17.07.2026
Entscheidungen treffen, voneinander lernen und gemeinsam wachsen: exist Women beim Retreat „Become an Entrepreneur“
In intensiven Workshop arbeiten die Teilnehmerinnen an ihren Geschäftsideen.
Ein Labyrinth zur Entscheidungsfindung, Sketching gegen Stress und ehrliche Einblicke in den Gründungsalltag: Beim Retreat „Become an Entrepreneur“ kamen die Teilnehmerinnen des Programms exist Women der TU Dresden zusammen, um an ihren Geschäftsideen zu arbeiten, voneinander zu lernen und ihr Netzwerk zu stärken.
Vom 10. bis 12. Juli 2026 trafen sich die Teilnehmerinnen in der Alten Nudelfabrik Zeitz, einem Coworking-Space in einem ehemaligen Industriegebäude und einem Ort mit besonderem Unternehmergeist. Dort erwartete sie ein abwechslungsreiches Programm aus Workshops, praxisnahen Methoden und gemeinsamen Aktivitäten. Im Mittelpunkt stand die Weiterentwicklung der bisherigen Geschäftsmodelle. Gemeinsam identifizierten die Teilnehmerinnen die zentralen Annahmen, auf denen ihre Geschäftsideen beruhen, und entwickelten Methoden, um diese in den kommenden Wochen gezielt zu überprüfen. Ergänzt wurde die inhaltliche Arbeit durch Impulse zu den persönlichen Herausforderungen des Gründungsalltags.
Entscheidungsfindung im Labyrinth
Ein Höhepunkt war die Arbeit mit einem begehbaren Labyrinth als Methode zur Entscheidungsfindung. Bei jedem Richtungswechsel setzten sie sich mit einem anderen Aspekt ihrer Entscheidung auseinander. Die Kombination aus gedanklichem Perspektivwechsel und dem tatsächlichen Gehen durch das Labyrinth kann dabei helfen, Klarheit zu gewinnen und Intuition mit Fakten in Einklang zu bringen. Eine Fähigkeit, die nicht nur bei Entscheidungen im Gründungsprozess gefragt ist.
Impulse aus der Gründungspraxis
Ein weiterer Höhepunkt war die Founding Story von TUD|excite Coach Julia Lüpfert. Mit persönlichen und ehrlichen Einblicken in ihren eigenen Gründungsweg berührte sie viele Teilnehmerinnen und machte Mut, den eigenen Weg zu gehen – statt den vermeintlich „perfekten“ Gründungsweg zu suchen.
Neue Perspektiven brachten auch die beiden externen Referentinnen ein. Isabel Antholz, selbst erfahrene Geschäftsführerin und Gründerin, machte deutlich, dass ausgeprägte Selbstkritik und Reflexionsfähigkeit, Eigenschaften die häufig Frauen zugeschrieben werden, keine Schwächen sind. Vielmehr können genau diese Eigenschaften helfen, Lücken im Geschäftsmodell oder fehlende Kompetenzen im Team frühzeitig zu erkennen. Eva-Maria Stegeman, Biotec-Expertin mit Startup-Erfahrung, richtete den Blick auf die Bedeutung eines gut aufgestellten Teams. Sie betonte, dass letztlich nicht allein die Technologie über den Erfolg einer Gründung entscheidet, sondern vor allem ein gut aufgestelltes Team. Außerdem ermutigte sie dazu, frühzeitig professionelle rechtliche Beratung einzuholen – etwa bei der Gestaltung von Arbeitsverträgen –, um spätere Risiken für das Startup zu vermeiden.
Founders Story - von erfahrenen Gründerinnen lernen
Eine Community, die bleibt
Das Retreat lebte jedoch nicht nur von den Impulsen der Referentinnen. Auch die Gründerinnen selbst gestalteten das Programm aktiv mit. Eine Teilnehmerin leitete eine Sketching-Session zur Stressbewältigung, in der Techniken vermittelt wurden, um Belastungen im Gründungsalltag bewusster wahrzunehmen und ihnen gelassener zu begegnen. Eine Teilnehmerin beschreibt den Effekt so:
"My biggest aha effect was how the sketching session actually calmed my mind.”
Mindestens genauso wichtig wie der fachliche Input war der Austausch untereinander. Das gesamte Retreat fand konsequent auf Englisch statt und bot damit einen gemeinsamen Rahmen für die internationale Gruppe. Beim gemeinsamen Kochen pakistanischer Spezialitäten – ebenfalls von einer Teilnehmerin initiiert – wurde nicht nur kulturelle Vielfalt gelebt, sondern auch über die besonderen Herausforderungen internationaler Gründerinnen in Deutschland gesprochen. Wie international die Gruppe ist, zeigte ein kleiner Fun Fact: Gemeinsam sprechen die Teilnehmerinnen zehn verschiedene Sprachen.
Für viele war das neu entstandene Netzwerk einer der größten Mehrwerte des Retreats:
"Getting to know the group – I really got a feeling that this retreat has created a strong bond that will keep us connected for very long. This really makes a difference."
Was die Teilnehmerinnen aus dem Wochenende mitnahmen, bringt eine Rückmeldung besonders treffend auf den Punkt:
"I felt inspired by the founders, made better friends with the other EXIST Women, and left feeling part of something and more confident in my ideas."
Das Retreat machte deutlich, wie wichtig der Austausch mit anderen Gründerinnen und ein starkes Netzwerk für den eigenen Gründungsweg ist. Mit dem EXIST-Women-Programm begleitet TUD|excite Frauen dabei, ihre Ideen weiterzuentwickeln und Teil einer Community zu werden, die sie auch über das Programm hinaus begleitet.
Gemeinsames Kochen - Zeit für Gespräche und Kulinarisches
Ansprechpartnerin zum Programm:
Dr. Iris Steinebrunner
TUD|excite, Startupmanagerin Life Sciences