Open Topic Postdoc Positions

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Ein wichtiger Schwerpunkt der Förderung im Rahmen des Zukunftskonzeptes der TU Dresden ist die Gewinnung der besten Köpfe. In Anlehnung an das erfolgreiche Programm „Open Topic Tenure Track Professorships“ wurden an der TU Dresden so genannte Open Topic Postdoc Positions" geschaffen, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auf fortgeschrittenem Postdoc-Niveau die Möglichkeit bieten, unabhängig von der fachlichen Ausrichtung ein eigenständiges Forschungsprojekt voranzutreiben.

Rund 470 Bewerbungen aus 72 Ländern gingen für die ausgeschriebenen Stellen ein, ein knappes Drittel davon von Frauen. Die ausgewählten Postdoktoranden kommen aus Argentinien, Äthiopien, Bangladesch, Bulgarien, Kamerun, Deutschland, Österreich, Slowenien, Spanien und Vietnam. Die 17 ausgewählten Nachwuchswissenschaftler haben ihre Tätigkeiten an der TU Dresden zwischen November 2017 und April 2018 begonnen.

Dr. Julieta APREA
Dr. Julieta Aprea © privat Dr. Julieta Aprea © privat
Dr. Julieta Aprea

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Forschungsprojekt:
TRIM28 as a central integrator between regional information and patterning in the developing cortex

angesiedelt an der Medizinischen Fakultät
Betreuer: Prof. Federico Calegari, Center for Regenerative Therapies Dresden (CRTD)                                              E-Mail: julieta.aprea@tu-dresden.de

Dr. Julieta Aprea studierte Chemie und Biochemie an der Nationalen Universität La Plata (Argentinien). Sie promovierte 2014 an der International Graduate School for Biomedicine and Bioengineering (DIGS-BB) der TU Dresden zum Thema: "Novel factors regulating progenitor cell fate in the developing mouse cerebral cortex". (Neuartige Faktoren, die das Schicksal von Vorläuferzellen in der sich entwickelnden Hirnrinde der Maus regulieren). In dieser Arbeit zeigte sie die zentrale Rolle auf, die lange, nicht-kodierende (lnc) RNAs in der kortikalen Entwicklung spielen.

Nach ihrem Abschluss setzte sie diese Arbeit am Exzellenzcluster Center for Regenerative Therapies Dresden (CRTD) fort. Sie identifizierte neuartige lncRNAs, die spezifisch in der sich entwickelnden Hirnrinde exprimiert werden und beschrieb deren Rolle in der kortikalen Entwicklung.

Danach begann sie, ihren Sachverstand und ihre neuen Erkenntnisse bei der Arbeit zur Interaktion zwischen TRIM28 und lncRNAs einzusetzen. Ihr Projekt konzentriert sich insbesondere auf die Rolle dieser Interaktion während der Gehirnentwicklung der Maus und der kortikalen Morphogenese. Diese Arbeit wird sie als Open Topic Postdoc fortsetzen.

Dr. Anja BUTTSTEDT
Anja Buttstedt © privat Anja Buttstedt © privat
Anja Buttstedt

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Forschungsprojekt:
Aufklärung der Funktionen der Haupt-Gelèe-Royale-Proteine der Honigbiene (Apis mellifera)

angesiedelt am B-CUBE - Center for Molecular Bioengineering
Betreuer: Prof. Michael Schlierf, Professur für Molekulare Biophysik          
E-Mail: anja.buttstedt@tu-dresden.de

Frau Dr. Anja Buttstedt studierte Biologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und promovierte dort 2011 zum Thema „Einfluss der Polypeptidumgebung auf die Fibrillenbildung eines amyloidogenen Peptides“. Danach schloss sich eine 1,5 jährige Postdoc-Zeit in Cluj-Napoca (Rumänien) an der Landwirtschaftlichen Universität an, während dieser Frau Dr. Buttstedt die Honigbienen als Forschungsthema entdeckte.

