22.09.2026
Das IBK auf der BauSIM 2026 in Zürich
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Das Institut für Bauklimatik der TU Dresden war mit drei Vorträgen vertreten. Sie reichen vom einzelnen Bauteil über das Gebäude bis zum Quartier.
Aktive Fassade: Sanieren, ohne in den Wohnraum einzugreifen
Simulation und labortechnische Validierung einer thermisch aktivierten Außenfassade (AktivDHKS)
Dirk Weiß, Katja Tribulowski – Vortrag: Dirk Weiß
Dirk Weiß stellt die konstruktiven Varianten des AktivDHKS vor
Im Projekt AktivDHKS werden Kapillarrohrmatten außen auf die Bestandswand gelegt und mit sehr niedrigen Vorlauftemperaturen von rund 20 °C betrieben. Die Matten gleichen die Wärmeverluste der Wand aus, die vorhandenen Heizkörper bleiben erhalten. Der Vortrag zeigte eine vollständig rückbaubare Variante, bei der die Matte nicht eingeputzt, sondern nur mechanisch befestigt ist. Die Messungen am Forschungsprüfstand der TU Dresden stimmen sehr gut mit den Simulationen in DELPHIN überein: Die Temperaturen in der Wand weichen im Mittel um weniger als 0,5 K ab.
Heizlast dynamisch statt pauschal
Methoden zur Lastgangermittlung auf Gebäudeebene – Ansätze der WTA-Arbeitsgruppe 12-1
Katja Tribulowski, Dirk Weiß, Justus Medgenburg, Sophie Ahnert, Volkmar Frotscher – Vortrag: Katja Tribulowski
Katja Tribulowski zeigt die Ergebnisse für das Bestandsquartier Dresden-Pillnitz
Wärmepumpen und andere regenerative Wärmeerzeuger werden meist nach der Norm-Heizlast ausgelegt. Die Norm betrachtet aber nur einen statischen Extremfall und führt zu überdimensionierten Anlagen. Die WTA-Arbeitsgruppe 12-1 entwickelt deshalb ein einheitliches Verfahren für die dynamische Heizlastberechnung mit stündlichem Klima, inneren Lasten und Lüftung. Am Beispiel des Quartiers Dresden-Pillnitz liegt die dynamische Heizlast rund 12 % unter der Norm-Heizlast. Wird die Wiederaufheizleistung der Norm einbezogen, beträgt die Überdimensionierung bis zu 57,7 %.
Das Quartier als Gesamtsystem
FMI-basierte Co-Simulation gekoppelter Multi-Quellen-Wärmenetze – Methodik und Anwendung auf ein Konversionsquartier
Stephan Hirth – Vortrag: Dirk Weiß
Ein reales Konversionsquartier wird aus drei Wärmequellen versorgt: Erdwärmekollektoren, Erdwärmesonden und einem Abwasserwärmetauscher. Um dieses System zu bewerten, koppelt das Modell 39 Teilmodelle für Gebäude, Erdreich, Hydraulik und Abwasserwärme über das quelloffene Werkzeug MasterSim. Eine Simulation über fünf Jahre zeigt, wie sich die Quellen die Arbeit teilen. Die Wärmepumpe erreicht eine Jahresarbeitszahl von rund 4,4, und das Sondenfeld kühlt nur sehr langsam aus.
Austausch und Ausblick
Ausklang an der Limmat
Die Tagung bot viel Gelegenheit zum fachlichen Austausch, besonders zur dynamischen Heizlastberechnung und zu unseren Simulationswerkzeugen DELPHIN, VICUS und MasterSim. Am Ende ihres Vortrags rief Katja Tribulowski zur Mitarbeit im WTA-Referat 12 „Klimaschutz, Energie und Simulation“ auf, und mehrere Teilnehmende aus Deutschland und der Schweiz haben bereits Interesse bekundet.
Wir danken der ZHAW und der IBPSA-DACH für die sehr gute Organisation und freuen uns auf die nächste BauSIM.