu-dresden.de

Frau Dr. Julia Prager studierte Vergleichende Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und Amerikanistik an der Universität Innsbruck. 2012 promovierte sie zum Thema „Frames of Critique – Literaturwissenschaftliche Handlungsfähigkeit nach Judith Butler.“

An der Fakultät Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften der TU Dresden beschäftigt sich Frau Dr. Prager mit dem Forschungsvorhaben „Kritik in der Krise“.
Dieses Projekt wirft Fragen nach kritischen Praktiken und ihren Akteuren in den gegenwärtig wirkmächtigen Krisenzusammenhängen auf (insbes. nach rhetorischen, performativen und medialen Praktiken im Kontext von Occupy-Bewegungen, Netzaktivismus, aber auch von PEGIDA, AfD, Wissenschaft sowie von neuen linken wie auch rechten Avantgarden).

Die medien- und kulturtheoretisch informierte Forschungsperspektive ermöglicht eine vergleichende Analyse der jeweiligen Szenographien bzw. Dramaturgien dieser sehr unterschiedlichen Formen von Protest bzw. Kritik. Auf diese Weise lassen sich die einzelnen Phänomene in ihrer Spezifität wie auch in ihrer Relationalität untersuchen und (wissens)politisch ausschöpfen.




Die Finanzierung des Zukunftskonzeptes der TU Dresden erfolgt aus Mitteln der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder.

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Letzte Änderung: 07.11.2017