Stipendiaten 2013 © Ulrich van Stipriaan Studierende auf dem Campus © Amac Garbe

Studieren am Institut für Wasserbau und Technische Hydromechanik

Das Institut für Wasserbau und Technische Hydromechanik bietet zahlreiche Lehrveranstaltungen für sechs deutschsprachige und zwei englischsprachige Studienänge an.

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Wichtige Themen im Überblick

Studieren in der Vertiefungsrichtung "Wasserbau und Umwelt"

Wasser ist die Grundlage allen Lebens. Das Vorhandensein von Wasser in ausreichender Quantität und Qualität ist die essentielle Randbedingung für vielseitige Nutzungen und Basis allen wirtschaftlichen Handelns. Die Entwicklung von Siedlungen, Landwirtschaft, Industrie und Transportwegen erfordert bauliche Aktivitäten im und am Gewässer zum Zweck der Trinkwasserversorgung, der Speicherung, der Energiegewinnung, der verkehrlichen Nutzung, des Hochwasserschutzes, des Wassertransports u. v. m. Die nachhaltige Bewirtschaftung der Ressource Wasser wird mit zunehmender Bevölkerungsdichte und dem globalen Klimawandel wichtiger denn je. Wasserkraftwerke liefern ökologischen Spitzenstrom, Seehafenstädte mit modernen trimodalen Güterumschlagzentren sind die am stärksten prosperierenden Wirtschaftsstandorte, Wasserstraßen sind leistungsstark und zugleich die ökologisch verträglichsten Verkehrswege, Talsperren werden multifunktional gesteuert, Hochwassermanagementsysteme im Küsten- und Binnenbereich schützen risikogesteuert vulnerable Bereiche, die Fischerei stellt hohe Ansprüche an die Gewässerqualität und -struktur, die Landwirtschaft hängt unmittelbar am Tropf(en) der Gewässer und schließlich spielen sich Freizeitaktivitäten im und am Gewässer ab. Neben diesem anthropogen geprägten Nutzen sind die Gewässerlandschaften zugleich die Lebensadern unseres Planeten und Lebensraum vieler terrestrischer und aquatischer Organismen. Dies zeigt die hohe Artenvielfalt an Flora und Fauna in gewässernahen Biosphären. Bauen im und am Wasser bedeutet somit "Bauen in der Umwelt".

Erfolgreicher Wasserbau erfordert die Berücksichtigung und Abstimmung dieser vielseitigen Nutzungen. Der Wasserbauexperte muss sich interdisziplinären Anforderungen stellen. Umfangreiche hydraulische, morphologische, hydrologische und hydrotechnisch-anlagenspezifische Kenntnisse und Kompetenzen sind für die Aufstellung von technischen und naturnahen Lösungen ebenso relevant wie die Fähigkeit zur Beurteilung und frühzeitige Integration naturschutzfachlicher Aspekte in der Planungsphase. Nur dann wird die Umweltverträglichkeitsprüfung bestanden. Wasserbau findet auf Grund und Boden statt, hat eine enge Beziehung zur Geotechnik und die Oberflächengewässer finden ihre unterirdische Entsprechung im Grundwasser, dessen Druck und Strömung standsicherheitsrelevanten Einfluss auf die Wasserbauwerke nehmen kann. Methodische Kompetenzen in der hydronumerischen Simulation ermöglichen die Beurteilung komplexer, instationärer Strömungssituationen, Erfahrungen im wasserbaulichen Versuchswesen liefern nachhaltiges Verständnis prozessrelevanter Strömungs- und Transportvorgänge. Grundlegende Kompetenzen im Plangenehmigungsverfahren sind Voraussetzung zur Erteilung der behördlichen Erlaubnis, bauen zu dürfen.

In der Vertiefung Wasserbau und Umwelt werden daher drei Schwerpunkte angeboten:

  • Konstruktiver Wasserbau,
  • Umweltorientierter Wasserbau,
  • Geotechnik im Wasserbau.

Der Wasserbau umfasst folgende Bereiche des Bauingenieurwesens

  • Talsperrenbau, Betrieb und Sanierung
  • Hafenbau (Binnen- und Seehäfen)
  • Flussbau und Hochwasserschutz
  • Naturnaher Fließgewässerausbau
  • Seebau- und Küstenschutz
  • Kanalbau
  • Wasserkraftanlagenbau, Rohrleitungsbau
  • Landwirtschaftlicher Wasserbau

Für die Absolventen ergeben sich folgende Betätigungsfelder:

Bei Ingenieurbüros im In- und Ausland

  • Konstruktion, Planung
  • Bauüberwachung
  • Bauleitung

Bei Baufirmen im In- und Ausland

  • Bauleitung
  • Kalkulation
  • Arbeitsvorbereitung

Bei Gemeinden und Kommunen

  • Städtischer Tiefbau
  • Wasser-und Abwasserverbände

Landesbehörden

  • Wasser- und Bodenverbände
  • Regierungspräsidien, Umweltämter
  • Ministerien (Bau- u. Umweltministerium)
  • Wasser- und Schifffahrtsdirektion
  • Hafenbauämter
  • Talsperrenverwaltungen
  • Forschungsanstalten, Universitäten

Bei Versorgungsgesellschaften und Zweckverbänden

  • Hydromeliorationsverbände
  • landwirtschaftliche Betriebe
  • Abwasserverbände