11.06.2026
WISSENSARCHITEKTUR präsentierte aktuelle Forschung und das Smart-City-Wissenschaftsnetzwerk auf der IPSC-Konferenz 2026
Prof. Jörg Rainer Noennig (WISSENSARCHITEKTUR) bei der thematischen Session zu Wirkungsanalyse und Transferstrategien
Wie können Städte und Regionen so gestaltet werden, dass sie auf demografische, soziale und digitale Umbrüche nicht nur reagieren, sondern Zukunft aktiv gestalten? Mit dieser Frage beschäftigte sich die 2. Konferenz "Interdisziplinäre Perspektiven auf die Smart City" (IPSC) am 21. und 22. Mai 2026 in Kaiserslautern.
Die Forschungsgruppe WISSENSARCHITEKTUR (TU Dresden), welche die Begleitforschung Modellprojekt Smart City Dresden leitet, hatten mehrere Beiträge zu Wirkungsorientierung, Wissenstransfer und der Skalierung innovativer Smart-City-Lösungen mitgebracht. Außerdem stellte Leiter Prof. Jörg Rainer Noennig zusammen mit Jens Libbe und Karoline Krenn (Deutsches Institut für Urbanistik) das 2025 gegründete Smart-City-Wissenschaftsnetzwerk der breiten Fachöffentlichkeit vor.
Smart-City-Wissenschaftsnetzwerk
Das Smart-City-Wissenschaftsnetzwerk vereint derzeit Expertinnen und Experten aus rund 50 Universitäten, Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Kommunen. Es ist ein aus dem Modellprojekt Smart Cities hervorgegangener Verbund, der wissenschaftliche Erkenntnisse fruchtbar mit praktischer Stadtentwicklung verbinden möchte.
Auf der IPSC-Konferenz, die das Smart-City-Wissenschaftsnetzwerk in Kooperation mit den Ausrichtern RPTU Kaiserslautern-Landau, dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und dem Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering (IESE) co-organisiert hatte, diskutierten die Forschenden mit dem anwesenden Plenum Zielrichtung und Potentiale des Netzwerks. Ein Memorandum, das fortgeschrieben wird, bündelt zentrale Ideen und mögliche Aktivitäten.
Wirkungsanalyse und Transfer von Smart-City-Lösungen
In den thematischen Sessions brachte das Team der WISSENSARCHITEKTUR seine Erfahrungen aus dem Dresdner Modellprojekt in den fachlichen Austausch ein. Dr. Paul Stadelhofer, Nadine Reinhardt und Prof. Noennig erläuterten im Beitrag „Von der Vision zur Wirkung“ ein konsens-, innovations- und prozessorientiertes Modell zur Wirkungsorientierung und Wirkungsanalyse von Smart-City-Maßnahmen. Mit partizipativen Methoden, an Leitliniendokumenten orientierten Indikatoren sowie einer transparent handhabbaren Erfassung und Auswertung können komplexe Innovationsprozesse in Städten systematisch auf ihre gesellschaftlichen und strategischen Wirkungen hin ausgerichtet und bewertet werden
„Kernaspekte eines nachhaltigen Transfermodells“ benannten Noennig und Stadelhofer zusammen mit Benjamin Dally (HCU Hamburg) und Mirko de Paoli (Bundesverband Smart City). Wie lassen sich Hindernisse überwinden, die der Übernahme und Nutzung innovativer Smart-City-Lösungen im Wege stehen? Anhand erfolgreicher Beispiele wie der Hamburger „Micado“-App, die Migrantinnen und Migranten während des Ankommens- und Integrationsprozesses in einer neuen Stadt unterstützt, wurden Kernfragen und Gelingensbedingungen herausgearbeitet. Das Verfahren plädiert für eine frühzeitige Integration und Beachtung von vier Aspekten: Endnutzerperspektive, Regelbetrieb, kontinuierliche Weiterentwicklung, sowie Geschäfts- und Betriebsmodell.
"Smart City aus eigener Kraft"
Die thüringische Stadt Ilmenau diente ebenfalls als Beispiel eines gelungenen Transfers. Unter dem Motto „Smart City aus eigener Kraft“ beauftragte man 2024 die WISSENSARCHITEKTUR, um den in Dresden durchgeführten Prozess einer Smart-City-Strategie ohne Förderung in einer reduzierten Form umzusetzen. Zohra Ng Binti Abdullah, Filipe Mello Rose und Jörg Rainer Noennig schilderten die Erfahrungen bei der gemeinsamen Erarbeitung eines strategischen Leitdokuments (Replikation statt Roll-out? Scaling-down als Strategie des Transfers von Smart City Innovationen).
Matchmaking und Summer School
Neben den wissenschaftlichen Vorträgen bot die Konferenz interaktive Formate. In einem World Café informierte das Smart-City-Wissenschaftsnetzwerk über die geplante Summer School 2026 in Dresden. Darüber hinaus organisierte das Netzwerk ein moderiertes Matchmaking-Format sowie eine sogenannte Proposal Pipeline, die Forschenden dabei helfen soll, gemeinsame Förderthemen und Kooperationsmöglichkeiten zu identifizieren. Ergänzt wurde das Programm durch ein offenes Bar Camp („Bring your ideas“), das Raum für neue Projektideen, spontane Diskussionen und die Entwicklung zukünftiger Forschungsinitiativen bot.
Mehr Informationen zur IPSC 2026 auf der Konferenz-Website und in der Pressemitteilung.