Lehrveranstaltungen
Propädeutikum im Sommersemester 2025
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PO Bauaufnahme im Architekturwissenschaftlichen Propädeutikum
(Prof. Dr. habil. Sonja Hnilica, Joel Rodriguez Richardson M.Sc., Dr. Hartmut Olbrich )
K1500-AD140Blockveranstaltung (zwei Wochen) im Zeitraum 25.08 bis 19.09.2025
Aufgrund der großen Zahl an Studierenden werden zwei Gruppen zu unterschiedlichen Terminen gebildet.Da der Anteil des Bauens im Bestand am gesamten Bauvolumen stetig steigt, werden Kenntnisse für den Umgang mit der bestehenden Bausubstanz immer wichtiger. Das Dokumentieren und Analysieren existierender Bauwerke gehört daher zu den Grundlagen der Architekturausbildung.
Die Lehrveranstaltung führt in die Methoden und Ziele der Bauaufnahme ein. Im Rahmen der Praxiswochen wird ein handwerklich gefügtes historisches Bauwerk durch Messen, Beobachten und zeichnerisches Darstellen dokumentiert. Archivalische Quellen und Fotos ergänzen die Dokumentation. Grundlage für die Erfassung bildet ein klassisches Handaufmaß eines historischen Bauwerks durch genaues Hinsehen und händisches Maßnehmen. Damit verbunden ist eine Schulung im Konstruieren und Entwerfen, weil der Entwurfsprozess bei einer Bauaufnahme quasi rückwärts nachvollzogen wird. Vom fertigen Zustand ausgehend wird über genaue Beobachtung, Messung und Zeichnung das konstruktive und räumliche Gefüge erfasst.
Die Übung findet am Objekt statt, d.h. wir arbeiten an und in einem historischen Gebäude. Der Ort ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Dresden aus erreichbar.
Alles Weitere wird in der Einführungsveranstaltung bekannt gegeben. Bitte sehen Sie von Nachfragen per Mail ab!
Lehrveranstaltungsangebot im Wintersemester 2025/26:
Vorlesungen
- Geschichte des westlichen Bauens vor 1800 - 1. Semester Architektur
(Prof. Dr. habil. Sonja Hnilica)K1501-AD150
Start: 16.10.2025 I 14.50 Uhr I HSZ/04/H
donnerstags 5.DS, 14.50 - 16.20 Uhr, HSZ/04/H
- Geschichte des westlichen Bauens nach 1800 - 3. Semester Architektur
(Prof. Dr. habil. Sonja Hnilica)K1501-AD370
Start: Mittwoch, 15.10.2025 I 16.40 Uhr I HSZ/04/H
mittwochs 6.DS, 16.40 - 18.10 Uhr, HSZ/04/H
Die viersemestrige Vorlesung zur Geschichte des Bauens gibt einen Überblick über Architektur- und Stadtbaugeschichte von der Antike bis in die Gegenwart. Behandelt werden Beispiele aus allen Epochen, vom antiken Tempelbau bis zur modernen Großwohnsiedlung. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Bauen der westlichen Welt. Die Vorlesung wir von Studierenden der Architektur, der Landschaftsarchitektur und der Kunstgeschichte (Architekturwissenschaft) gemeinsam gehört.
Wissenschaftliches Arbeiten
- Einführungswoche Wissenschaftliche Arbeit
(Prof. Dr. habil. Sonja Hnilica, Dipl.-Ing. Kerstin Zaschke)
K1500-AD610
Start: Dienstag, 07.10.2025 l 09.20 Uhr l Raum
In der Intensivwoche finden die Treffen vom 07. bis 10.10.2025 täglich statt. Ein detaillierter Zeitplan wird zeitnah auf SELMA geladen bzw. am 07.10.2025 ausgegeben.
Die Belege der Einführungswoche sind Voraussetzung für die Bearbeitung des Moduls: WissArbeit. -
WissArbeit:
Fortschritt durch Bildung: Schulbau in Sachsen im 19. Jahrhundert
(Prof. Dr. habil. Sonja Hnilica, Dipl.-Ing. Kerstin Zaschke)
K1500-AD610
Start: Donnerstag, 16.10.2025 / 09.20 Uhr / BZW B 5052 Blocktermine zur Einführung: 23.10. und 30.10.2025
3 Blocktermine für Präsentationen: 13.11., 18.12.2025 und 05.02.2026
Konsultationen nach Vereinbarung
Leistungen:Die Modulprüfung besteht aus einer schriftlichen Seminararbeit, 3 Präsentationen und Teilnahme an den Diskussionen. Leistungsumfang: 300 Stunden.
