Feb 15, 2026
ITFMW: Interview mit Prof.in Natalie Ramona Orlowski
Banner zum Interview
Im Rahmen des Internationales Tags für Frauen und Mädchen in der Wissenschaft (ITFMW) am 11. Februar hat das FUN* 5 Wissenschaftlerinnen des Bereichs BU interviewt.
INTERVIEW MIT PROF.IN NATALIE RAMONA ORLOWSKI
Wer sind Sie?
Ich bin eine naturbegeisterte, reisefreudige, wissbegierige und sportliche Person.
Was machen Sie?
Ich bin seit dem Sommersemester 2024 Inhaberin der Professur für Waldstandorte und Wasserhaushalt an der Fakultät Umweltwissenschaften. Dort lehre ich in der Fachrichtung Forstwissenschaften.
Was haben Sie studiert / gelernt?
Ich habe im Bachelor „Agrarwissenschaften und Umweltmanagement“ und im Master „Umwelt- und Ressourcenmanagement“ studiert (Justus Liebig Universität Gießen). In meiner Promotion habe ich mich dann auf Isotopenfingerprint Methoden zur Untersuchung von Wasserfließwegen spezialisiert.
Zu welchem Thema forschen Sie gerade und was sind Ihre Hauptinteressen?
Ich erforsche Wasser- und Stoffkreisläufe in Ökosystemen mit besonderem Fokus auf die Auswirkungen des Klimawandels. Dabei untersuche ich, wie Extremwetterereignisse wie Dürren oder Starkniederschläge die Wasseraufnahme der Vegetation sowie die Weiterleitung von Wasser im Boden beeinflussen. Mithilfe innovativer Isotopentechniken mache ich Wasserflüsse in Boden, Pflanzen und Atmosphäre direkt messbar und leite daraus Erkenntnisse über ökologische Prozesse auf Basis der gewonnenen Echtzeitdaten ab. Meine interdisziplinäre Forschung verbindet Feld-, Labor-, Gewächshaus- und Modellierungsansätze und betrachtet zudem den Einfluss anthropogener Eingriffe wie Landnutzungsänderungen oder Wassermanagement auf hydrobiogeochemische Kreisläufe im Kontext des globalen Wandels.
Was motiviert Sie besonders, an diesem Thema zu forschen?
Mich motiviert besonders die hohe Relevanz meiner Forschung im Kontext des Klimawandels. Veränderungen im Wasser- und Stoffkreislauf beeinflussen maßgeblich die Stabilität und Funktion von Ökosystemen, insbesondere unter zunehmenden Extremwetterereignissen. Die Möglichkeit, Prozesse im System Boden–Pflanze–Atmosphäre in Echtzeit zu untersuchen, erlaubt es mir, dynamische Rückkopplungen direkt zu erfassen und besser zu verstehen. Dadurch kann ich fundierte Beiträge leisten, um die Auswirkungen des Klimawandels auf Ökosysteme realistisch abzuschätzen und langfristige Anpassungsstrategien zu unterstützen.
Was hätten Sie gern mit 16 Jahren gewusst?
Wie schwierig es nach wie vor als Frau ist in den Naturwissenschaften Karriere zu machen.
Was war Ihr größtes Aha-Erlebnis?
Mein größtes Aha-Erlebnis in Bezug auf meine Forschung war, dass wir nach wie vor noch nicht viel wissen über die Wasseraufnahme und -weiterleitung der Vegetation. Hier gibt es noch viele offene Forschungsfragen, was es für mich besonders spannend macht, in diesem Bereich tätig zu sein.
Welchen Tipp würden Sie jungen Studentinnen mitgeben?
Mein wichtigster Tipp an junge Studentinnen ist, ihrer Begeisterung zu folgen und das zu verfolgen, wofür sie wirklich brennen und dabei ihre eigenen Ziele immer im Auge zu haben. Gleichzeitig sollte man sich nicht scheuen, bei Bedarf Unterstützung anzunehmen – sei es durch Mentoring, Coaching-Angebote oder den Austausch mit erfahrenen Personen. Solche Angebote waren für mich in meiner Laufbahn zur Professorin immer sehr bereichernd.
Vielen Dank für das Interview, Prof.in Orlowski!