20.08.2026
Kinder und Soziale Medien: Zwischen Symbolpolitik und Systemregulierung
In der aktuellen Ausgabe der MMR (08/26) setzt sich JProf. Dr. Kaesling in Ihrer Stellungnahme mit der Debatte um ein pauschales Social-Media-Verbot für Minderjährige auseinander und plädiert dafür, den bestehenden europäischen Regulierungsrahmen stärker in den Mittelpunkt zu rücken.
In Ihrer Stellungnahme verweist JProf. Dr. Kaesling darauf, dass der Digital Services Act (DSA) einen risikobasierten Ansatz verfolgt, der einen differenzierten und an den konkreten Gefährdungen digitaler Dienste ausgerichteten Schutz Minderjähriger ermöglichen soll. Maßgeblich sind demnach die konkreten Gefahren eines digitalen Dienstes für Minderjährige – etwa durch dessen Gestaltung, Empfehlungssysteme, Moderationspraxis, Werbung oder Umgang mit Daten. Ein pauschales Verbot sozialer Medien greife vor diesem Hintergrund zu kurz und drohe, Kinder und Jugendliche zugleich von digitaler Teilhabe auszuschließen.
Statt auf pauschale Altersgrenzen zu setzen, spricht sich der Beitrag daher für eine konsequente Anwendung und Weiterentwicklung der Instrumente des DSA aus. Einbezogen werden dabei auch die Handlungsempfehlungen der BMBFSFJ-Expertenkommission vom 24. Juni 2026 sowie das Leopoldina-Diskussionspapier vom Juli 2025.
Die Stellungnahme finden sie hier.