Interview mit Prof. Dr. Jacob Hamann-Lohmer
Jacob Hamann-Lohmer hat einen Ruf an die Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen erhalten und ist dort seit dem 01.09.2025 als Professor für Digitalisierung und Supply Chain Management tätig. Er hat an der Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen studiert und im Anschluss an der Professur für BWL, insb. Logistik bei Prof. Dr. Rainer Lasch als wissenschaftlicher Mitarbeiter gearbeitet und promoviert. Im Interview spricht er über seinen bisherigen Karrierweg, der ihn nach der Promotion zunächst in die Praxis führte, die neuen Herausforderungen und wie er auf seine Zeit an der Fakultät zurückblickt.
1. Herzlichen Glückwunsch zur Professur für Digitalisierung und Supply Chain Management, die Du zum 01.09. an der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft in Ludwigshafen angetreten hast. Mit welchen Erwartungen gehst Du an dieses neue Kapitel in Deinem Berufsleben heran?
Vielen Dank! Ich freue mich darauf, mein Wissen aus der Zeit an der TU Dresden und meine Praxiserfahrung an Studierende weiterzugeben. Mein Ziel ist es, Theorie und Praxis zu verbinden und die Studierenden bestmöglich auf ihre Karriere vorzubereiten. Gleichzeitig möchte ich die Hochschule als Partner für die Wirtschaft stärken und eigene Forschungsprojekte vorantreiben. Die ersten Semester werden sicher herausfordernd, aber ich habe viele interessante Lehrveranstaltungen vorzubereiten.
2. Du bist nach dem Abschluss Deiner Promotion an der Professur von Prof. Lasch zunächst in die Praxis gegangen und warst erst bei BIKE24 und dann bei Sunfire tätig. War es ein mittelfristiger Plan von Dir, zunächst Praxiserfahrungen zu sammeln, um dann die wissenschaftliche Laufbahn fortzusetzen?
Ehrlich gesagt hatte ich bis vor einem Jahr keine großen Ambitionen in die Wissenschaft zurückzukehren. Aber die Hochschule in Ludwigshafen hat mich durch ihre eigenständigen Logistikstudiengänge und ihren Fokus auf die digitale Transformation im neuen Curriculum überzeugt und sich auch sehr um mich bemüht. Ich freue mich jetzt mit authentischen Einblicken aus der Praxis die Theorie anschaulich und bedürfnisorientiert zu lehren.
3. Welche Erfahrungen nimmst Du aus den drei Jahren, die Du als Supply Chain Manager und Head of Operations Planning gearbeitet hast, für Deinen neuen Tätigkeitsbereich an der Fachhochschule mit?
Ich glaube, ich verstehe jetzt deutlich besser, wo typische Unternehmen in Deutschland im Kontext der Digitalisierung und des globalen Wettbewerbs stehen und was wichtige Lehrinhalte sind, die den Studierenden einen guten Start in die Wirtschaft ermöglichen. Ich hoffe, dass meine praktischen Erfahrungen helfen die theoretischen Lehrinhalte zu ergänzen und den Studierenden z.B. aufzeigen, welche strategischen Entscheidungen Auswirkungen auf die operativen Abläufe haben oder wie man komplexe Probleme unter realem Zeitdruck lösen kann.
4. Du hast an der Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen studiert und warst dann bis zu Deiner Promotion 2022 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für BWL, insb. Logistik tätig. Wenn Du an diese Zeit an der TU Dresden zurück denkst, was ist Dir besonders positiv in Erinnerung geblieben?
Besonders positiv in Erinnerung geblieben ist mir der interdisziplinäre Austausch und die enge Zusammenarbeit mit Kolleg:innen und Professor:innen. Die Zeit an der TU Dresden hat mich fachlich und persönlich geprägt und mir eine solide wissenschaftliche Basis gegeben, von der ich heute noch zehre.