21.04.2026
Die Komplexität des Gehirns verstehen: Neue Förderung für koreanisch-deutsche Zusammenarbeit
Mikroskopische Aufnahme eines sechs Wochen alten Gehirnorganoids, das aus humanen Stammzellen generiert wurde. Die Arbeitsgruppe Albert nutzt diese Organoide, um die epigenetische Regulation der humanen Gehirnentwicklung zu untersuchen.
Der Kortex ist der Teil des Gehirns, der für komplexe kognitive Funktionen wie bewusstes Denken, Sprachvermögen und Problemlösung verantwortlich ist. Dennoch sind die genauen Mechanismen, die seine Ausdehnung im Laufe der Evolution vorangetrieben haben, nach wie vor ungeklärt. In einer neuen internationalen Kooperation wird die Arbeitsgruppe von Prof. Mareike Albert am Zentrum für Regenerative Therapien Dresden (CRTD) untersuchen, wie das Zusammenspiel zwischen epigenetischer Regulation und der extrazellulären Matrix – ein Netzwerk aus Molekülen außerhalb der Zellen, das den Geweben strukturelle Unterstützung und Signale liefert – die Entwicklung des menschlichen Kortex formen könnte. Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen eines neuen koreanisch-deutschen Forschungsprogramms gefördert.
Prof. Mareike Albert (CRTD) bündelt dafür ihre Kräfte mit Prof. Yoichi Kosodo vom Korea Brain Research Institute (KBRI). Ihr Projekt ist eines von nur 20 ausgewählten Vorhaben in einer hochkompetitiven gemeinsamen Ausschreibung der DFG und der National Research Foundation of Korea (NRF).
Die koreanischen und deutschen Teams werden ihre Expertise kombinieren, um die Mechanismen hinter der Entwicklung des menschlichen Kortex besser zu verstehen. „Meine Arbeitsgruppe untersucht die Rolle der Epigenetik bei der Gehirnentwicklung. Da epigenetische Modifikationen widerspiegeln, wie Zellen auf ihre Umgebung reagieren, ist es wichtig zu berücksichtigen, wie sich das umgebende Gewebe während des Gehirnwachstums verändert“, sagt Prof. Albert. „Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit Prof. Kosodo, einem Experten für die Organisation der extrazellulären Matrix und Gewebesteifigkeit aus Südkorea.“
Gemeinsam werden die Teams neuartige dreidimensionale Organoid-Modelle nutzen, um die Kortexentwicklung im Labor zu untersuchen und die Mechanismen zu erforschen, die die Gehirnentwicklung diese prägen.
Für den deutschen Teil des Projekts erhält die Arbeitsgruppe Albert über drei Jahre eine Förderung in Höhe von 475.000 Euro. Das Projekt wird nicht nur die Verbindungen zwischen Dresden und Südkorea stärken, sondern auch dazu beitragen, dass das CRTD weiterhin an der Spitze der internationalen Bemühungen zur Erforschung der menschlichen Gehirnentwicklung steht.
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