16.09.2026
Teilnahme an der 19. IAEE-Konferenz in München
Vom 6. bis 10. September 2026 fand die 19. Konferenz der International Association for Energy Economics (IAEE) auf dem Campus der Technischen Universität München statt. Unter dem Leitthema „Energy Security, Sustainability & Affordability – Rebalancing the Trilemma“ diskutierten internationale Wissenschaftler:innen, Vertreter:innen aus Wirtschaft und Politik sowie weitere Fachleute aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze für die zukünftige Energieversorgung.
Der Lehrstuhl für BWL, insb. Energiewirtschaft war mit Prof. Möst und fünf wissenschaftlichen Mitarbeiter:innen vertreten. Dabei präsentierten vier Teammitglieder aktuelle Forschungsergebnisse in verschiedenen Vortragssessions.
Jakob Baumgarten stellte seine Forschung mit dem Titel „GIS-Based Multi-Criteria Assessment of PV-Driven Green Hydrogen Sites in the MENA Region“ vor. Darin präsentierte er einen GIS-gestützten, multikriteriellen Ansatz zur Bewertung geeigneter Standorte für die Produktion von grünem Wasserstoff auf Basis von Photovoltaik in der MENA-Region.
Hendrik Scharf präsentierte eine gemeinsam mit Sophie Jacobs entstandene Arbeit mit dem Titel „Electricity Prices under Alternative System Flexibility Scenarios: A Case Study of Small-Scale Biogas Plant Profitability in Germany“. Die Studie befasst sich mit der Modellierung zukünftiger Strommärkte. Auf Basis von fünf Szenarien wurden Strompreisverläufe abgeleitet und anschließend auf drei Anwendungsfälle von Biogasanlagen übertragen. Im Mittelpunkt stand die zukünftige Wirtschaftlichkeit flexibler Biogas-Stromerzeugung in Deutschland unter veränderten Systembedingungen.
Lisa Lorenz stellte ihre Arbeit „Bridging Markets at Sea: Welfare Effects and Security of Supply under Alternative Offshore Wind Hub Designs in European Electricity Markets“ vor. Sie analysierte den Ausbau der Offshore-Windenergie in der Nordsee und untersuchte die Auswirkungen verschiedener Netzstrukturen. Die Ergebnisse zeigen, dass Offshore-Energie-Hubs durch eine bessere Netzauslastung und einen verstärkten grenzüberschreitenden Stromhandel das Systemwohlfahrtsniveau erhöhen können. Gleichzeitig hängen die Auswirkungen auf Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit maßgeblich von der konkreten Gestaltung und Betriebsweise der Hubs ab.
Jannis Eichenberg präsentierte die Arbeit „When Grid Tariffs Meet Renewable Support Schemes: Evidence of Policy Conflicts from a Market Equilibrium Perspective“. Darin zeigte er, wie dynamische Netzentgelte Marktgleichgewichte verändern und dadurch die Integration erneuerbarer Energien erschweren können. Ein besonderer Fokus lag auf der Verstärkung von Kannibalisierungseffekten bei Photovoltaikanlagen.
Neben den Vorträgen bot die Konferenz ein vielseitiges Programm aus Keynotes, Panels und Plenarsessions. Die Pausen und das Rahmenprogramm ermöglichten darüber hinaus den fachlichen Austausch sowie die internationale Vernetzung mit Vertreter:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Beim abschließenden Gala-Dinner erhielten die Teilnehmenden zudem einen Einblick in die bayerische Kultur und konnten die Konferenztage in geselliger Atmosphäre ausklingen lassen.