11.09.2026
Kollegiat:innen des Boysen-TUD-Graduiertenkollegs auf der 19. IAEE European Conference in München
J. Baumgarten (2. v.l.) und S. Jacobs (3. v.l.) sowie weitere Wiss. Mitarbeiter:innen von Prof. Möst
Vom 6. bis 10. September 2026 fand die 19. Konferenz der International Association for Energy Economics (IAEE) in München statt – ausgerichtet auf dem Campus der Technischen Universität. Unter dem Leitthema „Energy Security, Sustainability & Affordability – Rebalancing the Trilemma“ brachte die internationale Tagung führende Köpfe der Energiewirtschaft zusammen, um eine der drängendsten Fragen unserer Zeit zu erörtern: Wie lassen sich Versorgungssicherheit, Nachhaltigkeit und Bezahlbarkeit im Energiesystem neu austarieren?
Angesichts wachsender Komplexität und des Transformationsdrucks globaler Energiesysteme bot die Konferenz eine zeitgemäße Plattform für kritische Reflexion, interdisziplinären Dialog und zukunftsweisende Lösungsansätze. Im Fokus stand die Frage, wie regulatorische und marktbasierte Ansätze zu einer resilienten, gerechten und klimafreundlichen Energiezukunft beitragen können.
Mit dabei waren zwei Kollegiat:innen des Boysen-TU-Dresden-Graduiertenkollegs: Jakob Baumgarten präsentierte seine Forschung in einem Vortrag mit dem Titel „GIS-Based Multi-Criteria Assessment of PV-Driven Green Hydrogen Sites in the MENA Region“. Darin stellte er einen GIS-gestützten, multikriteriellen Ansatz zur Bewertung geeigneter Standorte für die Produktion von grünem Wasserstoff auf Basis von Photovoltaik in der MENA-Region vor. Ziel ist es, aus einer Vielzahl möglicher Standorte diejenigen zu identifizieren, die unter Berücksichtigung technischer, ökonomischer und institutioneller Randbedingungen das größte Potenzial für eine wettbewerbsfähige PV-basierte Wasserstofferzeugung bieten. Nach dem Ausschluss von insgesamt 27% nicht verfügbarer Landfläche wurden räumliche und wasserbezogene Kriterien mit ökonomischen Faktoren (LCOH) sowie mit Investitionsrisikoindizes auf Makro- und Mikroebene kombiniert, normalisiert und ausgewertet. Sensitivitätsszenarien ergänzen das Basisszenario, um die Robustheit der Ergebnisse bei unterschiedlichen Prioritäten von Interessengruppen zu testen. Die Gewichtung der einzelnen Kriterien erfolgte auf Grundlage des Analytic Hierarchy Process (AHP). Die Ergebnisse wurden mittels bestehender und geplanter PV-Projekte aus dem Global Solar Power Tracker validiert. Der Beitrag stieß auf reges Interesse im Fachpublikum.
Sophie Jacobs war ebenfalls an der inhaltlichen Erarbeitung des Vortrags „Electricity Prices under Alternative System Flexibility Scenarios: A Case Study of Small-Scale Biogas Plant Profitability in Germany“ beteiligt. Der Beitrag befasst sich mit der Modellierung zukünftiger Strommärkte. Auf Basis von fünf Szenarien – die unterschiedliche Annahmen über die Elektrifizierung einzelner Sektoren bzw. deren Nutzung von Wasserstoff treffen – wurden die resultierenden Strompreisverläufe abgeleitet und anschließend auf drei Anwendungsfälle von Biogasanlagen übertragen. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage nach der zukünftigen Wirtschaftlichkeit flexibler Biogas-Stromerzeugung in Deutschland unter veränderten Systembedingungen. Die Konferenz bot ein umfangreiches Programm aus Keynotes, Panels sowie Plenar- und Vortragssessions, in denen Professor:innen, Praktiker:innen aus Unternehmen sowie internationale Fachleute ihre Perspektiven einbrachten.
Neben den Sessions boten auch die Pausen wertvolle Möglichkeiten für einen professionellen und wissenschaftlichen Austausch sowie für die internationale Vernetzung über die Grenzen von Wissenschaft, Industrie und Politik hinweg. Auch das Abendprogramm kam nicht zu kurz: Beim Gala-Dinner erhielten die Teilnehmenden einen stimmungsvollen Einblick in die bayerische Kultur und ließen einen intensiven Konferenztag in geselliger Atmosphäre ausklingen.