Annotated courses
Overall view – summer semester 2026
SLK-SEBS-FRA-B
(Basismodul)
- Introductory course – [RFLK/RILK - König] - Einführung Literatur- und Kulturtheorie Frankreich / Italien
- Teacher
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- Dr. Torsten König
- Max attendee capacity
- 40
- Enrollment
-
- Enrollment via
- Enroll via url
- Appointments
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Day of the week Clock time Place Event format Monday 4th double period W48/0101 In-person - Description
- „Theorie“ gehört zu den zentralen Definitionsaspekten von „Wissenschaft“. Der Kurs führt in gegenwärtig diskutierte Felder und mit ihnen verbundene Konzepte der Literatur- und Kulturtheorie ein. Dabei sollen einerseits einzelne theoretische Paradigmen durch Lektüren von Schlüsseltexten (in Auszügen) der Literatur- und Kulturtheorie erschlossen werden. Andererseits soll die Anwendbarkeit der Theorien anhand von Beispielanalysen aus den Bereichen der französischen und italienischen Literatur- und Kulturgeschichte kritisch reflektiert werden. Das Spektrum der behandelten Ansätze reicht von Analyseinstrumenten einzelner Text- und Mediengattungen (z.B. Erzählung, Drama, Film, Fotografie etc.) über Theorien, die kulturelle und literarische Phänomene in systemischen und strukturellen Zusammenhängen denken, die nach den medialen Eigenheiten dieser Phänomene oder nach ihren kommunikativen Funktionen in diskursiven Zusammenhängen fragen, bis hin zu spezifischen Raum-, Gender-, Postcolonial- oder Identitätstheorien. Die Modulprüfung besteht aus einer Klausurarbeit. Mögliche Prüfungsleistungen: Klausur, Testat. Einschreibung zum Kurs und Informationen zum Kursformat auf gleichnamiger OPAL-Kursseite. Kurssprache: Deutsch. Zur Vorbereitung empfohlen: Bernd Stiegler (2015), Theorien der Literatur- und Kulturwissenschaften. Eine Einführung, Paderborn; Markus Fauser (52014), Einführung in die Kulturwissenschaft, Darmstadt.
- Lecture – [RFLK - Lindorfer] - Umbruch und Aufbruch: Romantik aus dem Geist der Revolution?
- Teacher
-
- PD Dr. Bettina Lindorfer
- Max attendee capacity
- 40
- Enrollment
-
- Enrollment via
- Enroll via url
- Appointments
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Day of the week Clock time Place Event format Tuesday 5th double period ABS/CON1 In-person - Description
- Der tiefgreifende politische und gesellschaftliche Umbruch, den die Französische Revolution 1789 markiert, prägt Literatur und Kultur nachhaltig. Freiheit, Individualität und der Bruch mit traditionellen Ordnungen werden zum zentralen Motiv einer Generation von Schriftstellerinnen und Künstlern, die ambivalent desillusioniert auf die Erfahrung von Gewalt, Terror und Desillusionierung reagiert. So oszillieren Autoren wie de Staël, Chateaubriand, Lamartine oder Hugo zwischen revolutionärem Pathos und nostalgischer Rückwendung zu Religion, Natur und Vergangenheit. Ihre Versuche, neue Formen der Subjektivität zu finden, zeigen ein romantisches Ich, das Zerrissenheit, Melancholie und Entfremdung artikuliert. Gerade diese Spannung zwischen Fortschrittsglauben und Verlustbewusstsein macht die Literatur, aber auch die Malerei und die Musik der europäischen Romantik kulturwissenschaftlich interessant.
Die Vorlesung wird das Innovationspotential der Romantik auf unterschiedlichen Gebieten skizzieren; neben Literatur und Kultur ist sind auch das Frauenbild, die Liebesehe und der Hang zum Übersinnlichen ein Thema. - Literature
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- Anja Ernst (Hg.) 2010: Die Romantik. Ein Gründungsmythos der Europäischen Moderne. Göttingen: V&R unipress.
- Volker Reinhardt 2025: Esprit und Leidenschaft. Kulturgeschichte Frankreichs. München: Beck.
- Monika Wienfort 2014: Verliebt, verlobt, verheiratet. Eine Geschichte der Ehe seit der Romantik. München: Beck.
SLK-SEBS-FRA-A
(Aufbaumodul)
- Lecture – [RSW2 - Meier] - Normierung, Variation und Prestige: Das Französische im Spiegel der Geschichte
- Teacher
-
- PD Dr. Franz Meier
- Max attendee capacity
- 25
- Enrollment
-
- Enrollment via
- Enroll via url
- Appointments
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Day of the week Clock time Place Event format Monday 6th double period W48/0002 In-person - Description
- Die Vorlesung gibt einen Überblick über zentrale Etappen der französischen Sprachgeschichte vom Altfranzösischen über das Mittelfranzösische bis hin zum Französischen der Gegenwart. Sie thematisiert Formen historischer Sprachvariation sowie die Entwicklung und Durchsetzung sprachlicher Normen und verbindet dabei Perspektiven der internen Sprachgeschichte (z. B. lautliche, morphologische und syntaktische Entwicklungen) mit Aspekten der externen Sprachgeschichte, etwa gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Rahmenbedingungen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie sich Vorstellungen vom „bon français“ herausgebildet haben und wie diese mit sozialer Differenzierung, Prestige und Macht verbunden sind. Dabei werden auch Institutionalisierungsprozesse – etwa im Umfeld der Académie française – berücksichtigt. Die Analyse unterschiedlicher historischer Textsorten ermöglicht es, Sprachwandel und Normierungsprozesse anhand konkreter Quellen nachzuvollziehen und in ihrem historischen Kontext zu verorten.
- Literature
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- Berschin, Helmut/Felixberger, Josef/Goebl, Hans (2008): Französische Sprachgeschichte. Hildesheim/Zürich/New York: Olms.
