Gewaltprävention durch Architektur – Untersuchung baulich-technischer Risikofaktoren und Präventionsmaßnahmen
Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz stellen insbesondere in personenbezogenen Dienstleistungen eine zunehmende Herausforderung dar. Beschäftigte in Notaufnahmen, psychiatrischen Einrichtungen oder kommunalen Dienstleistungsstellen sind häufig mit aggressivem Verhalten, Bedrohungen oder Übergriffen konfrontiert. Neben organisatorischen und personenbezogenen Maßnahmen gewinnen deshalb auch baulich-technische Strategien zur Gewaltprävention zunehmend an Bedeutung.
Im Rahmen eines Forschungsprojekts der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) untersucht die Professur für Sozial- und Gesundheitsbauten der Technischen Universität Dresden, welchen Einfluss die gebaute Umwelt auf das Entstehen, die Vermeidung und die Deeskalation von Gewalt- und Konfliktsituationen hat.
Im Mittelpunkt stehen drei Bereiche personenbezogener Dienstleistungen:
- Zentrale Notaufnahmen in Krankenhäusern
- Psychiatrische Einrichtungen
- Kommunale Dienstleistungsstellen mit direktem Publikumsverkehr
Ausgangspunkt der Forschung ist die Erkenntnis, dass die Gestaltung der gebauten Umwelt das Verhalten von Menschen beeinflusst. Aufbauend auf internationalen Konzepten wie Crime Prevention Through Environmental Design (CPTED) wird untersucht, wie räumliche Gestaltung Aggressionspotenziale reduzieren und deeskalierend wirken kann. Dabei stehen nicht ausschließlich klassische Sicherheitsmaßnahmen im Fokus, sondern ebenso Orientierung, Übersichtlichkeit, Stressreduktion und gesundheitsfördernde Raumqualitäten.
Ziel des Projekts ist es, den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand zu baulich-technischen Risikofaktoren und Präventionsmaßnahmen systematisch aufzuarbeiten, diesen durch Vor-Ort-Analysen und Expert:inneninterviews zu erweitern und daraus wissenschaftlich fundierte Planungsempfehlungen für Neu-, Um- und Bestandsbauten abzuleiten.
Die Ergebnisse richten sich sowohl an mit der Planung (u. a. Architekt:innen, Krankenhausbetriebsplaner:innen) als auch an mit dem Betrieb befasste Personen (u. a. Sicherheitsbeauftragte, Fachkräfte für Arbeitssicherheit sowie ärztliche, pflegerische und weitere Führungskräfte). Ziel ist es, evidenzbasierte Planungsgrundlagen bereitzustellen, die bauliche Gewaltprävention systematisch in Architektur- und Bauprozesse integrieren und damit einen Beitrag zu sicheren Arbeitswelten leisten.
Projektlaufzeit: 01.05.2026 – 30.04.2027
BAuA-Projekt-Webseite: https://www.baua.de/DE/Forschung/Forschungsprojekte/f2590
© SGB
wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin
NameDipl.-Ing. Anne-Sophie Schoß
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Professur für Sozial- und Gesundheitsbauten
Besuchsadresse:
BZW, 1. OG Raum B112 Zellescher Weg 17
01069 Dresden