21.10.2026
Gedanken zur Passauer Bio-economy Economics Konferenz 2026
Da Regionen nach Alternativen zu einer von fossilen Brennstoffen abhängigen Wirtschaft suchen und die Energiesicherheit stärken wollen, gewinnt die biobasierte Wirtschaft als wichtiger Weg zu einer nachhaltigen sozioökonomischen Entwicklung zunehmend an Bedeutung. Der Übergang zu Modellen, bei denen der Ressourcenbedarf durch nachwachsende Rohstoffe gedeckt wird, erfordert häufig eine Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Industrie und Politik. Vor diesem Hintergrund veranstaltete die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Passau vom 28. bis 30. September 2026 ihre erste Bioeconomy Economics Conference. Die Veranstaltung, an der Forscher:innen und Fachleute aus 18 Ländern teilnahmen, spiegelte das wachsende Engagement Bayerns in der internationalen Bioökonomie-Forschung wider, insbesondere im regionalen akademischen und wirtschaftlichen Netzwerk, das München, Straubing und Passau verbindet.
An drei Tagen diskutierten die Teilnehmer:innen ein breites Spektrum aktueller Themen. In parallelen Sitzungen wurden Themen wie biobasierte Geschäftsmodelle, Marktinnovationen, Raumordnung, Makroperspektiven auf Nachhaltigkeitswende sowie Verhaltensfaktoren, die die Einführung biobasierter Praktiken beeinflussen, behandelt. Unter Berücksichtigung der praktischen Dimensionen des Fachgebiets befassten sich mehrere Diskussionen mit der Dynamik zwischen den Interessengruppen und untersuchten, wie sich lokale und internationale Interessen, Vorteile und systemische Herausforderungen in verschiedenen Regionen – von Deutschland bis zum globalen Süden – auswirken. In den Keynote-Vorträgen wurden politische Entwicklungen, Überlegungen zur Landnutzung in der Forstwirtschaft sowie die Entwicklung regionaler Innovationsökosysteme behandelt. Darüber hinaus brachte eine generationenübergreifende Podiumsdiskussion Perspektiven des Bayerischen Wirtschaftsministeriums, des Bayerischen Bioökonomie-Expertenrats, von Führungskräften aus Start-up-Unternehmen sowie von Jugendvertreter:innen innerhalb des EU-Bioökonomie-Netzwerks zusammen.
Die Konferenz bot einen anregenden Rahmen für die Präsentation laufender Forschungsarbeiten und das Einholen konstruktiven Feedbacks. Varun Bharadwaj Gurugubelli, Promovend unserer Professur, stellte seine Arbeit zu einem konzeptionellen biozentrischen Kreislaufwirtschaftsmodell vor, das zur Unterstützung nachhaltiger Transformationsstrategien entwickelt wurde. Die Vorstellung dieser Forschungsergebnisse vor einem Fachpublikum lieferte hilfreiche Erkenntnisse zur Weiterentwicklung des Rahmenkonzepts und machte gleichzeitig relevante Lücken in der bestehenden Literatur deutlich. Über das offizielle Programm hinaus bot die Universität Passau einen einladenden Rahmen für informelle Gespräche, darunter einen Austausch am Ufer des Inns und ein Networking-Abendessen in der Veste Oberhaus. Insgesamt förderte die Veranstaltung einen konstruktiven akademischen Dialog und den Austausch innerhalb des Fachgebiets und schuf damit eine positive Grundlage für die weitere Forschung im Bereich der Bioökonomie.