Von 2013 bis 2017 war sie als Postdoc wieder an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg tätig und begann, die Haupt-Gelée-Royale-Proteine (major royal jelly proteins, MRJPs) der Honigbiene zu erforschen. Diese Proteine wurden zunächst im Gelée Royale entdeckt, das von jungen Bienenarbeiterinnen an Larven verfüttert wird, die sich daraufhin zu Königinnen entwickeln. Da die Gene, die für die MRJPs codieren, allerdings nicht nur in brutpflegenden Arbeiterinnen exprimiert werden, sind die Proteine sicherlich nicht nur reines Nahrungsmittel (Buttstedt et al., 2013, Frontiers in Zoology; Buttstedt et al., 2014, Biological Reviews). Eine Schlüsselfunktion eines einzelnen MRJPs während der Determination einer Bienenlarve zur Königin konnte allerdings ausgeschlossen werden (Buttstedt et al., 2016, Nature).


Während ihrer Zeit an der TU Dresden wird sich Frau Dr. Buttstedt weiterhin damit beschäftigen, die Funktionen der MRJPs in der Honigbiene zu entschlüsseln. Hierfür wird sie sowohl native MRJPs aus Gelée Royale reinigen, als auch Proteine rekombinant im Bakterium Escherichia coli herstellen. Die exzellente Ausstattung des B-CUBE bietet hierfür die perfekte Forschungsumgebung.

Dr. Fasil Kidane DEJENE


Forschungsprojekt:
Weyl Fermion Spintronics in Atomic Layer Deposited and Exfoliated Thin Films – a Novel Route to Chiral Charge-spin Conversion for Highly Efficient Spintronics

angesiedelt an der Fakultät Physik
Betreuer: Prof. Sebastian Gönnenwein, Professur für Festkörperphysik                  E-Mail:fasil_kidane.dejene@tu-dresden.de

Dr. Fasil Kidane Dejene studierte Physikpädagogik (2005) und MSc Physik (2008) in Äthiopien und Top Master Nanoscience (2010) in den Niederlanden an der Universität Groningen, wo er auch 2015 promovierte. In seiner Zeit in Groningen untersuchte er Ladung, Spin und Wärmetransport in Graphen-Feldeffektgeräten und metallischen Systemen, die mit magnetischen Materialien verbunden waren.

Seit 2015 war er am Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik (Halle/Saale) als Postdoc tätig. Seine Forschungsgebiete konzentrierten sich auf das Verständnis elektronischer, magnetischer und Wärmetransporteigenschaften in magnetischen Speicherbauelementen, sowie thermoelektrische und Quantentransportstudien in dünnen, exfolierten Übergangsmetall-Dichalcogeniden.

Der Forschungsschwerpunkt an der TU Dresden zielt darauf ab, das Wechselspiel zwischen verschiedenen Transportformen (elektronisch, Wärme, Tal und magnetisches Moment) in topologischen bzw. Quanten-Materialien zu verstehen und nanotechnologische Gerätearchitekturen zu entwickeln, die Ladung effizient in Spinströme umwandeln. Die Forschungsarbeiten werden in Zusammenarbeit mit dem Leibniz Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung und dem Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe – beide in  Dresden und dem Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik in Halle durchgeführt.

Dr. Jan HEILMANN
Jan Heilmann © TUD, Jana Höhnisch Jan Heilmann © TUD, Jana Höhnisch
Jan Heilmann

© TUD, Jana Höhnisch


Forschungsprojekt:
Reading in Antiquity. Psychology of Cognition and Self-conception of the Reading Process in Ancient Literature

angesiedelt an der Philosophischen Fakultät
Betreuer: Prof. Matthias Klingkardt, Professur für Biblische Theologie (evangelisch)
E-Mail: jan.heilmann@tu-dresden.de

Herr Dr. Jan Heilmann studierte Evangelische Theologie, Geschichte und Germanistik in Bochum und Wien. Er arbeitete als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ruhr-Universität Bochum, an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster und als Lehrbeauftragter für Alte Geschichte an der Universität Siegen. 2013 wurde er mit einer Studie zu Wein und Blut im Johannesevangelium von der Evangelisch-Theologischen Fakultät in Bochum promoviert. Seit August 2013 ist er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Evangelische Theologie an der TU Dresden.

Als Open Topic Post Doc arbeitet er an einem Forschungsvorhaben zum Lesen in der Antike. Auf der Basis einer Analyse der metonymisch und metaphorisch konzeptualisierten lateinischen und altgriechischen Leseterminologie soll die Vielfalt der Lesepraxis, von Lese- und Verstehensgewohnheiten und von Lesetechniken in der Antike erschlossen werden.

