DeckFruchtAnbau für die Forstwirtschaft (DeFrAn)
Der Klimawandel und die prognostizierte Zunahme von Extremwetterereignissen erfordern die Prüfung alternativer Optionen der Wiederbewaldung von Kalamitätsflächen. Das sich zukünftig verschärfende Freiflächenklima, die häufig großen Flächenausdehnungen von Kalamitäten und mögliche Hangneigungen und Expositionen der Flächen verlangen ein Überdenken der bisherigen Wiederbewaldungspraxis. Zur schnelleren Wiederbereitstellung von Ökosystemleistungen gilt es die häufig präferierte Sukzession waldbaulich zu unterstützen. Jedoch gelingen Saaten und Pflanzungen aufgrund zunehmender Hitze und Trockenheit auf Freiflächen nicht mehr immer verlässlich.
Das von der DBU geförderte Projekt versucht daher, in Kooperation mit der Skyseed GmbH, einen neuen Ansatz zur Wiederbewaldung zu etablieren. Es soll versucht werden, Synergieeffekte zwischen den Zielbaumarten sowie Kräutern und Sträuchern, sogenannten Deckfrüchten, zu erzielen. Die Verwendung von Deckfrüchten, also Pflanzen, die primär der Förderung anderer Pflanzen und nicht kommerziellen Zwecken dienen, hat sich bislang vor allem in der Landwirtschaft bewährt.
Im Rahmen des Projektes soll untersucht werden, ob nach forstlichen Ansprüchen ausgewählte Deckfrüchte dazu dienen können, die Nährstoff- und Wasserkreisläufe schnell zu schließen, das Mikroklima an der Bodenoberfläche zu verbessern, die Oberflächenverdunstung zu mindern, die mikrobielle Aktivität und den organischen Anteil im Boden zu erhöhen, Erosion zu verhindern und konkurrenzstarke Begleitvegetation zurückzudrängen.
Darüber hinaus wird untersucht, welchen Einfluss die Pelletierung von Samen auf das Keimverhalten und die Samenprädation hat und ob unterschiedliche Aussaatzeitpunkte und Aussaatdichten der Deckfrüchte das Überleben und Wachstum der Keimlinge fördern.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt darin, anhand der Ergebnisse einen Leitfaden zur Verwendung von Deckfrüchten in der Forstwirtschaft zu erstellen und diesen sowie die gewonnenen Ergebnisse einem möglichst breiten Publikum aus Wissenschaft und Praxis bereitzustellen.