- Koch, Peter (2003): „Romanische Sprachgeschichte und Varietätenlinguistik“. In: Ernst, Gerhard et al. (Hg.): Romanische Sprachgeschichte. Ein internationales Handbuch zur Geschichte der romanischen Sprachen. Bd. 1. Berlin/New York: de Gruyter, 102–123.
- Lodge, Anthony R. (2004): A Sociolinguistic History of Parisian French. Cambridge: Cambridge University Press.
- Polzin-Haumann, Claudia/Schweickard, Wolfgang (Hg.) (2015): Manuel de linguistique française. Berlin/Boston: de Gruyter.
- Wartburg, Walther von (1993): Évolution et structure de la langue française. Tübingen: Francke.
- Seminar – [RSW2 - Meier] - Politische Diskurse des frankophonen Raums in der sprachwissenschaftlichen Analyse
- Teacher
-
- PD Dr. Franz Meier
- Max attendee capacity
- 25
- Enrollment
-
- Enrollment via
- Enroll via url
- Appointments
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Day of the week Clock time Place Event format Monday 7th double period W48/0002 In-person - Description
- Die Lehrveranstaltung vermittelt grundlegende Konzepte und Methoden der Diskursanalyse und wendet diese auf politische Debatten im französischsprachigen Kontext an. Im Zentrum steht die Frage, wie politische Wirklichkeit sprachlich konstruiert, verhandelt und legitimiert wird. Diskurse zu unterschiedlichen gesellschaftspolitischen Themen werden im Rahmen einer linguistischen Mehrebenenanalyse untersucht. Dabei stehen sowohl prädiskursive Elemente wie Metaphern, Doxa und implizite Wissensbestände als auch text- und argumentationsbezogene Strukturen im Fokus. Besonderes Augenmerk gilt der Agonalität und Polyphonie, also der sprachlichen Inszenierung von Konflikt, Gegenpositionen und Mehrstimmigkeit in politischen Debatten. Darüber hinaus werden Argumentationsmuster sowie semantisch-lexikalische Wandlungsprozesse einzelner diskursiver Elemente – etwa von Formeln oder Leitbegriffen – analysiert. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Analyse des Ethos politischer Akteur:innen, um Strategien der Selbstinszenierung und der Herstellung von Glaubwürdigkeit herauszuarbeiten.
- Literature
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- Becker, Martin (2015): „Zum Diskursbegriff – seinen Dimensionen und Anwendungen“. In: Lebsanft, Franz/Schrott, Angela (Hg.): Diskurse, Texte, Traditionen. Göttingen: V&R Bonn University Press, 149–170.
- Bubenhofer, Noah/Scharloth, Joachim/Eugster, David (2015): „Rhizome digital: Datengeleitete Methoden für alte und neue Fragestellungen in der Diskursanalyse“. In: Keller, Reiner/Schneider, Werner/Viehöver, Willy (Hg.): Diskurs – Interpretation – Hermeneutik. Weinheim: Beltz Juventa, 173–210.
- Charaudeau, Patrick/Maingueneau, Dominique (Hg.) (2002): Dictionnaire d’analyse du discours. Paris: Éditions du Seuil.
- Felder, Ekkehard (2015): „Lexik und Grammatik der Agonalität in der linguistischen Diskursanalyse“. In: Kämper, Heidrun/Warnke, Ingo H. (Hg.): Diskurs – interdisziplinär. Berlin/Boston: de Gruyter, 87–120.
- Hennemann, Anja/Schlaak, Claudia (Hg.) (2015): Politische und mediale Diskurse. Berlin: Frank & Timme.
- Lebsanft, Franz (2015): „Zur Linguistik des populistischen Diskurses: Analyse eines Interviews mit Marine Le Pen (2014)“. In: Kahl, Thede/Kramer, Johannes/Prifti, Elton (Hg.): Romanica et Balcanica. München: AVM, 289–301.
- Weiland, Verena (2020): Sprachwissenschaftliche Zugriffe auf Diskurse. Ein korpuslinguistischer Ansatz am Beispiel des Themas „Sicherheit und Überwachung“ in Frankreich. Heidelberg: Winter.
- Seminar – [RSW2 - Meier] - Korpuslinguistik Französisch (B.A./M.A.)
- Teacher
-
- PD Dr. Franz Meier
- Max attendee capacity
- 20
- Enrollment
-
- Enrollment via
- Enroll via url
- Appointments
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Day of the week Clock time Place Event format Tuesday 2nd double period SCH/A252 In-person - Description
- Die Lehrveranstaltung vermittelt einen systematischen Einblick in die Arbeit mit sprachlichen Korpora des Französischen. Zu Beginn werden zentrale Konzepte der Korpuslinguistik behandelt, darunter Korpustypen, Prinzipien des Korpusdesigns sowie Schritte der Datenaufbereitung. Darauf aufbauend stehen Verfahren der Annotation im Mittelpunkt, einschließlich der Evaluation der Übereinstimmung zwischen mehreren Annotator:innen (Interrater-Agreement). Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Einsatz KI-basierter Methoden der Korpusannotation, wobei Performanztests durchgeführt und die Ergebnisse von Large Language Models (LLMs) mit menschlichen Annotationen verglichen werden. Dabei werden korpusbasierte Analysen unterschiedlicher sprachlicher Konstruktionen aus Morphologie, Syntax und Diskurs durchgeführt. Ziel der Lehrveranstaltung ist die Erstellung eines eigenen Onlinekorpus.
- Literature
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- Poudat, Céline / Landragin, Frédéric (2017): Explorer un corpus textuel : méthodes – pratiques – outils. Louvain-la-Neuve: De Boeck Supérieur.
- Longhi, Julien (2017): Linguistique de corpus appliquée. Paris: Didier Érudition/Klincksieck.
- Frérot, Cécile / Pecman, Mojca (2021): Des corpus numériques à l’analyse linguistique en langues de spécialité. Grenoble: UGA Éditions, Université Grenoble Alpes.
