14.08.2026
Universitätsschule startet ins achte Schuljahr – und in die Sekundarstufe II
Anlieferung von Lernmaterialien für das neue Schuljahr in der Vorbereitungswoche
Am Montag, 17. August 2026, beginnt an der Universitätsschule Dresden für 934 Kinder und Jugendliche das neue Schuljahr. Die seit der Schulgründung 2019 wachsende Schulgemeinschaft lernt dann in drei Gebäuden: ein DDR-Altbau und Containerbau am Standort Höckendorfer Weg wird nun ergänzt durch einige Räume einer Kindertageseinrichtung in unmittelbarer Nähe. Damit die Unischulgemeinschaft unter einem Dach lernen und die Schule der Zukunft erproben kann, beginnen mit dem neuen Schuljahr die Bauarbeiten für ein Lernhaus am unweit gelegenen Standort Höckendorfer Weg. Dorthin zieht die Schulgemeinschaft zum Schuljahr 2029/30 um, wie die aktuelle Planung vorsieht.
Mitbestimmung auf dem individuellen Lernweg zum Abitur
Im Schuljahr 2026/27 gibt es die erste Jahrgangsstufe 11 an der Universitätsgemeinschaftsschule. Sie führt dann als erste Gemeinschaftsschule in Sachsen vom Schulbeginn bis zum Abitur. Nun bereiten sich hier 37 Schülerinnen und Schüler auf die Hochschulreife vor. Ein Teil von ihnen hat zuvor den Realschulabschluss an der Universitätsschule abgelegt und das sogenannte Schleifenjahr absolviert, die anderen steigen direkt nach der Jahrgangsstufe 10 ein. Die Schulleitung und wissenschaftliche Leitung an der TU Dresden entwickeln für die neue Gymnasialstufe das Lernen weiter: mit individuellen Lernwegen und mit der Projektmethode als Kern des didaktischen Konzepts. Der Fokus liegt dann gemäß dem Charakter des gymnasialen Zweigs stärker auf dem fächerspezifischen Lernen. Bei den Leistungskursen können die Jugendlichen des aktuellen 11. Jahrgangs aus Mathe, Deutsch, Englisch, Physik und Geschichte wählen. Aber auch das fächerverbindende Lernen und die Arbeit an selbst gewählten Themen sollen weiterhin ermöglicht werden. Das Prinzip der Mitbestimmung bei der Einwahl in die Lernzeiten bleibt erhalten. So wählen sich die Schülerinnen und Schüler in der schuleigenen Schul- und Lernmanagementsoftware für die Hälfte der Kurse selbstständig ein, während etwa die Hälfte in festen Kursen absolviert wird.
Datenschatz zum gelingenden Lernen liegt weiterhin brach
In dieser Software werden die individuellen Lernwege einerseits geplant und dokumentiert, andererseits entstehen mit jedem Eintrag zahlreiche Datenpunkte. Dieser Datenschatz kann Auskunft geben über die Bedingungen für gelingendes Lernen und sind die Grundlage für die datenbasierte Schulentwicklung im Rahmen des 15jährigen Schulversuchs. Die TU Dresden gestaltet das Reallabor zur Schule der Zukunft damit auch über die Konzeptentwicklung hinaus und leistet mit der Datenerhebung und -auswertung sowie der Bereitstellung der dafür notwenigen Infrastruktur einen bedeutenden Beitrag. Seit Jahresbeginn 2026 ist diese Begleitforschung zum gemeinsamen Schulversuch von TU Dresden und Stadt Dresden nicht mehr finanziert. Eine Grundlage für die weitere empirisch gestützte Entwicklung von Schule fehlt damit. Zur Halbzeit des auf 15 Jahre angelegten gemeinsamen Schulversuchs von TU Dresden und Stadt Dresden legt die Forschungsstelle Universitätsschule (ForUS) einen Evaluationsbericht vor.
Mehr Praxis im Studium: Neue Formate in der Lehrkräfteausbildung
Die Universitätsschule Dresden ist als Ausbildungsschule eng mit der TU Dresden verbunden und bietet für die Lehramtsstudierenden die Möglichkeit, bereits früh im Studium innovative Lehr-Lernmethoden und eine agile Schulorganisation kennen zu lernen. Sie können hier Erfahrungen in der empirischen Bildungsforschung sammeln und die Materialerstellung für ein schülerzentriertes didaktisches Konzept erproben. Der Schulversuch ermöglicht aber auch die Entwicklung von neuen Formaten in der Lehrkräfteausbildung. So entstand hier ein semesterbegleitendes Schulpraktikum, das ergänzend zu den klassischen Blockpraktika eine frühe und intensive Theorie-Praxis-Verzahnung im Lehramtsstudium ermöglicht. Seit 2024 sammeln im Projekt ALSO – Alternatives Lehramtspraktikum an ausgewählten Oberschulen zukünftige Lehrkräfte früh praktische Erfahrung und können diese in den regelmäßigen Begleitveranstaltungen an der gelehrten Theorie spiegeln und andersherum.
Über die Universitätsschule Dresden
Das Video erklärt die 3 Elemente des Schulversuchs: Gemeinschaftsschule für Dresdner Kinder (Jg. 1-12), Forschungsprojekt der Professur für Erziehungswissenschaft mit Schwerpunkt Inklusive Bildung (EWIB), Aus- und zukünftige Weiterbildungsschule der TUD. © Projekt Universitätsschule Dresden
Die Universitätsschule Dresden ist ein gemeinsames Projekt der Landeshauptstadt Dresden und der Technischen Universität. Sie ist eine öffentliche und kostenfreie Gemeinschaftsschule in städtischer Trägerschaft, an der unter wissenschaftlicher Begleitung innovative Formen des Lehrens und Lernens erprobt werden. Darüber hinaus ist sie Ausbildungsschule für zukünftige Lehrkräfte und künftig auch Weiterbildungsschule für Lehrer:innen. Wissenschaftlich begleitet wird der Schulversuch von der Forschungsstelle Universitätsschule (ForUS) an der TU Dresden.
Informationen zum Forschungsprojekt an der TU Dresden: https://tu-dresden.de/gsw/unischule
Informationen zur Universitätsschule Dresden: http://universitaetsschule.org
Auf verschiedenen Social-Media-Kanälen finden Sie unter @unischuleTUD Einblicke in das Forschungsprojekt und den Schulalltag: Facebook, Instagram, YouTube und LinkedIn. Neuigkeiten aus dem Projekt Universitätsschule Dresden gibt es regelmäßig im GSW-Newsletter.
Medienkontakt:
Maria Neuland Agüero
Kommunikationsmanagerin
Projekt Universitätsschule Dresden
Technische Universität Dresden
Fakultät Erziehungswissenschaft
Professur für Inklusive Bildung
Tel.: +49 351 463 41229
E-Mail: