26.02.2026
Gastvortrag Johanna Mehl: SYSTEME sehen: Kybernetik und Sozialwissenschaften
Die Kybernetik entstand in den 1940er Jahren an der Schnittstelle von Naturwissenschaften und Philosophie und bot einen gemeinsamen Ansatz für die Untersuchung von Kommunikation und Steuerungsmechanismen in biologischen, mechanischen und sozialen Systemen. Obwohl sie gemeinhin mit Computern in Verbindung gebracht wird, entwickelte sich die Kybernetik in den 1960er bis 1980er Jahren zu einer einflussreichen Theorie, die vor allem soziale Wissensbereiche und geisteswissenschaftliche Disziplinen prägte. In diesem Vortrag werde ich vorstellen, wie die Kybernetik die Sozialwissenschaften und die Vorstellungen davon, wie Gesellschaften
(nicht) funktionieren und wie sie gesteuert werden können, beeinflusst hat. Aufbauend auf meinen Forschungen, die sich mit der Verflechtung von Kybernetik, Design und Architektur befassen, werde ich zeigen, wie das Systemdenken Fachleute aus verschiedenen Disziplinen dazu gebracht hat, eher das Ganze als die Teile, eher Prozesse
als Strukturen, eher Muster als isolierte Phänomene wahrzunehmen. Die Diskussion ist zwar historisch ausgerichtet, befasst sich aber auch mit aktuellen Fragen: Was ist vom kybernetischen Denken heute noch übrig? Was hat es uns ermöglicht zu sehen – und was hat es verhüllt?
Am 29. April 2026 16:30 Uhr besucht uns Johanna Mehl für einen Gastvortrag im Rahmen der Kolloquiums am Institut für Soziologie TU Dresden.
Die Veranstaltung findet in der August-Bebel-Straße 30, 01219 Dresden im ABS 06-008 statt.
Alle Informationen finden sich auch in folgender PDF: Gastvortrag Johanna Mehl