- Seminar – [RFLK - König] - Décentraliser la francophonie : approches des cultures francophones hors d'Europe.
- Teacher
-
- Dr. Torsten König
- Max attendee capacity
- 20
- Enrollment
-
- Enrollment via
- Enroll via url
- Appointments
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Day of the week Clock time Place Event format Tuesday 4th double period BSS/0117 In-person - Description
- Dans les débats mondiaux actuels sur le présent et l'avenir de la société mondiale, sur les défis sociaux, économiques et écologiques, les voix francophones de différentes régions du monde jouent un rôle important. Des écrivains et des intellectuels de la Méditerranée (A. Maalouf), d'Afrique du Nord (L. Slimani, H. Bentouhami), d'Afrique de l'Ouest (F. Sarr, S. B. Diagne) et d'Afrique centrale (L. Miano, A. Mabanckou, A. Mbembe), des Caraïbes (E. Glissant), d'Amérique du Nord (D. Laferrière) ou de l'Océan Indien (K. Torabully), formulent leur vision du monde dans des récits, des essais ou des films marqués par la diversité culturelle de leurs origines respectives. Deux caractéristiques les relient cependant : Ils s'expriment en langue française et ils adoptent, surtout depuis la fin du XXe siècle, des points de vue résolument non-européens et non-occidentaux sur le monde. Ils décentralisent l'espace de discussion « monde francophone ». Notre séminaire a pour but d'introduire à cet espace de discussion. Dans le cadre de ce cours, nous souhaitons tout d’abord avoir une vue d'ensemble des régions culturelles francophones du monde : de leur histoire (qui, en tant qu'histoire francophone, est une histoire coloniale et postcoloniale) et de leurs caractéristiques sociales, politiques et culturelles dans le présent. Dans un deuxième temps, nous nous pencherons sur une sélection d’importantes contributions au débat de représentants de ces régions dans la littérature, l'essai de critique culturelle et le cinéma. Nous nous interrogerons sur leur pertinence pour un discours global, sur la spécificité de leurs thèmes et de leurs contributions (ordre mondial postcolonial, identités culturelles mondialisées, migration, politique climatique, etc.) Une autre question centrale sera celle de la relation que les cultures francophones entretiennent entre elles et avec l'ancien centre qu'était la France. Enfin, le cours est un plaidoyer pour que la langue française soit considérée comme un moyen global de communication dans des débats contemporains très actuels et comme une voie d'accès à une immense diversité culturelle. Examens possibles : oraux ou écrits selon le règlement d'études correspondant. Inscription au cours et informations sur le format du cours sur la page OPAL. Langue du cours : français uniquement (les travaux d'examen écrits, comme la Hausarbeit, peuvent être remis en allemand).
- Literature
- Pour approfondir le sujet [tous les textes se trouvent en format pdf sur la page OPAL] : J.-M. Moura (³2019), „Introduction“, in : ders., Littératures francophones et théorie postcoloniale, Paris, 1-22; F. Sarr (2016), „Penser l’Afrique“, in: ders., Afrotopia, Paris, 9-15 ; M. Messling (2023), „L’universel après l’universalisme“, in : ders., L'universel après l'universalisme: Des littératures francophones du contemporain, Paris, 15-48.
- Seminar – [RFLK - König] - Kulturgeschichte des Klimas und des Wetters: französische Quellen vom Mittelalter bis heute
- Teacher
-
- Dr. Torsten König
- Max attendee capacity
- 20
- Enrollment
-
- Enrollment via
- Enroll via url
- Appointments
-
Day of the week Clock time Place Event format Monday 5th double period W48/0101 In-person - Description
- Das Bewusstsein für die Determiniertheit menschlichen Lebens durch klimatische und meteorologische Gegebenheiten ist in den letzten Jahren unter dem Einfluss des Klimawandels in allen Gesellschaften weltweit gewachsen. Doch wie reagierten Menschen in vergangenen Epochen auf einschneidende Veränderungen im Klima bzw. extreme Wetterereignisse? Wie wurde der spürbare Anstieg der Temperaturen in Europa während des mittelalterlichen „Klimaoptimums“ zwischen dem 11. und dem 14. Jahrhundert wahrgenommen, wie die sogenannte „kleine Eiszeit“ im 17. und 18. Jahrhundert, in der extrem kalte Winter und kühle, feuchte Sommer über sehr lange Zeiträume das Leben der Menschen bestimmten? Welche Folgen hatte das „Jahr ohne Sommer“ 1816, in dem aufgrund eines Vulkanausbruches im Pazifik das Weltklima so destabilisiert wurde, dass im Juni in Frankreich und Deutschland Schnee fiel und heftige Unwetter die Länder verwüsteten? Was können wir vor diesem Hintergrund über die Spezifik des gegenwärtigen Nachdenkens über das Verhältnis von Mensch und Klima lernen? Diesen Fragen geht das Seminar mit dem Fokus auf Frankreich und französischsprachige Quellen nach. Anhand von in erster Linie literarischen Texten aber auch Grafik, Malerei und Film, in denen in signifikanter Weise auf Klima und Wetter Bezug genommen wird, rekonstruiert der Kurs in Fallstudien eine französische Kulturgeschichte des Klimas und des Wetters. Die Lern- und Erkenntnisziele liegen auf unterschiedlichen Ebenen. Erstens vermittelt der Kurs allgemeines Überblickswissen zu unterschiedlichen Epochen der französischen Kulturgeschichte und zu wichtigen Akteuren wie literarischen Kanonautoren - von Montaigne über Montesquieu bis hin zu Mme de Sévigné oder Pierre Ducrozet, bildenden Künstlern – von den Landschaftsmalern des 17. Jh. bis zu dem bédéiste Christophe Blain oder Regisseuren der Gegenwart wie Luc Jacquet. Zweitens will das Seminar mit seinem Gegenstand „Klima vs. Mensch“ zu einer Schärfung des Verständnisses von aktuellen gesellschaftlichen Debatten in Frankreich (und nicht nur dort) beitragen, was durch theoretische Lektüren von Autoren wie Bruno Latour oder Le Roy Ladurie begleitet wird. Und drittens vermittelt es sprachliche und analytische Kompetenzen im Umgang mit französischen medialen Formaten (literarische Gattungen, Film, Bildmedien etc.). Kurssprachen: Deutsch, auf Wunsch auch Französisch. Mögliche Prüfungsleistungen: mündliche oder schriftliche Seminarbeiträge entsprechend jeweiliger Studienordnung. Einschreibung zum Kurs und Informationen zum Kursformat auf gleichnamiger OPAL-Kursseite.
