Feb 15, 2026
ITFMW: Interview mit Junioprof.in Nora J. Huxmann
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Im Rahmen des Internationales Tags für Frauen und Mädchen in der Wissenschaft (ITFMW) am 11. Februar hat das FUN* 5 Wissenschaftlerinnen des Bereichs BU interviewt.
INTERVIEW MIT JUNIORPROF.IN NORA J. HUXMANN
Wer sind Sie?
Ich bin Wissenschaftlerin, Gärtnerin, Lehrende, für immer Lernende, Ehefrau, Tochter und Mutter. Ich liebe Pflanzen in all ihren verschiedenen Formen, schaue in jeden Vorgarten und kann mich Pflanzen in so ziemlich jeder Situation freuen.
Ich mache Yoga und gehe gerne wandern. Außerdem lese ich sehr gerne Geschichten vor – heutzutage meist meinen Kindern.
Was machen Sie?
Ich habe die Juniorprofessur Pflanzenverwendung in der Landschaftsarchitektur inne, d.h. ich lehre Pflanzenkunde und -verwendung, mache Projekte zur Entwicklung von Vegetationsstrukturen in Städten (Stadtwälder, Stadtlandschaft im Rückbau, Gesunde Städte durch Stadtgrün …) gärtnere mit Studierenden auf dem Campus und forsche zu Themen der Gesundheitsförderung durch Freiraum- und Vegetationsgestaltung. Dabei ist mir wichtig, Menschen zu ermächtigen, daher spielt Partizipation und Ko-Kreation eine große Rolle bei meiner Arbeit.
Was haben Sie studiert / gelernt?
Ich bin gelernte Gärtnerin und habe dann Landscape Architecture / Landschaftsarchitektur in England (Cheltenham) und Deutschland (Kassel) studiert, dabei in „Landschaftsbau und Vegetationstechnik“ vertieft. Mich interessiert vor allem auch die gesundheitliche, kulturelle und soziale Bedeutung von „Grün“, daher habe ich auch einige Semester „Psychoanalysische Kulturwissenschaften“ in Berlin berufsbegleitend studiert, um mir ein breiteres Methodenspektrum anzueignen. Außerdem lerne ich bis heute ständig weiter – auch und besonders von den Studierenden, die immer wieder neue Fragen und Perspektiven mitbringen.
Zu welchem Thema forschen Sie gerade und was sind Ihre Hauptinteressen?
Ich habe zurzeit Projekte im Bereich des Strukturwandels (Rückbau und Stadtlandschaft), der Klimawandelanpassung (Klima-Hain mit Bürgerbeteiligung) und der Gesundheitswälder. Wir sind in Beantragung weiterer Projekte z.B. zum Gesunden Altern, zu Stadtwäldern als Gesundheitsressource und zu Schwammstadtthemen wie bspw. Dachbegrünungen mit unterschiedlichen Bewässerungssituationen.
Was motiviert Sie besonders, an diesem Thema zu forschen?
„Grün“ als Gesundheitsressource ist einerseits extrem anschlussfähig und für alle Menschen irgendwie einleuchtend; gleichzeitig in unserer Gesundheitslandschaft nicht gut abbildbar, weil die wissenschaftlichen Evidenzen, also Belege oft fehlen. Das würde ich gerne ändern =)
Was hätten Sie gern mit 16 Jahren gewusst?
Ich glaube, ich wusste schon recht genau, was (mir) wichtig war… Meinem 16-jährigen Ich hätte ich rückblickend mehr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und mehr Mut, dem Bauchgefühl zu folgen, gewünscht! Dadurch hätte ich mir vielleicht den ein oder anderen Umweg gespart – wobei ich fest daran glaube, dass die Umwege auch sehr spannend sein können.
Was war Ihr größtes Aha-Erlebnis?
Als ich verstanden habe, dass Pflanzen, (Stadt)Landschaften und Menschen nicht getrennt voneinander, sondern miteinander betrachtet werden müssen. Und auf einmal die verschiedenen Interessensgebiete, die ich hatte, zu einem wurden. Bis heute fantastisch!
Welchen Tipp würden Sie jungen Studentinnen mitgeben?
Redet miteinander und unterstützt euch gegenseitig. Traut euch (auch unbequeme, peinliche, selbst „dumme“) Fragen zu stellen.
Vielen Dank für das Interview, Frau Juniorprof.in Huxmann!