Der britische Architekt Edward R. Robson lobte in seinem vielgelesenen Buch „School Architecture“ 1874 die Deutschen als Vorreiter im Bildungswesen. Robsons besondere Bewunderung galt den preußischen „Schulkasernen“ (er meinte das als Lob!), doch auch die traditionsreiche Bildungslandschaft Sachsens beeindruckte ihn.Im Zuge der Industrialisierung und der Herausbildung der Nationalstaaten bauten die Nationen Europas ein staatliches Schulwesen auf. Das führte im 19. Jahrhundert zu einer beachtlichen Gründungs- und Bautätigkeit. Binnen weniger Jahrzehnte wurde von der öffentlichen Hand eine umfassende, mehrstufige Bildungsinfrastruktur aufgebaut. Die repräsentativen, historistische Fassaden der neuen Bauten täuschen über das moderne Innere hinweg, das rational geplant und technisch optimiert war. Dank der langlebigen Konstruktion in massiver Ziegelbauweise werden viele Bauten bis heute für schulische Zwecke genutzt.
Wir nähern uns dem Phänomen anhand ausgewählter Fallstudien. Das Königreich Sachsen führte 1835 die allgemeine achtjährige Schulpflicht ein, und errichtete zu diesem Zweck bis 1900 über 2.000 öffentliche Volksschulen für die rasant wachsenden Bevölkerung. Hinzu kamen zahlreiche Gymnasien, Realgymnasien, Höhere Mädchenschulen sowie Lehrerbildungsanstalten. Nicht zuletzt wurde in neue Hochschulen investiert, etwa die Forstakademie in Tharand (1811) und das Königliche Polytechnikum zu Dresden (1875). In einer Kombination aus Begehungen, Literaturrecherchen und Archivarbeit wollen wir das Erbe des sächsischen Bildungsfortschritts aus dem 19. Jahrhundert erforschen und dokumentieren. Dies gibt uns Gelegenheit, damalige und gegenwärtige Ansprüche an Lernräume zu diskutieren.
Seminare zur Geschichte und Theorie
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Von der Werkhalle zum IT-Campus – Gebaute Arbeitswelten im 20. und 21.
Jahrhundert.
(Dipl.-Ing. Tina Kresse, Joel Rodriguez Richardson M.Sc.)
Start: Dienstag, 14.10.2025 I 13.00 Uhr I BZW B505
dienstags 4. DS, 13.00 - 14.30 Uhr, BZW B505Seit Beginn des 20. Jahrhunderts haben sich Arbeitswelten in immer schnellerem
Tempo gewandelt – technologisch, organisatorisch und kulturell. Der technische
Fortschritt, insbesondere in der industriellen Produktion, ermöglichte den Übergang von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft. Wirtschaftlicher Aufschwung und
steigender Wohlstand in breiten Bevölkerungsschichten veränderten nicht nur die
Produktionsweisen, sondern auch die Anforderungen an Architektur und Städtebau im
gewerblichen Kontext.
Einige der markantesten Bauwerke des 20. Jahrhunderts sind Geschäftsbauten, die in
ihrer Gestaltung auf zeitgenössische Trends, stilistische und technologische
Innovationen abbilden. Unterschiedliche Wirtschaftssysteme und politische Ideologien
führten dabei zu vielfältigen, teils kontrastierenden Antworten auf vergleichbare
Herausforderungen. Architektinnen und Architekten standen dabei vor der Aufgabe,
neue Arbeitswelten funktional, effizient und NutzerInnen-freundlich zu gestalten und
dabei zugleich den Werten unterschiedlichster Unternehmen und Organisationen
baulichen Ausdruck zu verleihen.
