Postdoc-Phase

drei Nachwuchswissenschaftlerinnen in der SLUB © Robert Lohse drei Nachwuchswissenschaftlerinnen in der SLUB © Robert Lohse
drei Nachwuchswissenschaftlerinnen in der SLUB

© Robert Lohse

Promovierte Wissenschaftler in der Übergangsphase der (Weiter-)Qualifizierung und Profilbildung hin zur wissenschaftlichen Selbstständigkeit (Juniorprofessur, Nachwuchsgruppenleitung, Professur) bilden die Gruppe der Postdocs. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag zu Forschung und Lehre an der TU Dresden und werden durch spezielle Unterstützungsangebote von Seiten der Universität gezielt auf ihrem Weg unterstützt. So bietet z.B. die Graduiertenakademie der TU Dresden neben individueller Beratung und Coachingangeboten auch die Möglichkeit der überfachlichen Qualifizierung und der Vernetzung sowie eine Reihe von speziellen Förderangeboten.

Finanzierung

Viele Postdocs sind als (zeitlich befristete) wissenschaftliche Mitarbeiter an einer Professur, einem Institut oder einer außeruniversitären Forschungseinrichtung (haushaltsfinanziert oder im Rahmen eines Drittmittelprojektes) angestellt. Auf einer solchen Stelle arbeiten und forschen Postdocs i.d.R. weisungsgebunden gegenüber dem Inhaber der Professur bzw. dem Projektleiter.

Mit dem erfolgreichen Abschluss der Promotion sind Nachwuchswissenschaftler berechtigt, eigene Forschungsanträge bei einem Drittmittelgeber zu stellen, um Mittel für eine eigene Stelle oder ein eigenes Projekt zu beantragen. Zusätzliche Mittel wie Reisekosten, Hilfskraftmittel, Druckkostenzuschüsse und anderes können in einem solchen Forschungsantrag ebenfalls beantragt werden. Ebenso besteht die Möglichkeit, gezielt Mittel für Auslandsaufenthalte, Forschungsaufenthalte, Tagungs- und Vortragsreisen oder Dozentenaustausch einzuwerben. Eine Übersicht über potenzielle (externe) Fördergeber und -programme finden Sie hier. Beratung sowie Unterstützung bei der Antragstellung erhalten sie bei Bedarf durch das Dezernat 5 „Forschungsförderung“ und die Project Scouts der TU Dresden.

Stipendien spielen besonders in der frühen Postdoc-Phase, d.h. unmittelbar im Anschluss an die Promotion eine Rolle. Stipendiaten forschen in der Regel eigenständiger, da sie in ihrer Tätigkeit nicht weisungsgebunden sind. Als Nachteile eines Stipendiums erweisen sich mitunter die mangelnde Einbindung in die institutionellen Abläufe der Professur und die geringe soziale Absicherung im Vergleich zu einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Weiterführende Informationen sowie eine Auflistung über potentielle Stipendiengeber finden Sie hier

Auch in den primär auf Promovierende ausgerichteten strukturierten Programmen werden vereinzelt Postdoc-Stellen ausgeschrieben. Neben der eigenen wissenschaftlichen Weiterqualifizierung übernehmen diese häufig auch Koordinations- und Betreuungsaufgaben innerhalb des Programms. Detaillierte Informationen zu den strukturierten Programmen an der TU Dresden und den ansässigen Forschungseinrichtungen finden Sie in dieser Übersicht zu Promotionsprogrammen.

Weiterqualifizierung

Eine wissenschaftliche Karriere ist im Vergleich mit einer Berufslaufbahn außerhalb der Wissenschaft durch lange Qualifizierungszeiten gekennzeichnet. Auch in der Postdoc-Phase ist der Bedarf an Weiterqualifizierung hoch. Neben der fachlichen Expertise besteht auch in weiteren Bereichen der Qualifizierungsbedarf. Dies betrifft vorrangig:  

  • Hochschuldidaktik und Lehrerfahrung,
  • Kompetenzen für eine erfolgreiche Publikations- und Vortragstätigkeit,
  • Drittmittelakquise und das Schreiben von Projektanträgen,
  • Kenntnisse in Personalführung und Projektmanagement.

Die Graduiertenakademie bietet speziell auf Postdocs zugeschnittene Qualifizierungsangebote. Hier finden Sie eine Übersicht über weitere Anbieter fächerübergreifender Weiterbildung an der TU Dresden.

Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen

Stipendienprogramm zur Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen an der TU Dresden

Im Rahmen der Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen der TU Dresden können Stipendien für eine Promotion oder Habilitation für maximal drei Jahre vergeben werden. Die monatliche Stipendienhöhe beträgt 1.150 EUR für Promovierende und 1.500 EUR für Habilitierende, zzgl. eines monatlichen Familienzuschlags von 200 EUR pro Kind sowie Mittel für besondere Zuwendungen in Höhe von bis zu 1.500 EUR pro Förderung.
Antragsberechtigt sind Promovendinnen und Habilitandinnen.