- Literature
- Zur Vorbereitung empfohlen: Emmanuel Le Roy Ladurie (2013), „L'histoire du climat avec l'historien Emmanuel Le Roy Ladurie“, Radiointerview, Radiofrance, Lundi 17 juin 2013, https://www.radiofrance.fr/franceinter/podcasts/mots-et-merveilles/l-histoire-du-climat-avec-l-historien-emmanuel-le-roy-ladurie-1-5-4876199. Emmanuel Le Roy Ladurie (2015), „Il y a une histoire du climat avant et après le réchauffement climatique“, in : https://www.culture.gouv.fr/Actualites/E.-Le-Roy-Ladurie-Il-y-a-une-histoire-du-climat-avant-et-apres-le-rechauffement-climatique. Emmanuel Le Roy Ladurie (32020), Histoire du climat depuis l’an mil, Paris. Wolfgang Behringer (62022), Kulturgeschichte des Klimas. Von der Eiszeit bis zur globalen Erwärmung, München
- Lecture – [RFLK - Lindorfer] - Umbruch und Aufbruch: Romantik aus dem Geist der Revolution?
- Teacher
-
- PD Dr. Bettina Lindorfer
- Max attendee capacity
- 40
- Enrollment
-
- Enrollment via
- Enroll via url
- Appointments
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Day of the week Clock time Place Event format Tuesday 5th double period ABS/CON1 In-person - Description
- Der tiefgreifende politische und gesellschaftliche Umbruch, den die Französische Revolution 1789 markiert, prägt Literatur und Kultur nachhaltig. Freiheit, Individualität und der Bruch mit traditionellen Ordnungen werden zum zentralen Motiv einer Generation von Schriftstellerinnen und Künstlern, die ambivalent desillusioniert auf die Erfahrung von Gewalt, Terror und Desillusionierung reagiert. So oszillieren Autoren wie de Staël, Chateaubriand, Lamartine oder Hugo zwischen revolutionärem Pathos und nostalgischer Rückwendung zu Religion, Natur und Vergangenheit. Ihre Versuche, neue Formen der Subjektivität zu finden, zeigen ein romantisches Ich, das Zerrissenheit, Melancholie und Entfremdung artikuliert. Gerade diese Spannung zwischen Fortschrittsglauben und Verlustbewusstsein macht die Literatur, aber auch die Malerei und die Musik der europäischen Romantik kulturwissenschaftlich interessant.
Die Vorlesung wird das Innovationspotential der Romantik auf unterschiedlichen Gebieten skizzieren; neben Literatur und Kultur ist sind auch das Frauenbild, die Liebesehe und der Hang zum Übersinnlichen ein Thema. - Literature
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- Anja Ernst (Hg.) 2010: Die Romantik. Ein Gründungsmythos der Europäischen Moderne. Göttingen: V&R unipress.
- Volker Reinhardt 2025: Esprit und Leidenschaft. Kulturgeschichte Frankreichs. München: Beck.
- Monika Wienfort 2014: Verliebt, verlobt, verheiratet. Eine Geschichte der Ehe seit der Romantik. München: Beck.
- Seminar – [RFLK - Lindorfer] - Das französischsprachige Kanada: Geschichte, Sprache und Literatur
- Teacher
-
- PD Dr. Bettina Lindorfer
- Max attendee capacity
- 30
- Enrollment
-
- Enrollment via
- Enroll via url
- Appointments
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Day of the week Clock time Place Event format Wednesday 2nd double period BSS/0117 In-person - Description
- Innerhalb eines überwiegend anglophonen Staates versucht sich das frankophone Kanada, insbesondere Québec, in seiner kulturellen und sprachlichen Eigenständigkeit zu behaupten. Nach der französischen Kolonialzeit und nach dem Machtverlust durch die britische Eroberung hat sich eine frankophone Minderheitenkultur herausgebildet, deren zentrales Symbol kultureller und politischer Selbstbehauptung die französische Sprache ist. Literatur dient ihr als Raum der Selbstreflexion und des Widerstands gegen kulturelle Marginalisierung. Kulturwissenschaftlich interessant ist dabei, wie Geschichte, Sprache und Literatur ineinandergreifen und eine eigenständige frankokanadische bzw. quebecische Identität hervorbringen, die sich bewusst sowohl von Frankreich als auch vom anglophonen Kanada abgrenzt.
In Absprache mit dem Seminar wird die Veranstaltung überwiegend in französischer Sprache stattfinden. - Literature
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- Maxime Raymond-Bock 2024: Morel. Montreal: Le cheval d’août.
- Kevin Lambert 2022: Que notre joie demeure. Montreal: Helios.
- Nicolas Dickner 2007: Nikolski. Roman. Paris: Denoël.
- Éric Chacour 2023: Ce que je sais de toi. Roman. Paris: Philippe Rey.
