Vortragsreihe
„Die Gegenwart der Vormoderne“
Eine Vortragsreihe über die Bezüge historischer Forschung zur heutigen Zeit
Veranstalter: Alexander Kästner, Gerd Schwerhoff & Hannes Ziegler (TU Dresden)
Mittelalter und Frühe Neuzeit, die sprichwörtliche „Vormoderne“ – zeigt dieser Begriff nicht schon an, dass diese Epochen ganz weit weg sind und uns heute fremd erscheinen? Haben sie der Gegenwart trotzdem (oder gerade deswegen) noch (oder wieder) etwas zu sagen? Renommierte Geschichtsforschende zeigen in einer neuen Vortragsreihe an der TU Dresden, was sie fasziniert und was ihnen für uns heute relevant erscheint.
Anwendungsbezug und Präsentismus prägen zunehmend auch die Geisteswissenschaften. Gerade die älteren Epochen der Geschichtswissenschaft, deren Gegenwartsbezug nicht direkt erkennbar ist, drohen angesichts dieser Entwicklung unter die Räder zu kommen. Nicht selten antworten wir darauf, indem wir unsere Themenwahl an aktuellen Stichworten zu orientieren bzw. in übergreifende universitäre Förderlinien einzupassen suchen. Andere agieren im Gestus eines trotzigen Rückzugs in den Elfenbeinturm, was wiederum den Vorwurf der Bankrotterklärung provozieren kann – betonen wir nicht immer wieder, dass historisches Interesse stets perspektivisch und von Gegenwartsinteressen geleitet sei? In dieser Situation soll die Vortragsreihe einen Raum entspannter und zugleich spannender Reflexion sein. Eingeladen werden profilierte Geschichtswissenschaftler/innen (ggf. auch aus benachbarten Disziplinen, wenn sie sich mit der Vormoderne befassen), von denen wir den begründeten Verdacht haben, dass sie die Gegenwartsrelevanz ihrer Forschungen reflektieren. Dabei referieren sie zu einem Forschungsthema eigener Wahl, artifiziell generierte übergreifende Dachthemen müssen bzw. sollen nicht adressiert werden. Alle Referierenden sollen (auch) deutlich machen, wie der Bezug des Forschungsthemas zur Gegenwart aussieht: Entspringt das Thema einem eigenen Gegenwartsinteresse? Gibt es Kontinuitätslinien von dort zum Heute, oder liegt der Reiz gerade in der Alterität des Themas? Haben die Forschungen die eigene Wahrnehmung der/des Vortragenden von dieser Gegenwart verändert bzw. haben sie ein entsprechendes Potential? Und was davon könnte möglicherweise für eine weitere Öffentlichkeit interessant sein?
Donald Trump als Herausforderung für die Geschichtswissenschaft zur Frühen Neuzeit?
17. November 2026, 17 Uhr
August-Bebel-Straße 20, Raum E08
Andreas Pečar ist Professor für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Martin-Luther-Universität Halle.
Über die Logik der Autokratie. Das Beispiel des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. von Preußen
26. Januar 2027, 17 Uhr
August-Bebel-Straße 20, Raum E08
Barbara Stollberg-Rilinger ist Rektorin des Wissenschaftskollegs zu Berlin.
Mehr Informationen finden Sie auf dem Flyer.