Auch Dresden verfügte stets über hochspezialisierte Produktionsstätten und
Unternehmenssitze, die den jeweiligen Zeitgeist in Architektur und Städtebau
widerspiegeln. In diesem Seminar wollen wir anhand ausgewählter Beispiele aus
verschiedenen Epochen und geografischen Kontexten untersuchen, wie sich gebaute
Arbeitswelten entwickelt haben. In der Diskussion markanter Fallstudien und
zeitgenössischer Theoriediskurse wollen wir zentrale Entwicklungslinien
nachvollziehen, die von den Stätten der industriellen Produktion über solche der
Dienstleistungsgesellschaft bis zu aktuellen Trends und Visionen gebauter
Arbeitswelten im 21. Jahrhundert reichen. Dabei betrachten wir technische und
künstlerische Aspekte der Architekturen ebenso wie städtebauliche Einbindung,
ideologische Botschaften, Marketingstrategien und die Organisation der Arbeitsplätze
selbst – vom Einzel- bis zu Großraumbüro, von der Fabrikhalle bis zum
Dienstleistungszentrum.
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Kloster, Schloss und Bürgerhaus – Wohnformen im Wandel der Zeiten
(Dipl.-Ing. Kerstin Zaschke)
Start: Montag, 20.10.2025 I 13.00 Uhr I BZW B505
montags 4.DS, 13.00 - 14.30 Uhr, BZW B505
Wohnen ist eines der Grundbedürfnisse der Menschen. Art und Weise des Wohnens sind von der jeweiligen Zeit, der Lage, den Materialien sowie der Position in der Gesellschaft und in der Gemeinschaft abhängig.
Doch wie wohnten die Menschen zu verschiedenen Zeiten? Wie wohnte man in einer römischen Villa, wie in einem Kloster, einer Burg, einem Schloss? Wie in einem Mietshaus der römischen Antike, des Mittelalters, der Renaissance? Wie in einem Palast, wie in Kleinstwohnungen?
Wie groß waren die Wohnstätten, wie waren sie ausgestattet? Wie kochte man? Wie war es um die Hygiene bestellt? Die Grundrisse, Ansichten oder auch die Gestaltung der Innenräume sind vielfach dokumentiert und bekannt. Aber was sagen diese über die jeweilige Nutzung aus? Wie benutzte man diese Wohnstätten, wie lebte man in ihnen? Wie lebten, Männer, Frauen und Kinder, wie Dienstboten? Wie lebten im Mittelalter Mönche und Nonnen in Klöstern? Wie lebte man auf einer Burg, wie in einem städtischen Haus oder barocken Schloss? Wer gehörte alles zum Haushalt? Wie gestaltete sich ein typischer Tagesablauf?
Aufbauend auf den Grundlagenvorlesungen der Baugeschichte werden verschiedene Wohnformen über 2000 Jahre schlaglichtartig untersucht, wofür unterschiedliche Quellengattungen wie Biografien, Briefe, Malerei oder für die neuere Zeit auch Filme herangezogen werden. Die Freude am Lesen ist hier sehr hilfreich. -
Auf dem Weg zur Moderne – Architekturtendenzen im 18. und frühen 19. Jh.
(PD Dr. Mathias Haenchen)
Start: Montag, 20.10.2025 I 16.40 Uhr I BZW B505
montags 6.DS, 16.40 - 18.10 Uhr, BZW B505
Mehr als ein Jahrhundert nach Beginn der Rückbesinnung auf Architektur der römischen Antike löste sich im 16. Jahrhundert die mit dieser „Renaissance“ einhergehende strenge Regelhaftigkeit architektonischer Ordnung zunehmend auf. Insbesondere Michelangelo war hier Vorreiter für jene Periode der europäischen Architekturgeschichte, die unter dem Begriff des „Barock“ subsummiert wird. Architektonische Regeln traten im 18. Jahrhundert immer mehr zurück und gaben Raum für unterschiedlichste Aspekte der Architektur. Insbesondere Aspekte des architektonischen Ausdrucks traten in den Vordergrund: Die Geschichtlichkeit der Römischen Architektur, deutlich sichtbar in ihrem Verfall, aber auch ihre Einbettung in eine heterogene gebaute oder natürliche Umgebung und schließlich das „Arrangement“ von Versatzstücken antiker Trümmer zu neuen Architektur-Kreationen ist beispielhaft auf den Stichen Giovanni Battista Piranesi’s zu beobachten. Am Ende des Jahrhunderts jedoch formierten sich erste Versuche, den architektonischen Entwurf als solchen neu zu ordnen – vor allem das Rastersystem J.N.L. Durand’s ist hier zu nennen. Gleichzeitig setzte die wissenschaftliche Erforschung von Bauwerken des Mittelalters und der Antike ein, die auch das zeitgenössische Entwerfen von Architektur beeinflusste.