- Seminar – [RFLK - Lindorfer] - (Post-)koloniale Spuren: kulturelle Zerrissenheit im frankophonen Raum
- Teacher
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- PD Dr. Bettina Lindorfer
- Max attendee capacity
- 30
- Enrollment
-
- Enrollment via
- Enroll via url
- Appointments
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Day of the week Clock time Place Event format Wednesday 3rd double period BSS/0117 In-person - Description
- Ausgehend von französischsprachigen Erzähltexten fokussiert das Seminar aktuelle und historische Konfliktfelder im Kontext von Dekolonisierung, Migration und Mehrsprachigkeit.
Die gesellschaftlichen Diskussionen zu Integration, Zugehörigkeit und Tradition werden im Seminar ausgehend von französischsprachigen Romanen und Filmen behandelt; dabei soll dem Zusammenhang von Sprache und Identität besondere Aufmerksamkeit zukommen.
In Absprache mit den Teilnehmer:innen wird das Seminar überwiegend in französischer Sprache stattfinden. - Literature
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- Ève Guerra 2024: Rapatriement. Roman. Paris: Bernard Grasset.
- Leïla Slimani 2020-2025: Le pays des autres. 3 Bde. Paris: Gallimard (dt. 2021-2026: Das Land der anderen, übers. v. Amelie Thoma. München: Luchterhand).
- Alice Zeniter 2017: L'art de perdre. Paris: Flammarion (dt. 2021: Die Kunst zu verlieren, übers. v. Hainer Kober).
- Seminar – [RFLK - Lindorfer] - Die Verantwortung der Intellektuellen: Frankreich zwischen 1940 und 1944
- Teacher
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- PD Dr. Bettina Lindorfer
- Max attendee capacity
- 30
- Enrollment
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- Enrollment via
- Enroll via url
- Appointments
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Day of the week Clock time Place Event format Thursday 2nd double period ABS/2-01 In-person - Description
- Die deutsche Besatzung Frankreichs konfrontierte insbesondere die Intelligenzija mit der Frage nach politischer Verantwortung und moralischer Haltung. Im Spannungsfeld zwischen Kollaboration, Anpassung und Résistance nutzten manche die von den Besatzern kontrollierten kulturellen Räume – Verlage, Zeitschriften, Theater – und legitimierten damit indirekt das Vichy-Regime bzw. die deutsche Kulturpolitik, andere engagierten sich offen oder verdeckt im Widerstand, etwa durch Untergrundpublikationen oder die Verschlüsselung oppositioneller Botschaften in literarischen Texten. Viele Akteur:innen nahmen keine eindeutige Position ein; ihr Schweigen und ihre strategische oder ästhetische Ambivalenz dienten als Selbstschutz, aber auch als Form indirekter Opposition. Die Nachkriegszeit zeigt zudem, wie stark Deutungen von Kollaboration und Résistance durch spätere Umdeutungen der eigenen Rolle geprägt wurden.
- Literature
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- Gisèle Sapiro 2011: La responsabilité de l'écrivain. Littérature, droit et morale en France (XIXe - XXIe siècle). Paris: Seuil.
- Jürgen Sieß (Hg.) 1984: Widerstand, Flucht, Kollaboration. Literarische Intelligenz und Politik in Frankreich. Frankfurt/M.: Campus.
- Heinrich August Winkler 2011: Besatzung, Kollaboration, Widerstand (II): Frankreich. In: Geschichte des Westens. München: Beck: 1022-1037.
- Seminar – [RFLK - Heine] - „Souvenirs, souvenirs“: Formen des Erinnerns in Wort und Bild
- Teacher
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- Imke Heine
- Max attendee capacity
- 10
- Enrollment
-
- Enrollment via
- Enroll via url
- Appointments
-
Day of the week Clock time Place Event format Thursday 3rd double period MER/0003 In-person - Description
- Von Familienfotos bis zum Gedenktag: Sowohl in privaten als auch in kollektiven Kontexten ist Erinnerung ein zentraler identitäts- und sinnstiftender Bestandteil der Alltagskultur. Vor dem Hintergrund von Gewalterfahrungen, Kriegen, Prozessen der Dekolonialisierung und Migration haben sich memory-Diskurse insbesondere in den letzten Jahrzehnten zu einem bedeutsamen internationalen Phänomen entwickelt. Auch in der Auseinandersetzung mit Literatur und Film erweist sich die Gedächtnisthematik als omnipräsent. Erzählte Erinnerung, etwa in der Autobiographie, erzeugt Kontinuität, kann aber auch Gegennarrative schaffen und damit etablierte Geschichtsbilder dekonstruieren.
Nach einer Einführung in grundlegende Ansätze der kulturwissenschaftlichen Gedächtnisforschung soll im Seminar anhand von Beispielen aus dem französischsprachigen Raum untersucht werden, wie narrative Texte, Filme und Comics Erinnerung verhandeln. Welche Verfahren kommen zum Einsatz, um die Funktionsweise des Gedächtnisses darzustellen? Wie wird das Wiederaufleben vergangener Ereignisse inszeniert? In welcher Weise werden Brüche thematisiert, die etwa aufgrund von Traumata, kollektiver Verdrängung oder Krankheit entstehen? Dabei sind stets auch erinnerungskulturelle bzw. historische Kontexte von Relevanz.
Das Seminar findet in Absprache mit den Teilnehmenden vorwiegend in französischer Sprache statt. - Literature
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- Erll, Astrid/Ansgar Nünning (Hgg.) (2005): Gedächtniskonzepte der Literaturwissenschaft. Theoretische Grundlegung und Anwendungsperspektiven, Berlin/New York: de Gruyter.
- Erll, Astrid (2011): Kollektives Gedächtnis und Erinnerungskulturen. Eine Einführung, 2., aktualisierte und erweiterte Auflage, Stuttgart/Weimar: J.B. Metzler.
- Segler-Meßner, Silke/Isabella von Treskow (Hgg.) (2024): Traumatisme et mémoire culturelle. France et espaces francophones, Berlin/Boston: de Gruyter.