Dr. Anna JURADO ELICES
Dr. Anna Jurado © privat Dr. Anna Jurado © privat
Dr. Anna Jurado

© privat


Forschungsprojekt:
Fate of emerging organic contaminants during managed aquifer recharge

angesiedelt an der Fakultät Umweltwissenschaften
Betreuer: Prof. Rudolf Liedl, Professur Grundwasserwirtschaft
E-Mail: anna.jurado@tu-dresden.de

Dr. Anna Jurado Elices hat Geologie an der Universität Barcelona studiert. Sie hat außerdem den 40. Internationalen Kurs für Grundwasserhydrologie an der Polytechnischen Universität Katalonien erfolgreich abgeschlossen. Im Jahr 2013 promovierte sie zum Thema „Occurrence and Fate of Emerging Organic Contaminants in Urban Groundwater. A Case Study: Barcelona“. Danach setzte sie ihre Arbeit für ein weiteres Jahr als Postdoc am Institute of Environmental Assessment and Water Research des Spanish National Research Council (CSIC) fort. Von 2015 bis 2017 hatte sie ein Marie-Curie-Postdoc-Stipendium an der Universität Lüttich (Belgien) inne, wo sie sich mit dem Thema „Groundwater Contribution to Greenhouse Gases Emissions from Rivers” beschäftigte.

Die vorgeschlagene Forschungsarbeit an der TU Dresden befasst sich mit dem Verbleib neu entstehender organischer Kontaminanten (EOCs) bei der gezielten Erneuerung des Grundwasserleiters (Managed Aquifer Recharge, MAR). Diese Verunreinigungen geben in letzter Zeit Anlass zur Sorge, denn selbst wenn sie in der Umwelt nur im Spurenbereich vorkommen, sind ihre Auswirkungen auf die Ökosysteme und die menschliche Gesundheit weitgehend unbekannt. Insgesamt ist die Konzentration von EOCs während der MAR aufgrund von Dämpfungsprozessen verringert. Das Ausmaß, in dem EOCs entfernt werden, variiert aber je nach Verbindung und hängt von einem breiten Spektrum von Umweltfaktoren ab, z. B. den Redox-Bedingungen.

In diesem Zusammenhang wird Dr. Jurado ihre Forschungsarbeit auf das Verhalten ausgewählter EOCs während der gezielten Erneuerung des Grundwasserleiters (Managed Aquifer Recharge, MAR) konzentrieren. Ihr besonderes Interesse gilt dabei der Untersuchung der Abbauprozesse und der Ermittlung der geeignetsten Bedingungen für die Entfernung pharmazeutisch aktiver Verbindungen während des MAR im Labor- und Geländemaßstab.

Dr. Jude Ndzifon KIMENGSI


Forschungsprojekt:
Sustaining livelihoods in forest reserve communities of Cameroon: The role of endogenous cultural institutions

angesiedelt an der Fakultät Umweltwissenschaften
Betreuer: Prof. Jürgen Pretzsch, Professur für Tropische Forstwirtschaft               E-Mail: jude_ndzifon.kimengsi@tu-dresden.de

Dr. Jude Ndzifon Kimengsi hat Geographie an der Universität von Buea in Kamerun studiert, wo er 2011 über “Natural Resources and Development” promovierte. Ab 2012 war er Dozent an der Catholic University of Cameroon (CATUC) und arbeitete in Teilzeit als Dozent an den Universitäten Bamenda und Buea in Kamerun. Er war außerdem an der Bamenda University of Science and Technology in Kamerun tätig. Er ist Autor zahlreicher Publikationen und war Berater u.a. für das kamerunische Forstministerium im “Programme for the Sustainable Management of Natural Resources in the South West Region of Cameroon”, beim World Wildlife Fund (WWF) und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH.

Seine aktuelle Forschung zum Thema “Sustaining livelihoods in forest reserve communities of Cameroon: the role of endogenous cultural institutions” zielt darauf ab, mit einer Kombination aus qualitativen und quantitativen Instrumenten die Bedingungen zu analysieren, unter denen endogene Kulturinstitutionen die Lebensgrundlagen und Erhaltungsmöglichkeiten für ein kulturell vielfältiges Land wie Kamerun beeinflussen können.

