15.06.2026
ArchaeoTin Abschlusskonferenz präsentiert drei Jahre Forschung zum Zinnbergbau
Mit einer internationalen Abschlusskonferenz am 9. und 10. Juni 2026 in Teplice fand das deutsch-tschechische Interreg-Projekt ArchaeoTin seinen Höhepunkt. Rund 130 Teilnehmende aus mehreren Ländern kamen zusammen, um die Ergebnisse von drei Jahren interdisziplinärer Forschung zu den Zinnbergbaulandschaften des sächsisch-böhmischen Erzgebirges zu diskutieren. Im Mittelpunkt standen neue Erkenntnisse zu bronzezeitlichem und historischem Zinnbergbau, von Seifenlagerstätten und Gewinnungsprozessen bis hin zu den Auswirkungen des Bergbaus auf Landschaft, Umwelt und Gesellschaft. Hierfür kamen modernste archäologische, geowissenschaftliche und umweltwissenschaftliche Methoden zum Einsatz, darunter LiDAR-Fernerkundung, geophysikalische Prospektion sowie palynologische, anthrakologische und geochemische Analysen. Unsere Professur trug mit Untersuchungen zur historischen Waldentwicklung zum Projekt bei. Durch die systematische Analyse historischer Holzkohlemeiler sowie dendrochronologische und anthrakologische Untersuchungen konnten Veränderungen der Waldlandschaft im Zusammenhang mit dem jahrtausendelangen Zinnbergbau rekonstruiert werden.
Ein besonderes Highlight des Projekts ist die multimediale Wanderausstellung „Zinn & Sein“, die bereits mehrere tausend Besucherinnen und Besucher begeistert hat. Das vom Landesamt für Archäologie Sachsen koordinierte Projekt zeigt eindrucksvoll, wie grenzüberschreitende Forschung neue Einblicke in die Geschichte des Zinnbergbaus und der europäischen Bronzezeit ermöglicht. Der Tagungsband zur Abschlusskonferenz erscheint Ende 2026.