Maria-Reiche-Förderprogramm für Habilitandinnen und Postdoktorandinnen

Ziel des Programms ist die Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen der TU Dresden auf dem Weg zur Professur und die Erhöhung des Anteils von Frauen am wissenschaftlichen Personal der TU Dresden im Rahmen des Maria-Reiche-Programms.

Das Programm richtet sich an Nachwuchswissenschaftlerinnen, die eine Habilitation oder eine gleichwertige Qualifizierung anstreben. Die Fördermodalitäten unterstützen insbesondere auch Frauen mit Kindern und Frauen, die nach einer Phase außeruniversitärer Berufstätigkeit ihre wissenschaftliche Karriere fortsetzen wollen. Voraussetzung ist eine Anbindung an die TU Dresden, indem ein/e Hochschullehrer/in die notwendigen Rahmenbedingungen für die Projektdurchführung zusichert.

Die Förderung erfolgt in zwei Förderlinien:

  • Postdoktorandinnenförderung: Stipendium/Stelle zur Beantragung eines Projektes, das zu einer Universitätslaufbahn (Habilitation, Nachwuchsgruppenleiterin) befähigt. Die Förderdauer beträgt max. 12 Monate. Wird der Drittmittelantrag vor Ablauf dieser Frist bewilligt, endet die Förderung zum Zeitpunkt, an dem der Vertrag der Geförderten im Projekt beginnt.
  • Förderung: Stipendium/Stelle zur Unterstützung beim Abschluss einer Habilitation. Die Förderung erfolgt bis zu 12 Monaten. Wird die Habilitation innerhalb der 12 Monate abgeschlossen, endet die Förderung in dem jeweiligen Monat. In begründeten Ausnahmefällen ist eine Verlängerung um bis zu sechs Monate möglich.

Maria-Reiche-MentoringProgramm für Habilitandinnnen und Postdoktorandinnen

An der TU Dresden wurde das Maria-Reiche Mentoringprogramm im Mai 2012 eingerichtet, um Frauen, die sich für einen Weg in der Wissenschaft entschieden haben, eine längerfristige Betreuung durch erfahrene Professorinnen und Professoren in einem organisierten Rahmen zu bieten. Zunächst als flankierendes Angebot für Begünstigte im Maria-Reiche Förderprogramm bzw. der Graduiertenförderung konzipiert, steht dieses Programm heute allen entsprechend interessierten und motivierten Frauen offen. Es gibt eine Koordinatorin, ein Rahmenprogramm mit Veranstaltungen sowie die Erstattung von Reise- und Weiterbildungskosten.

Internationale Mobilität

Forschungsaufenthalte im Ausland dienen der Profilschärfung und Qualifizierung in der Postdoc-Phase und spielen bei der Beantragung von Fördermitteln oder in Berufungsverfahren oftmals eine entscheidende Rolle. Mitunter bietet sich die Möglichkeit, die gesamte Postdoc-Phase an einer ausländischen Hochschule oder Forschungseinrichtung zu verbringen. Im Rahmen eines in Deutschland durchgeführten Postdoc-Projekts können kürzere Forschungsaufenthalte im Ausland sinnvoll und gewinnbringend sein.

Förderungen von längeren Auslandsaufenthalten (i.d.R. ein bis drei Jahre) bieten bspw. die DFG mit dem Forschungsstipendium, die Alexander von Humboldt-Stiftung mit dem Feodor Lynen-Forschungsstipendium oder die Europäische Union mit den Marie Curie-Individualmaßnahmen. Auch beim DAAD können im Rahmen des Programms „Jahresstipendien für Graduierte und Promovierte“ sowie dem Postdoc-Programm Auslandsstipendien mit einer Laufzeit von ein bis drei Jahren beantragt werden. Über diese von großen Förderinstitutionen angebotenen, fachübergreifenden Programme hinaus gibt es zahlreiche fach- bzw. länderspezifische Förderangebote, detaillierte Informationen hierzu finden Sie auf den Seiten der Graduiertenakademie unter der Rubrik Finanzierung.   

Alternativ zur Stipendiensuche bei deutschen Förderorganisationen kann es sinnvoll sein, sich um eine Förderung im Zielland zu bemühen, auch wenn die Recherche hierzu meist aufwendig ist. Für den europäischen Forschungsraum kann dafür auf die Datenbank EURAXESS zugegriffen werden. 

Kurzforschungsaufenthalte im Ausland werden insbesondere vom DAAD gefördert, von der DFG im Rahmen des Programms Sachbeihilfe sowie von der Fritz Thyssen Stiftung im Rahmen von Reisebeihilfen. Geisteswissenschaftler werden von der Max Weber Stiftung mit dem Programm Gerald D. Feldman-Reisebeihilfen unterstützt. Postdoktoranden der TU Dresden, die Mitglied der Graduiertenakademie sind können außerdem eine finanzielle Unterstützung von Kurzforschungsaufenthalten im Ausland (von bis zu 3 Monaten) beantragen.

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Letzte Änderung: 05.07.2016