Dr. Gal KIRN
Dr. Gal Kirn © Claudia Peppel Dr. Gal Kirn © Claudia Peppel
Dr. Gal Kirn

© Claudia Peppel


Forschungsprojekt:
“Cinema-Train”: Between the Vision-Motion Apparatus and Avant-garde
Utopia in the Early Soviet Union

angesiedelt an der Fakultät Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften
Betreuer: Prof. Christian Prunitsch, Professur für Polnische Landes- und Kulturstudien
E-Mail: gal.kirn@tu-dresden.de

Herr Dr. Gal Kirn studierte bis 2005 an der Universität in Ljubljana (Diplom), danach promovierte er an der Nova Gorica-Universität (Slowenien) mit „summa cum Laude“ zum Thema „Conceptualising Politics and Reproduction in the Work of Louis Althusser: Case of Socialist Yugoslavia”.
In den folgenden Jahren war er u.a. am Berliner Institute for Cultural Inquiry („Parallax View of Memory Politics in the Post-Yugoslav Context"), an der Alexander-von-Humboldt Stiftung in Berlin sowie in Stuttgart tätig, wo er mit dem Projekt „Thinking the Monument to Sub/Urban Riots“ (zusammen mit Niloufar Tajeri) ein Stipendium an der Akademie Schloss Solitude erhielt.


Die vorgeschlagene Forschungsarbeit von Dr. Kirn für die TU Dresden befasst sich mit der Geschichte und Theorie des Kinos und der Eisenbahn und ihrer strukturellen und epistemischen Wechselbeziehung, wobei der zeitliche und räumliche Fokus auf der frühen Sowjetunion liegt.
Seine zentrale Forschungshypothese ist es, die Begegnung von Kino und Eisenbahn mit Hilfe der Konzeptualisierung des Apparats Kino-Eisenbahn zu lesen. Dies soll die Art und Weise aufzeigen, in der die neue Technologie der Bewegung (Eisenbahn) die Entstehung der neuen Technologie des Sehens (Kino) beeinflusste und umgekehrt, dass nämlich das Kino selbst die Art und Weise, wie wir Gesellschaft und sozialen Wandel betrachten und erleben, von Grund auf veränderte.
Darüber hinaus soll die Forschung dazu dienen, mit Hilfe einer Reihe weiterer Begegnungen von Bewegung (Auto, Drohne/Flugzeug) und Sehen (Fernsehen, Computer) über eine langfristige Perspektive des 20.
Jahrhunderts nachzudenken.

Dr. Elisha KRIEG


Forschungsprojekt:
Programmable DNA-Based Nanodevices

angesiedelt an der Fakultät Chemie/Lebensmittelchemie
Betreuer: Prof. Carsten Werner, Professur für Biofunktionelle Polymermaterialien (gB/IPF) (BC2)                                                                                                                                 E-Mail: elisha_moritz.krieg@tu-dresden.de

Dr. Elisha Krieg studierte Chemie an der Universität zu Köln und am Weizmann-Institut für Wissenschaften. Sein Promotionsstudium in der Gruppe von Prof. Boris Rybtchinski befasste sich mit der Konstruktion von Nanomaterialien und Geräten auf Basis organischer Farbstoffmoleküle. Mit Hilfe der Prinzipien der wässrigen Selbstorganisation entwickelte er funktionsfähige supramolekulare Polymere, die robust und stimuli-responsiv sind und sich leicht recyceln und wiederverwenden lassen. Er erhielt seinen Doktortitel und den Shimon-Reich-Gedächtnispreis für herausragende Promotionsforschung am Weizmann Institut im Jahr 2013.

Im Jahr 2014 schloss sich Elisha als Postdoc dem Labor von Prof. William Shih an der Harvard University, dem Wyss Institute of Biologically Inspired Engineering und dem Dana-Farber Cancer Institute an. Im Rahmen seiner Forschung setzte er „DNA-Origami“-Nanostrukturen zusammen und konstruierte DNA-basierte Instrumente zur nanomechanischen Identifizierung und Charakterisierung von Peptiden und Proteinen. Er entwickelte außerdem eine neue biomolekulare Pull-Down-Methode namens „Selective Nascent Polymer Catch and Release“ (SNAPCAR), die die skalierbare Isolierung von DNA und DNA-markierten Zielmolekülen erlaubt.

2018 kam Elisha an die TU Dresden und an das Leibniz-Institut für Polymerforschung, um ein eigenständiges Forschungsprojekt an der Schnittstelle von Chemie, Nanotechnologie und Molekularbiologie zu leiten. Er verwendet DNA als Schlüsselkomponente bei der Konstruktion von rekonfigurierbaren, stimuli-responsiven Nanomaterialien und funktionsfähigen biomolekularen Geräten. Diese künstlichen Systeme werden zur Bewältigung aktueller Herausforderungen in der Molekularbiologie, Biophysik und Materialwissenschaft eingesetzt werden.

