Inhaltliche Schwerpunkte
Das Projekt orientiert sich an den zentralen Konzepten der Energiebildung, der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) sowie der MINT-Bildung und verbindet diese mit dem Lernen an außerschulischen Lernorten und dem Konzept der Problemorientierung.
Bildung für nachaltige Entwicklung (BNE)
Nachhaltigkeit gilt heute als globales Leitbild mit bedeutendem Einfluss auf Politik sowie Wirtschaft. Besondere Bedeutung kommt Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zu, da sie als wichtigste Maßnahme zur Förderung nachhaltiger Entwicklung gilt und die Grundlage für das vierte der 17 Sustainable Development Goals (SDGs) bildet: „Hochwertige Bildung“. Die SDGs sind Teil der von den Vereinten Nationen verabschiedeten globalen Nachhaltigkeitsagenda (Agenda 2030), die zentrale Handlungsfelder benennt, in denen nachhaltige Entwicklungen gefördert werden müssen. Eine qualitativ hochwertige Bildung stellt dabei eine wesentliche Voraussetzung für das Erreichen dieser Ziele dar. BNE verfolgt das Ziel Menschen zu zukunftsorientiertem und verantwortungsbewusstem Denken und Handeln zu befähigen, damit sie die Auswirkungen ihres Handelns auf die Welt reflektieren und darauf aufbauend nachhaltige Entscheidungen treffen können. Die dafür entwickelten Bildungsangebote sollen ein Bewusstsein für nachhaltigkeitsrelevante Probleme schaffen. Doch BNE über die reine Wissensvermittlung hinaus. Lernende sollen kommunikative, soziale und methodische Fähigkeiten sowie ein vorausschauendes, vernetztes Denken in den Bereichen Ökonomie und Soziales entwickeln. Darüber hinaus sollen Kompetenzen erworben werden, die dazu befähigen, Wissen über nachhaltige Entwicklung praktisch umzusetzen, um ein interdisziplinäres Handeln und Partizipation an gesellschaftlichen Entscheidungs-prozessen zu ermöglichen.
In einer Zeit des Klimawandels, der Globalisierung und zunehmender Konflikte um Ressourcen wird die Auseinandersetzung mit der weltweiten, nachhaltigen Energieversorgung und alternativen Energiesystemen zunehmend dringender, denn Energie trägt globale Relevanz als Rückgrat jeder Gesellschaft. Im Zusammenhang mit der Bwältigung dieser Herausforderungen kommt Energiebildung eine zentrale Rolle zu.
Energiebildung zeigt große Überschneidungen zur Bildung für nachhaltige Entwicklung, denn sie soll junge Menschen dazu befähigen, aktuelle und zukünftige Themen der Energiewende auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse zu verstehen, Handlungsmöglichkeiten zu erkennen und reflektiert Entscheidungen zu treffen. Energiebildung umfasst naturwissenschaftlich-technisches Fachwissen über Energie, Energiewende oder deren Notwendigkeit und sensibilisiert für Einflüsse von Energieproduktion auf Umwelt, Energie im Alltag, Energie und soziale Gerechtigkeit. Ergänzt werden soll dieses Wissen durch die Auseinandersetzung mit Werten, Einstellungen und Verhaltensweisen.
Eine auf energy literacy ausgerichtete holistische Energiebildung
- betrachtet Energiethemen interdisziplinär und mehrperspektivisch
- berücksichtigt technische, soziale, wirtschaftliche, politische, ökologische, geographische Gesichtspunkte
- verknüpft inter- und transdisziplinäres Wissen zur Selbstreflexion
MINT-Bildung
Das Akronym MINT umfasst die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Durch MINT-Bildung soll zukunftsorientiertes Wissen für natur-wissenschaftliche und technologische Zusammenhänge vermittelt und dadurch die gesellschaftliche Anpassungsfähigkeit gestärkt werden. MINT-Kompetenzen gelten als Schlüssel zur Zukunft, denn sie sind unverzichtbar für innovative Entwicklungen und bilden die Grundlage, um gesellschaftliche Herausforderungen im Sinne von Nachhaltigkeit und Lebensqualität zu meistern. Deshalb wird darauf abgezielt, junge Menschen für naturwissenschaftliche und technologische Zusammenhänge zu begeistern und zu qualifizieren. Gerade außerschulischen Bildungsangeboten kommt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle zu: Sie ermöglichen Kinder und Jugendlichen eine spielerische, lebens- und praxisnahe sowie handlungsorientierte Heranführung an die Vielfalt von MINT-Themen.
Verwendete Literatur
Bundesministerium für Bildung, Forschung, Senioren, Frauen und Jugend (2026): Außerschulische Bildung. MINT-Bildung, [online] https://www.bmbfsfj.bund.de/bmbfsfj/themen/bildung/ausserschulische-bildung/mint-bildung-275352 [zuletzt aufgerufen am 19.06.2026].
Bundesministerium für Bildung, Forschung, Senioren, Frauen und Jugend (2026): Was ist BNE?, [online] https://www.bne-portal.de/bne/de/einstieg/was-ist-bne/was-ist-bne_node.html [zuletzt aufgerufen am 19.06.2026].
Gropengießer, Harald/Ute Harms (Hrsg.) (2023): Fachdidaktik Biologie, 1.
Auflage, Hannover: Aulis Verlag.
Hermanussen, Carla, Raschke, Nicole Wey, Lisa (2024): Holistische Energiebildung zur Förderung von energy literacy – Eine Literaturstudie zu theoretisch-konzeptuellen, empirischen sowie unterrichtspraktischen Ansätzen, [online] DOI: 10.60511/52462 [zuletzt aufgerufen am 19.06.2026].
Kropp, Ariane (2019): Grundlagen der Nachhaltigen Entwicklung.
Handlungsmöglichkeiten und Strategien [online] https://doi.org/10.1007/978-3-
658-23072-2 [zuletzt aufgerufen am 19.11.2024].
Vierhaus, M./Lohaus, A. (2018): Entwicklungspsychologische Voraussetzungen. In: Sommer, K./Wambach-Laicher, J/Pfeifer, Peter (Hrsg.): Konkrete Fachdidaktik Chemie. Grundlagen für das Lernen und Lehren im Chemieunterricht. Seelze: Aulis Verlag, S.175-186.