11.09.2026
Reisebericht der Exkursion nach Südtirol
Gruppenfoto auf Brixens Hausberg, der Plose; im Hintergrund die Geislerspitzen
Der Dom zu Brixen am Abend
Unsere diesjährige Exkursion nach Südtirol startete am Sonntag, den 06.09. um 16 Uhr in Brixen, nachdem wir die Anreise individuell organisierten. Nach dem Beziehen der Zimmer sowie einer ersten Erkundung der Umgebung konnten wir uns beim gemeinsamen Abendessen auf die Woche einstimmen. Im Anschluss hatten wir ebenfalls die Möglichkeit Brixen durch einen WhatsApp-Spaziergang genauer kennenzulernen.
Am Montag startete unser Tag früh, um einerseits möglichst viel des großartigen Wetters genießen zu können, aber andererseits den großen Ansturm auf die öffentlichen Verkehrsmittel zu umgehen. Bei der Wanderung zu den Geislerspitzen hatten wir die Gelegenheit, uns besser kennenzulernen und die wundervolle Landschaft Südtirols zu genießen. Bei strahlendem Sonnenschein und frischer Bergluft wanderten wir je nach Fitnesslevel unterschiedlich weit. Ein Teil der Gruppe verweilt auf Schlüterhütte, während der andere Teil der Gruppe die letzten hundert Höhenmeter bis zum Gipfel des Zendlser Kofel erklamm und die Aussicht auf die Geislerspitzen und die Seceda genoss.
Wanderung zum Fuße der Geislerspitzen
Die Bletterbachschlucht, ein Archiv über Millionen Jahren
Trotz der guten Anbindung durch den ÖPNV entschieden wir uns am Dienstag auf die PKW der Gruppe zurückzugreifen und somit die Anreise zur Bletterbachschlucht um ca. eine Stunde zu verkürzen. Vor Ort wurden wir bereits herzlich durch unseren Guide empfangen. Nachdem der obligatorische Helm aufgesetzt und der Schnappschuss für den Instagram-Beitrag geschossen wurde, stiegen wir in die Schlucht hinab. Während der interessanten Führung tauchten wir tief in die Erdgeschichte Südtirols ein. Und zwischen den imposanten Felswänden wurde sichtbar, welche Geheimnisse die Gesteinsschichten über Millionen von Jahren bewahren und sich als Archiv der Erdgeschichte lesen lassen.
Mit großer Begeisterung machten wir uns auf die Suche nach Fossilien und entdeckten dabei unter anderem die versteinerte Alge Diplopora sowie Muschelfossilien, die nun das ein oder andere Zimmer in Dresden schmücken dürften. Die Bedeutung dieser, den meisten Teilnehmenden unbekannten Schlucht wurde uns deutlich, als uns eine Gruppe der ESA begegnete, die die Bletterbachschlucht für Trainingszwecke nutzten, da diese Ähnlichkeit mit den geologischen Strukturen auf dem Mars hat. Schlussendlich erwartete uns nach so viel Geologie und Entdeckergeist auf der Alm schließlich ein köstlicher Kaiserschmarrn, der den erlebnisreichen Tag perfekt abrundete.
Die Erdpyramiden bei schönem Wetter
Am Mittwoch meinte es das Wetter leider nicht besonders gut mit uns, dennoch ließen wir uns die Stimmung nicht verderben und erkundeten Bozen bei Regen. Während eines gemeinsamen Rundgangs erfuhren wir Wissenswertes über die Macht von Architektur und die Geschichte der Stadt. Anschließend konnten wir den Nachmittag ganz nach unseren eigenen Interessen gestalten und entweder verschiedene Museen erkunden oder die beeindruckenden Erdpyramiden besichtigen.
452 Stufen verbinden die Festungsteile miteinander
Der Donnerstag stand ganz im Zeichen beeindruckender Bauwerke und faszinierender Natur. Bei einer unterhaltsamen Führung durch die historische Festung Franzensfeste erfuhren wir viel über ihre Vergangenheit. Besonders in Erinnerung bleiben werden uns die 452 Stufen der längsten unterirdischen, einarmigen Treppe Europas, die wir bis zur oberen Festung bewältigten. Diese hat den Aufenthalt zu einem ganz besonderen Erlebnis gemacht. Am Nachmittag wartete mit der Gilfenklamm ein weiteres Highlight auf uns. Zwischen den imposanten Felswänden konnten wir hautnah erleben, wie sich das Wasser über Millionen von Jahren seinen Weg durch das Gestein gebahnt hat. Passend dazu begleitete uns der Regen, der leise auf unsere Regenschirme prasselte und der beeindruckenden Schlucht eine ganz besondere Atmosphäre verlieh.
Gruppenfoto unter ca. 1000m Gestein
Am letzten Tag unserer Exkursion bekamen wir noch einmal spannende Einblicke in eines der größten Infrastrukturprojekte Europas, den Brennerbasistunnel. Nach einem informativen Vortrag über den Bau und die technischen Herausforderungen hatten wir die besondere Gelegenheit, selbst im Tunnel zu stehen und die Dimensionen des Projekts hautnah zu erleben. Anschließend führte uns unser Weg mit der Bergbahn auf die Plose. Dort konnten wir die letzten gemeinsamen Stunden bei einem beeindruckenden Blick über die umliegende Berglandschaft genießen und zugleich eigene thematische Karten erstellen, bevor am Samstagmorgen die Rückfahrt nach Deutschland begann.
Die vielfältigen Erlebnisse, die gemeinsamen Aktivitäten und die besonderen Eindrücke werden uns sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben und machten die Exkursion zu einer rundum gelungenen und unvergesslichen Woche.
Michelle Hilbig, Max Hochstein