24.07.2026
Kollegiatinnen präsentieren ihre Forschung auf der IFORS 2026 in Wien
Vom 12. bis 17. Juli 2026 fand in Wien (Österreich) die 24. Konferenz der International Federation of Operational Research Societies (IFORS) statt. Unter dem Motto „Decision Support for a Sustainable World“ brachte die Konferenz Forschende und Praktiker aus der internationalen Operations-Research-Gemeinschaft zusammen, um aktuelle Forschungsergebnisse auszutauschen und zu diskutieren, wie quantitative Methoden zur Bewältigung komplexer wirtschaftlicher, industrieller und gesellschaftlicher Herausforderungen beitragen können.
Mit Julia Erdmann (Projekt H1) und Shiyu Guo (Projekt H2) waren auch zwei Kollegiatinnen des Boysen-TU Dresden-Graduiertenkollegs vertreten. Sie präsentierten ihre aktuellen Forschungsarbeiten zur Planung und zum Betrieb nachhaltiger Wasserstoffsysteme.
Das Konferenzprogramm umfasste Plenarvorträge, Keynotes, Tutorials sowie zahlreiche Forschungspräsentationen, die ein breites Spektrum an Themen des Operations Research abdeckten – darunter mathematische Optimierung, Spieltheorie, Künstliche Intelligenz sowie nachhaltige Energie- und Wasserstoffsysteme.
Julia Erdmann präsentierte ihre Forschungsarbeit mit dem Titel „A Multi-Stage Stochastic Model for a European Hydrogen Infrastructure: Balancing Cost and Risk“. Ihre Arbeit befasst sich mit Unsicherheiten hinsichtlich der langfristigen Entwicklung der Wasserstoffnachfrage und der Technologiekosten, die derzeit zu den größten Herausforderungen für die Planung einer europäischen Wasserstoffinfrastruktur zählen. Durch die Einbeziehung finanzieller Risikokennzahlen identifiziert ihr Optimierungsmodell robuste, risikoaverse Investitionspfade, die eine Absicherung gegen Worst-Case-Szenarien ermöglichen.
Shiyu Guo stellte ihre Forschungsarbeit „Game-Theoretic Bilevel Optimization of Investment and Operations for Green Hydrogen Supply Chains with Salt Cavern Storage“ vor. Sie untersucht, wie Investitions- und Betriebsentscheidungen zwischen einem Wasserstoffproduzenten und einem Betreiber von Salzkavernenspeichern innerhalb einer dezentralen Lieferkette für grünen Wasserstoff aufeinander abgestimmt werden können. Anhand einer einjährigen Fallstudie zeigen die Ergebnisse, dass die Wasserstoffproduktion dazu beitragen kann, überschüssigen Strom aus erneuerbaren Energien aufzunehmen und Einspeisebeschränkungen zu reduzieren. Gleichzeitig bieten Salzkavernenspeicher saisonale Flexibilität, indem sie die Verfügbarkeit von Wasserstoff zeitlich verlagern.
Die Teilnahme an der IFORS 2026 bot Julia Erdmann und Shiyu Guo die Möglichkeit, ihre Forschung einem internationalen Fachpublikum vorzustellen, wertvolles Feedback zu ihren Modellierungsansätzen zu erhalten und sich mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus aller Welt auszutauschen. Gleichzeitig gewannen sie neue Einblicke in aktuelle methodische Entwicklungen des Operations Research und deren Anwendung auf nachhaltige Wasserstoffsysteme.