24.08.2026
Interesse an einer Abschlussarbeit im Wintersemester 2026/27 in der Gartendenkmalpflege?
Wer im kommenden Wintersemester 2026/27 eine Abschlussarbeit (Bachelor oder Master) an unserem Lehrgebiet schreiben möchte, kann jederzeit einen individuellen Beratungstermin bei uns vereinbaren. Gemeinsam finden wir ein passendes Thema.
Wir bieten wissenschaftliche und entwerferische Arbeiten im Bereich der Gartendenkmalpflege an. Hier eine Kurzvorstellung möglicher Themen, weitere Themen auf Anfrage, auch eigene Themen können eingebracht werden. Hier sei angmerkt, dass sich unsere Abschlussarbeiten durch eine hohe Praxisrelevanz auszeichnen: Sie werden i.d.R. mit den Akteuren vor Ort (Eigentümer, Nutzer, Behörden, etc.) entwickelt. Damit erstellt Ihr mit Eurer Arbeit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt und Entwicklung eines historischen Freiraums.
Gutspark Horka
Der ehemalige Gutspark von Horka, 4 km östlich von Niesky gelegen, stellt ein bislang unerforschtes Zeugnis einer historischen ländlichen Garten- und Parkgestaltung dar. Der überkommene Bestand zeigt dabei Überreste von formalen und landschaftlichen Gestaltungsstrukturen auf. Historisch und städtebaulich bedeutende Blickbeziehungen zwischen Herrenhaus, Gutshof und der örtlichen Wehrkirche sind durch störende Elemente und Einbauten vor Ort nicht mehr nachvollziehbar.
Die Gemeinde möchte den vernachlässigten Gutspark wiederherstellen. Dazu benötigt sie Unterstützung!
Mit einer studentischen Abschlussarbeit in Form einer gartendenkmalpflegerischen Zielplanung könnt Ihr eine wichtige Grundlage zur Revitalisierung des Gutsparks schaffen. Dazu gehören die Erforschung der Anlagegeschichte, Bestandsdokumentation und Aufstellen von denkmalpflegerischen Leitbildern einschließlich Gehölzplanung.
Hechtpark Dresden
Mit einer Breite von 160 Metern und einem Höhenunterschied von 25 Metern erstreckt sich der Hechtpark auf gut 700 Meter Länge zwischen der Stauffenbergallee und der Hechtstraße. Die Anlage wurde vom bekannten Dresdner Gartenarchitekten Max Bertram als ursprünglich drei voneinander abgetrennte Parkeinheiten für die oberhalb gelegenen Kasernen, die zwischen 1877 und 1879 entstanden, angelegt. Er diente den Militärs und deren Familien als Erholung. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Parkanlagen öffentlich zugänglich und zu einem Park durch neue Verbindungswege zusammengeführt. Seit 1998 wird an der Wiederherstellung der Anlage gearbeitet, darunter die Sanierung von Treppen und Wegen sowie Gehölzpflegemaßnahmen. Der waldartige Hechtpark ist als Gartendenkmal ausgewiesen.
Zusammen mit dem St. Pauli-Friedhof und dem nördlich gelegenen Proschhübel befindet sich der Hechtpark in einem der vier Kernareale der BUGA 2033 und soll als „klimaresilienter und zukunftsfähiger Park in unmittelbarer Nachbarschaft von dicht bewohnten Siedlungsbereichen“ entwickelt werden. Bisher fehlen jedoch die gartendenkmalpflegerischen Grundlagen, die in studentischen Abschlussarbeiten erstellt werden sollen. Dazu gehören die Erforschung der Anlagegeschichte, Bestandsdokumentation und Aufstellen von Leitbildern. Teilbereiche können planerisch vertieft werden.
Historischer Kirchgarten als Gartendenkmal – Denkmalpflegerische Zielplanung in Sandersdorf
In Sandersdorf-Brehna, Ortsteil Sandersdorf (Sachsen-Anhalt), soll ein historischer Kirchgarten der Evangelischen Kirche wieder begeh- und erlebbar gemacht und zugleich als bedeutendes Zeitzeugnis bewahrt werden. Das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt hat das Kirchgartenensemble nach einer ersten Begehung als besonders wertvoll eingestuft.
Der rund 5.000 m² große, mauerumfriedete Kirchhof ist seit Jahrzehnten nur unzureichend gepflegt und teilweise verwildert. Gleichzeitig besitzt er eine hohe historische und ökologische Bedeutung: Neben einer vielfältigen Sammlung historischer Grabmale und einzelnen Kriegsgräberstätten mit dauerhaftem Ruherecht findet sich ein wertvoller Altbaumbestand, unter anderem aus Eichen, Linden und Eschen. Die romanische Wehrkirche ist weiterhin aktiv.
Für eine zukünftige Entwicklung müssen unterschiedliche Anforderungen miteinander in Einklang gebracht werden. Dazu gehören insbesondere Denkmalschutz, Naturschutz und Artenschutz, Verkehrssicherheit des Baumbestandes, der Umgang mit historischen Grab- und Kriegsgräbern sowie die zukünftige Nutzung als innerörtlicher Ruhe- und Begegnungsort.
