16.10.2026
Bioökonomie im Wandel: Erkenntnisse von der ersten Bioökonomie-Konferenz in Passau
Die Suche nach tragfähigen Alternativen zu einer von fossilen Brennstoffen abhängigen Wirtschaft und das Ziel, die Energieversorgungssicherheit zu stärken, rücken die biobasierte Wirtschaft zunehmend in den Fokus einer nachhaltigen sozioökonomischen Entwicklung. Vor diesem Hintergrund veranstaltete die Fakultät für Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik der Universität Passau vom 28. bis 30. September 2026 ihre erste Bioökonomie-Konferenz. Die Konferenz brachte Forschende und Fachleute aus 18 Ländern zusammen. Auch Boysen-TUD-GRK Kollegiat Varun Gurugubelli, der in Cluster F das Teilprojekt zum unternehmerischen Impact auf Nachhaltigkeit in der Wasserstoffwirtschaft bearbeitet, war mit einer Präsentation auf der Konferenz vertreten.
An drei Tagen diskutierten die Teilnehmer:innen ein breites Spektrum aktueller Themen. Die Sitzungsreihen befassten sich mit biobasierten Geschäftsmodellen, Marktinnovationen, räumlicher Optimierung der Landnutzung, Makroperspektiven auf nachhaltige Übergänge sowie den verhaltensbezogenen Dimensionen, die die Einführung der Bioökonomie beeinflussen. Angesichts des stark praxisorientierten Charakters des Fachgebiets wurde der Dynamik zwischen den Interessengruppen besondere Aufmerksamkeit gewidmet, wobei lokale und internationale Interessen, Vorteile und systemischer Widerstand von Deutschland bis zum Globalen Süden untersucht wurden. Ergänzend zu diesen Sitzungen lieferten tägliche Grundsatzreden kritische Perspektiven zur politischen Entwicklung, zum Wettbewerb um Landnutzung mit der Forstwirtschaft und zum Wandel regionaler Innovationsökosysteme. Ein zentraler Höhepunkt der Veranstaltung war eine generationsübergreifende Podiumsdiskussion mit Schlüsselpersonen aus dem Bayerischen Wirtschaftsministerium, dem Bayerischen Bioökonomie-Expertenrat, dem Gründer des Start-ups Rottal Hanf und einem Mitglied der EU-Bioökonomie-Jugendbotschafter.
Varun Gurugubelli bei seinem Vortrag in Passau.
Die Konferenz bot ein ideales Forum, um laufende Forschungsarbeiten vorzustellen und gezieltes Feedback von Expert:innen einzuholen. GRK-Kollegiat Varun Gurugubelli hatte die Gelegenheit, seine konzeptionelle Einzelarbeit zu einem neuen biozentrischen Kreislaufwirtschaftsmodell vorzustellen, das als Leitfaden für nachhaltige Übergänge dienen soll. Die Diskussion mit einem auf Bioökonomie spezialisierten Fachpublikum lieferte wertvolle Impulse zur Weiterentwicklung des Rahmenkonzepts und half dabei, offene Fragen und mögliche Forschungslücken in der bestehenden Literatur zu identifizieren. Über die offiziellen Sitzungen hinaus bot die Universität Passau ein außergewöhnliches Umfeld für den wissenschaftlichen Austausch. Die Konferenz bot Raum für wissenschaftliche Diskussionen und internationale Vernetzung und gab damit wichtige Impulse für die weitere Forschung zur Bioökonomie.