08.01.2026
Veranstaltungsreihe (2) 15.1.2026: Spielball fremder Mächte? Syrien im Spannungsfeld internationaler Interessen
Eine gemeinsame Veranstaltungsreihe der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung (SLpB), des Zentrums für Internationale Studien der TU Dresden und der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen
Während des syrischen Bürgerkriegs geriet das Land in völlige Isolation: Sanktionen, geschlossene Botschaften und der Einfluss externer Akteure wie Russland, die USA, die Türkei, Iran und Israel machten Syrien zum Schauplatz globaler Macht- und Interessenpolitik. Nach dem Sturz Assads steht die neue Übergangsregierung nun vor der Herausforderung, nicht nur innenpolitisch Reformen einzuleiten, sondern auch außenpolitisch Anschluss zu gewinnen. Denn ohne die Überwindung der Isolation bleibt Frieden und Stabilität illusorisch.
Neben sicherheitspolitischen Fragen geht es zunehmend um geoökonomische Dimensionen: Kontrolle von Handelswegen, Energie und Investitionen in den Wiederaufbau. Hierbei spielen Minderheiten wie Kurden, Jesiden, Armenier, Christen oder Drusen eine Schlüsselrolle. Sie sind zugleich Ziel von Repression und mögliche Brückenbauer für gesellschaftliche Versöhnung und internationale Handlungsfähigkeit.
Trotz jihadistischer Vergangenheit präsentiert sich die neue syrische Führung heute als staatsbildender Akteur, der sich pragmatisch öffnet. Ideologisch islamisch geprägt, aber ohne globalen Jihad, hat sie bereits außenpolitische Verschiebungen bewirkt: Sanktionen wurden gelockert, diplomatische Kontakte erneuert, selbst westliche Staaten kehrten mit Botschaften nach Damaskus zurück.
Mit Expert*innen werden wir uns diese Entwicklungen näher anschauen. Wie kann internationale Politik mit einem Akteur umgehen, der autoritär und islamistisch geprägt ist, sich aber realpolitisch öffnet? Wie viel Pragmatismus kann die Diplomatie zulassen, welche geoökonomischen Spielräume ergeben sich – und welche Grenzen sollte sie dabei nicht überschreiten?
Podiumsgäste:
- Dr. Muriel Asseburg
Senior Fellow in der Forschungsgruppe Naher/Mittlerer Osten und Afrika der Stiftung Wissenschaft und Politik - Dr. Bente Scheller
Leiterin des Referats Nahost und Nordafrika der Heinrich-Böll-Stiftung - Dr. Usahma Darrah
Politikwissenschaftler am Bard College Berlin und Managing Director der NGO Friends of the Syrian People e.V. - Moderation: Prof. Dr. Dominik Steiger
Inhaber des Lehrstuhls für Völkerrecht, Europarecht und Öffentliches Recht und Wissenschaftlicher Direktor des Zentrums für Internationale Studien an der Technischen Universität Dresden
Veranstaltungszeit: 15.1.2026, um 19:30 - 21:00 Uhr
Veranstaltungsort: Haus der Kathedrale (Wegbeschreibung)