Ziel der Arbeit ist die Erarbeitung einer denkmalpflegerischen Zielplanung, die den historischen Bestand analysiert, seine prägenden Elemente und Qualitäten herausarbeitet und daraus konkrete Leitlinien für Pflege, Erhaltung und zukünftige Entwicklung ableitet. Grundlage hierfür sind unter anderem eine bereits vorliegende Vermessung aus den Jahren 2025/26 sowie eigene Bestandsaufnahmen und Vor-Ort-Erhebungen. Eine artenschutzrechtliche Erfassung liegt bislang nicht vor und könnte Bestandteil der Untersuchung sein.
Die Arbeit bietet damit die Möglichkeit, ein konkretes, bislang wenig erforschtes Gartendenkmal landschaftsarchitektonisch und denkmalpflegerisch zu untersuchen und gleichzeitig einen praxisorientierten Beitrag zu seiner langfristigen Sicherung und behutsamen Wiederbelebung zu leisten.
Auf den Spuren von Villengärten im ländlichen Raum
Kommt Ihr aus einem kleineren Ort in Sachsen? Oder habt Ihr Familie oder Freunde z. B. in Ebersbach-Neugersdorf, Crimmitschau, Markneukirchen, Seifhennersdorf, Großschönau oder Oybin?
In diesen Gemeinden gibt es zahlreiche Villengärten, die bislang nicht systematisch erfasst sind, gleichzeitig aber durch Bauvorhaben und rechtliche Auseinandersetzungen zunehmend unter Druck geraten. Zur Unterstützung des Landesamtes für Denkmalpflege Sachsen sind Arbeiten zu vergeben, die sich mit der Erfassung, Dokumentation und Analyse historischer Villengärten in einem dieser Orte beschäftigen.
Im ersten Schritt soll die Villengeschichte eines ausgewählten Ortes recherchiert und dokumentiert werden. Dabei wären insbesondere folgende Fragen interessant:
Warum und unter welchen gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Bedingungen entstanden dort Villen? Welche Personen und Biografien stehen hinter den Villenbauten? Wie, wo und ab wann haben Villen und ihre Gärten die räumliche Entwicklung und das Ortsbild geprägt? Welche regionalen Gemeinsamkeiten und Besonderheiten der Gartengestaltung lassen sich erkennen? Welche bislang nicht erfassten Villengärten lassen sich durch die Recherche und anschließende Vor-Ort-Begehungen identifizieren?
Die Arbeit ist zunächst historisch-rechercheorientiert und könnte durch Kartierungen, fotografische Dokumentation und Vor-Ort-Erhebungen, je nach Rechercheergebnissen, ergänzt werden. Sie ist Baustein einer ersten systematischen Bestandsaufnahme und unterstützt die Bewertung der Villengärten des ausgewählten Ortes sowie deren zukünftigen Schutz und Umgang.
Nicht-universitäre Botanische Gärten – Untersuchung zu Denkmalfähigkeit und Denkmalwürdigkeit
Die botanischen Gärten u.a. in Bad Schandau, Schellerhau und Wehlen sind nicht-universitär und stehen bisher nicht unter Denkmalschutz. In Kooperation mit der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt, die diese botanischen Gärten wissenschaftlich begleitet und unterstützt, gilt es durch eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Genese der Anlage, Aussagen zum Denkmalwert zu treffen. Auch die Einordnung inwieweit der Garten ein Kulturdenkmal darstellt und ob er auf der Denkmalliste verzeichnet werden sollte, sollen Inhalt der Arbeit sein. Durch Bearbeitung des Themas wird erhofft, dass die Gärten mehr Mehrwertschätzung durch die Gemeinden und deren Bewohner erfahren und die Besonderheiten der Anlage erkannt werden.
Am Beispiel des botanischen Gartens in Bad Schandau wurde bereits im Wintersemester 2025/26 eine entsprechende Arbeit zum botanischen Garten in Bad Bad Schandau erarbeitet, diese kann am Lehrgebiet eingesehen werden.
Weitere planerische Themen:
Denkmalpflegerische Zielplanungen zu folgenden Objekten:
- Park Ullersorf-Jänkendorf bei Niesky
Themenvorschläge der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH (SBG), Bereich Gärten
zu wissenschaftlich-theoretischen Arbeiten:
- Die Geschichte der Beweidung der Gärten der SBG (Schafe, Ziegen, Rinder, Pferde, Hutungsflächen etc.) und Möglichkeiten zur Wiedereinführung
- Partizipation im Gartendenkmal (Baumpatenschaften, Patenschaften allgemein, "Dresden gießt", Parkseminare etc.) - Potentiale und Grenzen
- Grenzen der (kommerziellen) Nutzung von Gartendenkmalen - Beispiele Großer Garten, Pillnitz u. a.
- Beleuchtung von Gartendenkmalen unter Mitbetrachtung naturschutzfachlicher Aspekte - Beispiel Pillnitz Christmas Garden Dresden
UND WEITERE!
Kommt bei uns zu einem Gespräch vorbei, gerne auch mit eigenen Ideen!
TERMINE
- Die Anmeldung des Themas beim Lehrgebiet erfolgt bis spätestens Montag, 12.09.26, an:
- Bachelorarbeit - digitale Ausgabe am 17.11.2026, Abgabe am 19.01.2027 (Bearbeitungszeit 9 Wochen)
- Masterarbeit - digitale Ausgabe am 07.10.2026, Abgabe am 17.02.2027 (Bearbeitungszeit 19 Wochen)
In einem individuellen Beratungsgespräch besprechen wir die konkrete Aufgabenstellung. Meldet Euch bei Interesse bei Marlen Hößelbarth,
Wir freuen uns auf Euch!