- Seminar – [RFLK - Kern] - OuLiPo et Pérec – ou : apprendre à lire
- Teacher
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- Dr. Matthias Kern
- Max attendee capacity
- 10
- Enrollment
-
- Enrollment via
- Enroll via url
- Appointments
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Day of the week Clock time Place Event format Thursday 4th double period BSS/0E49 In-person - Description
- Hinter der Abkürzung OuLiPo verbirgt sich das Ouvroir de Littérature Potentielle, eine Literaturgruppe um François le Lionnais und Raymond Queneau, die 1960 als Reaktion auf die Strömung des französischen Surrealismus und aus dem Collège de ‘Pataphysique hervorgeht. Ihr Ziel besteht darin, neue literarische Formen zu entwickeln, die gewohnte Lese- und Erzählmuster herausfordern und dadurch neue Perspektiven auf die Welt eröffnen. Als einer der bedeutendsten Vertreter dieser Strömung muss Georges Pérec angesehen werden, der in Romanen wie Les Choses (1965) oder La Vie. Mode d’Emploi (1978) mit dem Grundprinzip der Literaturgruppe, der formellen contrainte, arbeitet. Diese selbst auferlegten Regeln ermöglichen ihm, Romane ohne Protagonisten und räumlich organisierte Erzählungen vorzulegen, die gleichzeitig auch eine klare Sozialkritik der konsumeristisch orientierten Gesellschaft der 1960er und 1970er Jahre anstellen. Die contrainte wird bei OuLiPo demnach weniger zur Einschränkung, sondern explizit zum Produktionsmotor.
In diesem Seminar soll zunächst die literarische contrainte zum Anlass genommen werden, unsere Kenntnisse in der analytischen Lektüre von Literatur mithilfe von narratologischen Analysemethoden zu schärfen. Das Seminar arbeitet damit sehr textnah und versucht über close reading nicht nur die Besonderheit der oulipotischen Literatur herausarbeiten, sondern auch zu verdeutlichen, wie narrative Normen erstellt und dadurch auch das Gefühl einer Erfahrung von narrativer Normalität kreiert wird. Darüber hinaus vermittelt das Seminar einen Überblick über die Erneuerungsversuche von OuLiPo im Vergleich zu anderen Literaturgruppen (Nouveau Roman, Internationale Situationiste…) und verortet sie im historischen Klima der linken Bewegung der 68er. Der Kurs wird auf Französisch angeboten; die Sprache kann jedoch an die Bedürfnisse der Besucher:innen angepasst werden. - Literature
-
- Zur Anschaffung empfohlen:
- Georges Pérec: Les Choses. Une histoire des années soixante. Paris : Pocket 1984.
- Raymond Queneau: Exercices de style. Paris: Gallimard [folio] 1995.
- Seminar – [RFLK - Kern] - « Mal du siècle » ? Emotionen in der französischen Romantik
- Teacher
-
- Dr. Matthias Kern
- Max attendee capacity
- 10
- Enrollment
-
- Enrollment via
- Enroll via url
- Appointments
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Day of the week Clock time Place Event format Wednesday 3rd double period Z21/0242 In-person - Description
- Die französische Romantik ist auf weltliterarischer Ebene eine recht späte Erscheinung: Zwar kann in Jean-Jacques Rousseau schon ein Vorgänger dieser Strömung gesehen werden, doch die eigentliche Literaturströmung formiert sich erst in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die französische Adlige mit Schweizer Wurzeln Germaine de Staël führt das französische Publikum mit ihrem langen Essai De l’Allemagne (1813-1814) erst an die deutsche (und englische) Literatur heran, die fortan zur Hauptinspiration der neuen Kulturströmung wird. Dabei sind Grundmerkmale der romantischen Ausdrucksform die Loslösung von starren Gattungskonventionen sowie Hinterfragung gesellschaftlicher Werte, die Auseinandersetzung mit der Natur und ‚organischen‘, ‚authentischen‘ Ausdrucksformen, die sich bewusst gegen das Kulturstreben der Aufklärung stellen. Dies wird durch eine besondere Beachtung von Affekt und Emotionalität begleitet, die sich häufig in der Form eines „mal du siècle“ äußert, das Musset 1836 konstatiert.
In diesem Seminar wollen wir genau diesem „mal du siècle“ nachspüren und damit die französische Romantik genauer erforschen. Dies ermöglicht den Blick auf die besondere politische Situation Frankreichs in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, aber vor allen Dingen auch den Blick auf das literarische Schaffen, das bis in die zeitgenössische Literatur weiterhallt. Wir werden uns in diesem Kontext mit François-René de Chateaubriands Atala (1801) und René (1802), Georges Sands Indiana (1832), aber auch mit den Méditations poétiques (1820/1841) von Alphonse de Lamartine. - Literature
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- Zur Anschaffung empfohlen:
- François-René de Chateaubriand : Atala – René. Hg. Jean-Claude Berchet. Paris : Gallimard [folio classiques] 2007.
- Georges Sand: Indiana. Hg. Béatrice Didier. Paris: Gallimard [folio classiques] 1984.
- Seminar – [RSW2 - Meier] - Le français innovant: Innovationen in Lexik, Syntax und Diskurs im Gegenwartsfranzösischen
- Teacher
-
- PD Dr. Franz Meier
- Max attendee capacity
- 15
- Enrollment
-
- Enrollment via
- OPAL
- Appointments
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Day of the week Clock time Place Event format Tuesday 3rd double period REC/C118 In-person - Description
- Das Seminar untersucht Dynamiken des Sprachwandels im modernen Französisch und fragt danach, wie Innovationen im Sprachgebrauch das Sprachsystem verändern. Im Zentrum stehen Prozesse wie Lexikalisierung, Grammatikalisierung und Pragmatikalisierung, anhand derer sich strukturelle und funktionale Verschiebungen exemplarisch nachvollziehen lassen. Analysiert werden lexikalische Neuerungen – etwa Neologismen, Entlehnungen und produktive Wortbildungsprozesse –, die den Wortschatz erweitern und neu strukturieren. Darüber hinaus richtet sich der Blick auf morphosyntaktische Entwicklungstendenzen sowie auf die Herausbildung von Diskursmarkern und Modalpartikeln. Ziel der Veranstaltung ist es, aktuelle Entwicklungen des Französischen theoretisch fundiert einzuordnen und anhand ausgewählter Beispiele empirisch zu analysieren.