Dr. Stefan LAUBE


Forschungsprojekt:
Unsichtbare Expertisen und Technologien in der Formierung von Integrationspolitik

angesiedelt an der Philosophischen Fakultät
Betreuerin: Prof. Heike Greschke, Professur für Soziologischen Kulturenvergleich und qualitative Sozialforschung
E-Mail: stefan.laube@tu-dresden.de

Dr. Stefan Laube studierte Soziologie an der Karl-Franzens-Universität in Graz (Österreich). Von 2007 bis 2010 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Konstanzer Exzellenzcluster „Kulturelle Grundlagen von Integration“, von 2010 bis 2012 Stipendiat am Institut für Höhere Studien in Wien. Stefan Laube promovierte 2013 mit „summa cum laude“ an der Universität Konstanz. In seiner Dissertation untersucht er finanzökonomische Wissens- und Entscheidungsprozesse.

Im Anschluss an die Promotion war er als Postdoc an der Goethe-Universität Frankfurt am Main tätig. Im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogramms „Mediatisierte Welten“ absolvierte er eine neunmonatige Feldforschung hinter den Kulissen des Parlamentsbetriebs. Dabei standen die Frage nach der Einbindung von externen wie internen Beratern und Experten in den Politikbetrieb sowie die Konsequenzen dieser Einbindung für die Produktion und Vermittlung politischer Sachpositionen im Mittelpunkt seines Forschungsinteresses.

Im geplanten Antragsvorhaben, das an der TU Dresden realisiert werden soll, richtet sich dieses Erkenntnisinteresse auf die Formierung von Integrationspolitik. Das Projekt spezifiziert die Gestaltung von Integrationspolitik als soziale Praxis und zeigt Formen und Varianten „politischer Wissenszuarbeit“ (Laube 2018) auf. Es reflektiert u.a. die wechselseitigen Beziehungen von Sozialwissenschaften und Politik und beleuchtet damit eine zu wenig beachtete Facette der gesellschaftlichen Bedeutung der Sozialwissenschaften. Zum anderen thematisiert das Forschungsvorhaben die politische Praxis in einem Politikfeld, das derzeit wie kein anderes im Fokus des öffentlichen Interesses steht.

Dr. Hoang Khoa LY


Forschungsprojekt:
Kohärenter Ansatz zur Synthese, Heterogenisierung und In-situ-Untersuchung von molekularen Katalysatoren für die elektro- bzw. photokatalytische Reduktion von CO2

angesiedelt an der Fakultät Chemie/Lebensmittelchemie
Betreuerin: Prof. Inez Weidinger, Professur für Elektrochemie                                          E-Mail: hoang_khoa.ly@tu-dresden.de

Herr Dr. Hoang Khoa Ly studierte Chemie an der TU Berlin und promovierte dort im Oktober 2012 mit „summa cum Laude“ zum Thema „Application of Surface Enhanced Raman Spectroscopy to Biological Systems“. In seiner Dissertation untersuchte Dr. Ly mittels oberflächenverstärkter schwingungsspektroskopischer Methoden in Kombination mit Elektrochemie biologische Elektronen-Transfer-Prozesse an biomimetischen Grenzflächen. Im Rahmen eines anschließenden Postdoc-Aufenthaltes an der TU Berlin weitete er erfolgreich die Anwendung dieser Methoden auf die Erforschung von heterogenisierten molekularen Katalysatoren auf plasmonisch-aktiven Substraten aus.

Seit März 2016 arbeitet Dr. Ly als Marie Sklodowska-Curie Individual Fellow mit Prof. Dr. Erwin Reisner an der Universität Cambridge an der Aufklärung katalytischer Mechanismen von immobilisierten molekularen und heterogenen Katalysatoren für die Reduktion von CO2

Im Rahmen des OTPP-Programms beschäftigt sich Dr. Ly mit der Erforschung von Systemen, die eine effiziente elektro- bzw. photokatalytische Umwandlung von CO2 und N2 zu Rohstoffen für die chemische Industrie ermöglichen. Insbesondere entwickelt er dafür moderne (schwingungs-)spektroskopische Ansätze, die eine maßgeschneiderte in operando Untersuchung der Katalysatoren erlauben, um damit relevante katalytische Struktur-Funktions-Beziehungen abzuleiten.      

