13.02.2026
Starkes Zeichen für den Biotech- und Startup-Standort Dresden: TUD-Ausgründung schließt potenziell milliardenschwere Forschungskooperation ab
Prof. Frank Buchholz, in dessen Arbeitsgruppe an der Professur für Medizinische Systembiologie wirksame und sichere Zell- und Gentherapien erforscht werden, ist Mitgründer des TUD-Startups „Seamless Therapeutics“.
Wegweisende Kooperation für die Entwicklung herausragender Biotech-Lösungen: Das Biotech-Startup „Seamless Therapeutics“, eine Ausgründung aus der Technischen Universität Dresden (TUD), hat einen Kooperationsvertrag mit Eli Lilly von bis zu einer Milliarde US-Dollar geschlossen. Eli Lilly gehört zu den weltweit größten und forschungsstärksten Pharmaunternehmen. Das Unternehmen steht u. a. für wegweisende Medikamente zur Behandlung von Diabetes, Adipositas und Krebs.
Das Unternehmen Seamless Therapeutics basiert unter anderem auf patentgeschützten Forschungsergebnissen der TUD und wurde seit den frühen Forschungsphasen umfassend durch das Transfer- und Startup-Center TUD|excite sowie das Zukunftscluster SaxoCell unterstützt. Das Startup hat eine Technologie entwickelt, mit der Fehler im Ergbut direkt korrigiert werden können. Mit dieser sogenannte Gen-Editierungsplattform kann man genetische Krankheiten – zum Beispiel genetisch bedingten Hörverlust – nicht nur behandeln, sondern im Kern reparieren.
Mit rund 100 Patentanmeldungen zählt die TUD zu den patentstärksten Hochschulen in Deutschland und Europa und bringt jedes Jahr rund 20 Startups hervor, die die Wirtschaftskraft der Region Dresden stärken.
Prof.in Ursula M. Staudinger, Rektorin der TUD: „Die Forschungskooperation zwischen dem TUD-Startup Seamless Therapeutics und Eli Lilly ist mehr als ein wirtschaftlicher Erfolg – sie zeigt beispielhaft den Weg, wie aus universitärer Spitzenforschung ein global agierendes Biotech-Unternehmen entsteht, das den Innovations- und Wirtschaftsstandort Sachsen nachhaltig stärkt. Seamless Therapeutics steht für eine neue Generation präziser Gentherapien durch eine in Dresden entwickelte bahnbrechende Genome-Editing-Technologie. Das Investitionsvolumen unterstreicht eindrucksvoll das Potenzial dieser Technologie und die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer Forschung. Zugleich zeigt dieser Meilenstein, wie konsequent und erfolgreich die TUD den Transfergedanken lebt. Als eine der patentstärksten Universitäten in Deutschland und Europa und mit jährlich rund 20 Ausgründungen haben wir mit TUD Excite ein leistungsfähiges Transfer- und Startup-Ökosystem aufgebaut, das wissenschaftliche Exzellenz systematisch in wirtschaftliche und gesellschaftliche Wertschöpfung überführt.“
Prof. Frank Buchholz, Professor für Medizinische Systembiologie an der TUD und Mitgründer von Seamless Therapeutics: „Die Zusammenarbeit mit Eli Lilly ist eine Bestätigung für die Gen-Editierungsplattform von Seamless Therapeutics und ihr krankheitsmodifizierendes Potenzial. Auf Basis unserer bahnbrechenden Grundlagenforschung hat das Unternehmen die Technologie so weiterentwickelt, dass sie ein vielversprechendes Potenzial in der Behandlung von Patientinnen und Patienten mit genetischen Erkrankungen bietet.“
TUD|excite: Konsequente Transfer- und Startup-Förderung
Das TUD|Excellence Center for Innovation, Transfer and Entrepreneurship (TUD|excite) ist das zentrale Service-Center der TU Dresden für den Wissens- und Technologietransfer an Unternehmen und für die Unterstützung von Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft. TUD|excite bietet ein breites Leistungsspektrum, mit dem kommerziell relevante Forschungsergebnisse frühzeitig durch Patente geschützt werden, Unternehmen Forschungsergebnisse zugänglich gemacht und diese als strategische Partner eng an- und eingebunden werden. Forschende werden durch Informations- und Qualifizierungsformate und verschiedene Inkubationsprogramme umfassend auf dem Weg zu einem eigenen Startup-Unternehmen beraten und unterstützt.
Hintergrund: SaxoCell
SaxoCell, das sächsische Präzisionstherapie-Cluster, verfolgt das Ziel, wirksame, sichere und bezahlbare Zell- und Gentherapien für Patientinnen und Patienten mit schweren, bislang kaum behandelbaren Erkrankungen zu entwickeln. Dazu bündelt das Netzwerk exzellente Forschung aus Sachsen mit industriellen Ressourcen sowie nationalen und internationalen Partnern. Kernpartner sind die TU Dresden und die Universität Leipzig mit ihren Universitätskliniken, das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie sowie das Klinikum Chemnitz. Als Gewinner der BMFTR-Initiative Clusters4Future wird SaxoCell in zwei Förderphasen (2021–2024 und 2024–2027) mit jeweils 15 Mio. Euro unterstützt. Aktuell treibt SaxoCell sieben innovative Forschungsprojekte voran – u. a. zu CAR-T- und (CAR-)NK-Zelltherapien, Designer-Rekombinase-basierten Gentherapien und regenerativen Therapien.
Hintergrund: Seamless Therapeutics
Seamless Therapeutics revolutioniert die Behandlung von genetischen Erkrankungen mit einem neuartigen Gene-Editing-Ansatz. Die firmeneigene Technologie hat das Potenzial den bislang ungedeckten medizinischen Bedarf von Patientinnen und Patienten mit diesen schwerwiegenden Krankheitsbildern zu adressieren. Seamless‘ Plattform ermöglicht die gezielte Programmierung von Rekombinasen – einer vielseitig einsetzbaren Enzymklasse. Auf Basis dieses spezifischen Know-hows entwickelt das Unternehmen eine Pipeline krankheitsmodifizierender Produktkandidaten für ein breites Spektrum an Indikationen, um das medizinische Potenzial von Gentherapien deutlich zu erweitern.