Geschichte der Professur
Die Professur für Theoretische Philosophie besteht in ihrer heutigen Form seit der Neugründung des Instituts für Philosophie im Jahr 1992. Zur längeren Vorgeschichte der Philosophie an der TU Dresden, die bis zum ersten Lehrstuhl für Philosophie im Jahr 1871 zurückreicht, finden Sie Näheres auf der Seite Profil und Geschichte des Instituts.
Die Inhaber der Professur
Erster Inhaber war von Oktober 1992 bis September 2020 Prof. Dr. Gerhard Schönrich. Er kam nach langjähriger Lehrtätigkeit an der Ludwig-Maximilians-Universität München und einer Lehrstuhlvertretung an der TU Chemnitz-Zwickau nach Dresden. Seine Arbeiten galten vor allem Kant, der Theorie der Normativität, der Semiotik sowie epistemischen Werten.
Von Oktober 2020 bis September 2025 hatte Prof. Dr. Moritz Schulz die Professur inne. Nach einem Studium der Mathematik und Philosophie in Hamburg und Oxford, der Promotion an der Humboldt-Universität zu Berlin und Stationen in Barcelona, Tübingen und Hamburg wechselte er nach Dresden. Seine Forschung verband Erkenntnis- und Entscheidungstheorie mit Sprachphilosophie und philosophischer Logik. Zum Oktober 2025 folgte er einem Ruf an die Universität des Saarlandes.
Gegenwärtig ist die Professur nicht besetzt und wird vertretungsweise wahrgenommen.
Forschung an der Professur
Unter Gerhard Schönrich lag ein Schwerpunkt zunächst auf der Ontologie und Semiotik von Institutionen: Von 1997 bis 2008 war die Professur mit dem Teilprojekt „Semiotik der Institutionen / Ontologie der Institutionen“ am DFG-Sonderforschungsbereich 537 „Institutionalität und Geschichtlichkeit“ beteiligt. Später verschob sich der Fokus zur Erkenntnistheorie, etwa mit den DFG-Projekten „Analyse und Erklärung epistemischer Werte“ (2012–2015) und „Eine mehrdimensionale Theorie der Weisheit“.
Mit Moritz Schulz kam die Verbindung von Erkenntnis- und Entscheidungstheorie hinzu. An der Professur angesiedelt waren unter anderem die Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe „Entscheidungen und Wissen“ der DFG sowie Projekte zum Begriff der Akzeptanz und zur Meinungsbildung in epistemischen Netzwerken.
Dresdner Berichte in Theoretischer Philosophie und Philosophischer Logik
Von 2001 bis 2012 gaben Gerhard Schönrich und Heinrich Wansing – letzterer Inhaber der inzwischen aufgelösten Professur für Wissenschaftstheorie und Logik – die Preprint-Reihe „Dresdner Berichte in Theoretischer Philosophie und Philosophischer Logik“ (ISSN 1613-1762) heraus. Die Reihe wird nicht mehr fortgeführt; die erschienenen Hefte bleiben zugänglich.