Dr. Veronika MAGDANZ
Veronika Magdanz © Thomas Thürpe Veronika Magdanz © Thomas Thürpe
Veronika Magdanz

© Thomas Thürpe


Forschungsprojekt:
Biohybride Sperma-beförderte Mikroschwimmer als Diagnosewerkzeuge

angesiedelt an der Fakultät Biologie
Betreuer: Prof. Klaus Reinhardt, OTT-Professur für Angewandte Zoologie                                                             E-Mail: veronika.magdanz@tu-dresden.de

Frau Dr. Veronika Magdanz studierte bis 2010 Biotechnologie an der TU Braunschweig und promovierte 2016 mit „summa cum laude“ am Institute for Integrative Nanosciences des Leibniz-Instituts für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden (IFW) zum Thema „Rolled up microtubes for the capture, guidance and release of single spermatozoa“.

Als Open Topic Postdoc an der Fakultät für Biologie, Angewandte Zoologie, plant sie Spermienmigration durch verschiedene, biologisch relevante Umgebungen zu untersuchen. Weiterhin möchte sie mithilfe von Mikrobiorobotern neue, diagnostische Methoden für die Untersuchung von Unfruchtbarkeit zu entwickeln.

► Presseinformation vom 13. Februar 2018:
Mikroroboter aus Sperma. Können Spermien-betriebene Mikroschwimmer als Diagnosewerkzeuge genutzt werden?

Dr. Bishawjit MALLICK
Dr. Bishawjit Mallick © Bianca Sander Dr. Bishawjit Mallick © Bianca Sander
Dr. Bishawjit Mallick

© Bianca Sander


Forschungsprojekt:
NON-MIGRABILITY - Non-Migration of People at Risks in the Context of Social and Economic Vulnerability

angesiedelt an der Fakultät Umweltwissenschaften
Betreuer: Prof. Jochen Schanze, Professur für Umweltentwicklung und Risikomanagement (gB/IÖR)
E-Mail: bishawjit.mallick@tu-dresden.de       

Herr Dr. Bishawjit Mallick studierte „Urban and Rural Planning“ an der Khulna Universität in Bangladesch und Regionalwissenschaften/Raumplanung an der Universität Karlsruhe. 2013 promovierte er am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) zum Thema „Der gesellschaftliche Umgang mit zunehmender Verwundbarkeit: Eine Analyse der sozialen Bedingungen für vulnerabilitätsorientierte räumliche Planungen in der Küstenzone von Bangladesch“. Darin identifiziert er die Manifestation der Patron-Klienten-Beziehung in der Gesellschaft als Folge der bevorstehenden Außenhilfe und deren Konsequenzen für Raumplanungsentscheidungen. Darüber hinaus untersucht er katastrophenbedingte Migration und ihre Folgen für die Gesellschaft.

An der TU Dresden beschäftigt er sich mit dem Thema „Non-Migration of People at Risks" im Kontext der Anpassung an den Klimawandel (Warum migrieren die Menschen nicht, und wie überleben sie in einer gefährdeten Umgebung?) Derzeit konzentriert sich seine Forschung auf qualitative und quantitative Migrationsstudien in Bangladesch.

Vor seinem Eintritt an der Professur für Umweltentwicklung und Risikomanagement der TU Dresden war er Gastwissenschaftler am International Migration Institute (IMI) der Universität Oxford. Er arbeitete als Gastwissenschaftler am Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung. Er war Dozent am Karlsruher Institut für Technologie (KIT; Institut für Regionalwissenschaften) und Forschungsbeauftragter der Vanderbilt University (USA).