- Literature
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- Detges, Ulrich/Waltereit, Richard (2016): „Grammaticalization and Pragmaticalization“. In: Fischer, Susann/Gabriel, Christoph (Hg.): Manual of Grammatical Interfaces in Romance. Berlin/Boston: de Gruyter, 635–658.
- Diémoz, Federica/Dostie, Gaétane/Hadermann, Pascale/Lefeuvre, Florence (Hg.) (2020): Le français innovant. Berlin/Boston: de Gruyter.
- Dostie, Gaétane (2004): Pragmaticalisation et marqueurs discursifs. Analyse sémantique et traitement lexicographique. Bruxelles: De Boeck Duculot.
- Hansen, Maj-Britt Mosegaard (1995): „Marqueurs métadiscursifs en français parlé. L’exemple de bon et de ben“. Le français moderne 63, 20–41.
- Lahousse, Karen/Lamiroy, Béatrice (2012): „Word Order in French, Spanish and Italian: A Grammaticalization Account“. Folia Linguistica 46(2), 387–416.
- Lahousse, Karen/Lamiroy, Béatrice (2015): „C’est ainsi que: grammaticalisation ou lexicalisation ou les deux à la fois?“. Journal of French Language Studies 27(2), 161–185.
- Prévost, Sophie/Bertrand, Olivier (Hg.) (2007): Grammaticalisation et lexicalisation. La formation d'expressions complexes. Paris: Larousse.
- Waltereit, Richard (2004): „Metonymischer Bedeutungswandel und pragmatische Strategien: Zur Geschichte von frz. quand même“. metaphorik.de 6, 117–133.
SLK-SEBS-FRA-W1
(Wissenschaftliche Vertiefung 1)
- Lecture – [RSW2 - Meier] - Normierung, Variation und Prestige: Das Französische im Spiegel der Geschichte
- Teacher
-
- PD Dr. Franz Meier
- Max attendee capacity
- 25
- Enrollment
-
- Enrollment via
- Enroll via url
- Appointments
-
Day of the week Clock time Place Event format Monday 6th double period W48/0002 In-person - Description
- Die Vorlesung gibt einen Überblick über zentrale Etappen der französischen Sprachgeschichte vom Altfranzösischen über das Mittelfranzösische bis hin zum Französischen der Gegenwart. Sie thematisiert Formen historischer Sprachvariation sowie die Entwicklung und Durchsetzung sprachlicher Normen und verbindet dabei Perspektiven der internen Sprachgeschichte (z. B. lautliche, morphologische und syntaktische Entwicklungen) mit Aspekten der externen Sprachgeschichte, etwa gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Rahmenbedingungen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie sich Vorstellungen vom „bon français“ herausgebildet haben und wie diese mit sozialer Differenzierung, Prestige und Macht verbunden sind. Dabei werden auch Institutionalisierungsprozesse – etwa im Umfeld der Académie française – berücksichtigt. Die Analyse unterschiedlicher historischer Textsorten ermöglicht es, Sprachwandel und Normierungsprozesse anhand konkreter Quellen nachzuvollziehen und in ihrem historischen Kontext zu verorten.
- Literature
-
- Berschin, Helmut/Felixberger, Josef/Goebl, Hans (2008): Französische Sprachgeschichte. Hildesheim/Zürich/New York: Olms.
- Koch, Peter (2003): „Romanische Sprachgeschichte und Varietätenlinguistik“. In: Ernst, Gerhard et al. (Hg.): Romanische Sprachgeschichte. Ein internationales Handbuch zur Geschichte der romanischen Sprachen. Bd. 1. Berlin/New York: de Gruyter, 102–123.
- Lodge, Anthony R. (2004): A Sociolinguistic History of Parisian French. Cambridge: Cambridge University Press.
- Polzin-Haumann, Claudia/Schweickard, Wolfgang (Hg.) (2015): Manuel de linguistique française. Berlin/Boston: de Gruyter.
- Wartburg, Walther von (1993): Évolution et structure de la langue française. Tübingen: Francke.
- Seminar – [RSW2 - Meier] - Politische Diskurse des frankophonen Raums in der sprachwissenschaftlichen Analyse
- Teacher
-
- PD Dr. Franz Meier
- Max attendee capacity
- 25
- Enrollment
-
- Enrollment via
- Enroll via url
- Appointments
-
Day of the week Clock time Place Event format Monday 7th double period W48/0002 In-person - Description
- Die Lehrveranstaltung vermittelt grundlegende Konzepte und Methoden der Diskursanalyse und wendet diese auf politische Debatten im französischsprachigen Kontext an. Im Zentrum steht die Frage, wie politische Wirklichkeit sprachlich konstruiert, verhandelt und legitimiert wird. Diskurse zu unterschiedlichen gesellschaftspolitischen Themen werden im Rahmen einer linguistischen Mehrebenenanalyse untersucht. Dabei stehen sowohl prädiskursive Elemente wie Metaphern, Doxa und implizite Wissensbestände als auch text- und argumentationsbezogene Strukturen im Fokus. Besonderes Augenmerk gilt der Agonalität und Polyphonie, also der sprachlichen Inszenierung von Konflikt, Gegenpositionen und Mehrstimmigkeit in politischen Debatten. Darüber hinaus werden Argumentationsmuster sowie semantisch-lexikalische Wandlungsprozesse einzelner diskursiver Elemente – etwa von Formeln oder Leitbegriffen – analysiert. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Analyse des Ethos politischer Akteur:innen, um Strategien der Selbstinszenierung und der Herstellung von Glaubwürdigkeit herauszuarbeiten.