Dr. Mohammad Shamim MIAH
Dr. Mohammad Shamim Miah © privat Dr. Mohammad Shamim Miah © privat
Dr. Mohammad Shamim Miah

© privat


Forschungsprojekt:
Uncertainty of Structures via Coupling with Smart Materials

angesiedelt an der Fakultät Bauingenieurwesen
Betreuer: Prof. Michael Kaliske, Institut für Statik und Dynamik der Tragwerke
E-Mail: mohammad_shamim.miah@tu-dresden.de

Dr. Mohammad Shamim Miah hat Bauingenieurwesen an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) studiert und promovierte 2015 mit seiner Dissertation "Semi-active Control for Magnetorheological Dampers via Coupling of System Identification Methods" zum Doktor der Wissenschaften (DSc). In seinem DSc schlug er eine Regelung (LQR-UKF) vor, die für die Schwingungsverringerung und -steuerung in Echtzeit eingesetzt werden kann (Miah, et al. 2015, Smart Materials and Structures). Dieser Ansatz bietet die Möglichkeit zur Modellaktualisierung (z. B. Zustand- und Systemparameter) in Echtzeit, wenn das Modell unsicher ist. Die vorgeschlagene Regelung wurde durch experimentelle Tests validiert (Miah, et al. 2015, Structural Control and Health Monitoring).

Dr. Miah wird seine Arbeit in der Forschungsprofillinie "Intelligente Materialien und Strukturen" an der TU Dresden fortsetzen. Er wird an weiteren Untersuchungen zur Verwendung und zum Einsatz intelligenter (z.B. piezoelektrischer, magnetostriktiver und ferrofluider) Materialien in Echtzeit arbeiten.

Vor seinem Eintritt in das Institut für Statik und Dynamik der Tragwerke (ISD) an der Fakultät Bauingenieurwesen der TU Dresden war er als Assistenzprofessor am Fachbereich Bauingenieurwesen der University of Asia Pacific in Dhaka (Bangladesch) tätig. Dr. Miah arbeitete als wissenschaftlicher Assistent (2011-2015) am Institut für Baustatik und  Konstruktion (IBK) am Fachbereich Bau, Umwelt und Geomatik (D-BAUG) der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) in der Schweiz. Er war auch als wissenschaftlicher Mitarbeiter (2009-2011) am Structural System Laboratory, Department of Civil and Environmental Engineering, an der Kunsan National University (KNU) in Kunsan in Südkorea beschäftigt. Außerdem arbeitete er als Design Engineer (2007-2009) bei Synthesis Architects in Dhaka in Bangladesch.

Dr. Luise Katharina MÜLLER
Dr. Katharina Luise Müller © Fabian Stelzer Dr. Katharina Luise Müller © Fabian Stelzer
Dr. Katharina Luise Müller

© Fabian Stelzer


Forschungsprojekt:
Die Bedingungen sozialer Kooperation: Menschenrechte, Vernunft und Reziprozität

angesiedelt an der Philosophischen Fakultät
Betreuerin: Prof. Sabine Müller-Mall, OTT-Professur für Rechts- und Verfassungstheorie
E-Mail: luise.k.mueller@tu-dresden.de

Frau Dr. Luise Katharina Müller studierte Politikwissenschaft und Politische Theorie in Berlin und London, und wurde 2016 mit einer Arbeit über die Legitimität internationaler Strafrechtsinstitutionen an der Freien Universität Berlin promoviert.

An der Philosophischen Fakultät der TU Dresden forscht sie zu den normativen Bedingungen sozialer Kooperation. Dabei interessiert sie vor allem der systematische Zusammenhang zwischen Grundrechten und der Fähigkeit zur Reziprozität sowie die Auswirkungen dieser Beziehung auf die Stabilität von gesellschaftlichen Kooperationssystemen.

Dr. Solvejg NITZKE
Dr. Solvejg Nitzke © Pia Kamps Dr. Solvejg Nitzke © Pia Kamps
Dr. Solvejg Nitzke

© Pia Kamps


Forschungsprojekt:
Prekäre Natur. Landschaft, Klima und Mensch in der Dorfgeschichte

angesiedelt an der Fakultät Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften
Betreuer: Prof. Lars Koch, OTT-Professur für Medienwissenschaft und Neuere Deutsche Literatur
E-Mail: solvejg.nitzke@tu-dresden.de

Frau Dr. Solvejg Nitzke studierte Germanistik und Komparatistik an der Ruhr-Universität Bochum und promovierte dort 2015 zum Thema „Die Produktion der Katastrophe. Das Tunguska-Ereignis und die Programme der Moderne.“ Danach arbeitete Sie als Postdoc im DFG-Projekt „Zeit des Klimas“ am Germanistischen Institut der Universität Wien.

Die realistische Literatur des 19. Jahrhunderts wird zu einer Plattform (proto-)ökologischen Denkens, lange bevor sich Ökologie als Wissenschaft und 'Bewegung' etabliert. Insbesondere Dorf- und Heimatgeschichten werden als ökologischer Kommentar einer historischen Transformation lesbar. Ökologisch deswegen, weil das Bedürfnis, eine natürliche Lebensform zum Ideal zu erheben, erst dann entsteht, wenn sie nicht mehr selbstverständlich ist. Im Dialog mit einer Vielzahl nicht-fiktionaler Texte, die im Publikationsumfeld der Erzählungen von der 'natürlichen Heimat' (Sebald) erscheinen – also bspw. in Journalen und Volkskalendern – werden die Bedingungen ökologischen Denkens überhaupt erst hergestellt. Das Forschungsprojekt stellt diesen Diskurs in den Mittelpunkt, um ihn in international und historisch vergleichen zu können und den Bedingungen heutiger Vorstellungen davon wie Mensch-Natur-Beziehungen sind und sein sollen auf die Spur zu kommen.

Dr. Sider PENKOV
Sider Penkov © MPI-CBG Sider Penkov © MPI-CBG
Sider Penkov

© MPI-CBG


Forschungsprojekt:
Role of Lipids in the Control of the Intracellular Cholesterol Trafficking and Inflammation

angesiedelt an der Medizinischen Fakultät
Betreuer: Dr. Ünal Coskun, DZD - Paul-Langerhans-Institut Dresden                       E-Mail:sider.penkov1@tu-dresden.de

Herr Dr. Sider Penkov studierte bis 2006 Molekulare Biologie und Biochemie an der Universität Sofia (Bulgarien). Er promovierte 2011 mit “summa cum laude” am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik Dresden zum Thema „Trehalose and Trehalose Lipids in Caenorhabditis elegans dauer larva“. Danach arbeitete er dort im Projekt „Control of the metabolism and the energy expenditure in the nematode worm C. elegans“. In diesem Projekt wurde aufgezeigt, wie der Stoffwechselzustand sowohl den Entwicklungsprozess als auch das langfristige Überleben bei Würmern bestimmt.

Im Rahmen des OTPP-Programms wird Dr. Penkov auf seine Expertise bezüglich Stoffwechsel und Biochemie kleiner Moleküle zurückgreifen, um die Mechanismen der metabolischen Umprogrammierung bei Immunreaktionen und Entzündungen zu untersuchen. Im Mittelpunkt des Projekts steht unter anderem die Frage, wie der Stoffwechsel und der intrazelluläre Transport von verschiedenen Lipiden – zum Beispiel Cholesterin und Endocannabinoide – das Verhalten des Immunsystems modulieren können.

Dr. Julia PRAGER
Dr. Julia Prager © Georg Simbeni Dr. Julia Prager © Georg Simbeni
Dr. Julia Prager

© Georg Simbeni


Forschungsprojekt:
Kritik in der Krise

angesiedelt an der Fakultät Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften
Betreuer: Prof. Lars Koch, OTT-Professur für Medienwissenschaft und Neuere Deutsche Literatur
E-Mail: julia.prager@tu-dresden.de

Frau Dr. Julia Prager studierte Vergleichende Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und Amerikanistik an der Universität Innsbruck. 2012 promovierte sie zum Thema „Frames of Critique – Literaturwissenschaftliche Handlungsfähigkeit nach Judith Butler.“

An der Fakultät Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften der TU Dresden beschäftigt sich Frau Dr. Prager mit dem Forschungsvorhaben „Kritik in der Krise“.
Dieses Projekt wirft Fragen nach kritischen Praktiken und ihren Akteuren in den gegenwärtig wirkmächtigen Krisenzusammenhängen auf (insbes. nach rhetorischen, performativen und medialen Praktiken im Kontext von Occupy-Bewegungen, Netzaktivismus, aber auch von PEGIDA, AfD, Wissenschaft sowie von neuen linken wie auch rechten Avantgarden).

Die medien- und kulturtheoretisch informierte Forschungsperspektive ermöglicht eine vergleichende Analyse der jeweiligen Szenographien bzw. Dramaturgien dieser sehr unterschiedlichen Formen von Protest bzw. Kritik. Auf diese Weise lassen sich die einzelnen Phänomene in ihrer Spezifität wie auch in ihrer Relationalität untersuchen und (wissens)politisch ausschöpfen.




Die Finanzierung des Zukunftskonzeptes der TU Dresden erfolgt aus Mitteln der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder.

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Letzte Änderung: 23.03.2018