- Literature
-
- Becker, Martin (2015): „Zum Diskursbegriff – seinen Dimensionen und Anwendungen“. In: Lebsanft, Franz/Schrott, Angela (Hg.): Diskurse, Texte, Traditionen. Göttingen: V&R Bonn University Press, 149–170.
- Bubenhofer, Noah/Scharloth, Joachim/Eugster, David (2015): „Rhizome digital: Datengeleitete Methoden für alte und neue Fragestellungen in der Diskursanalyse“. In: Keller, Reiner/Schneider, Werner/Viehöver, Willy (Hg.): Diskurs – Interpretation – Hermeneutik. Weinheim: Beltz Juventa, 173–210.
- Charaudeau, Patrick/Maingueneau, Dominique (Hg.) (2002): Dictionnaire d’analyse du discours. Paris: Éditions du Seuil.
- Felder, Ekkehard (2015): „Lexik und Grammatik der Agonalität in der linguistischen Diskursanalyse“. In: Kämper, Heidrun/Warnke, Ingo H. (Hg.): Diskurs – interdisziplinär. Berlin/Boston: de Gruyter, 87–120.
- Hennemann, Anja/Schlaak, Claudia (Hg.) (2015): Politische und mediale Diskurse. Berlin: Frank & Timme.
- Lebsanft, Franz (2015): „Zur Linguistik des populistischen Diskurses: Analyse eines Interviews mit Marine Le Pen (2014)“. In: Kahl, Thede/Kramer, Johannes/Prifti, Elton (Hg.): Romanica et Balcanica. München: AVM, 289–301.
- Weiland, Verena (2020): Sprachwissenschaftliche Zugriffe auf Diskurse. Ein korpuslinguistischer Ansatz am Beispiel des Themas „Sicherheit und Überwachung“ in Frankreich. Heidelberg: Winter.
- Seminar – [RSW2 - Meier] - Korpuslinguistik Französisch (B.A./M.A.)
- Teacher
-
- PD Dr. Franz Meier
- Max attendee capacity
- 20
- Enrollment
-
- Enrollment via
- Enroll via url
- Appointments
-
Day of the week Clock time Place Event format Tuesday 2nd double period SCH/A252 In-person - Description
- Die Lehrveranstaltung vermittelt einen systematischen Einblick in die Arbeit mit sprachlichen Korpora des Französischen. Zu Beginn werden zentrale Konzepte der Korpuslinguistik behandelt, darunter Korpustypen, Prinzipien des Korpusdesigns sowie Schritte der Datenaufbereitung. Darauf aufbauend stehen Verfahren der Annotation im Mittelpunkt, einschließlich der Evaluation der Übereinstimmung zwischen mehreren Annotator:innen (Interrater-Agreement). Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Einsatz KI-basierter Methoden der Korpusannotation, wobei Performanztests durchgeführt und die Ergebnisse von Large Language Models (LLMs) mit menschlichen Annotationen verglichen werden. Dabei werden korpusbasierte Analysen unterschiedlicher sprachlicher Konstruktionen aus Morphologie, Syntax und Diskurs durchgeführt. Ziel der Lehrveranstaltung ist die Erstellung eines eigenen Onlinekorpus.
- Literature
-
- Poudat, Céline / Landragin, Frédéric (2017): Explorer un corpus textuel : méthodes – pratiques – outils. Louvain-la-Neuve: De Boeck Supérieur.
- Longhi, Julien (2017): Linguistique de corpus appliquée. Paris: Didier Érudition/Klincksieck.
- Frérot, Cécile / Pecman, Mojca (2021): Des corpus numériques à l’analyse linguistique en langues de spécialité. Grenoble: UGA Éditions, Université Grenoble Alpes.
- Seminar – [RFLK - König] - Décentraliser la francophonie : approches des cultures francophones hors d'Europe.
- Teacher
-
- Dr. Torsten König
- Max attendee capacity
- 20
- Enrollment
-
- Enrollment via
- Enroll via url
- Appointments
-
Day of the week Clock time Place Event format Tuesday 4th double period BSS/0117 In-person - Description
- Dans les débats mondiaux actuels sur le présent et l'avenir de la société mondiale, sur les défis sociaux, économiques et écologiques, les voix francophones de différentes régions du monde jouent un rôle important. Des écrivains et des intellectuels de la Méditerranée (A. Maalouf), d'Afrique du Nord (L. Slimani, H. Bentouhami), d'Afrique de l'Ouest (F. Sarr, S. B. Diagne) et d'Afrique centrale (L. Miano, A. Mabanckou, A. Mbembe), des Caraïbes (E. Glissant), d'Amérique du Nord (D. Laferrière) ou de l'Océan Indien (K. Torabully), formulent leur vision du monde dans des récits, des essais ou des films marqués par la diversité culturelle de leurs origines respectives. Deux caractéristiques les relient cependant : Ils s'expriment en langue française et ils adoptent, surtout depuis la fin du XXe siècle, des points de vue résolument non-européens et non-occidentaux sur le monde. Ils décentralisent l'espace de discussion « monde francophone ». Notre séminaire a pour but d'introduire à cet espace de discussion. Dans le cadre de ce cours, nous souhaitons tout d’abord avoir une vue d'ensemble des régions culturelles francophones du monde : de leur histoire (qui, en tant qu'histoire francophone, est une histoire coloniale et postcoloniale) et de leurs caractéristiques sociales, politiques et culturelles dans le présent. Dans un deuxième temps, nous nous pencherons sur une sélection d’importantes contributions au débat de représentants de ces régions dans la littérature, l'essai de critique culturelle et le cinéma. Nous nous interrogerons sur leur pertinence pour un discours global, sur la spécificité de leurs thèmes et de leurs contributions (ordre mondial postcolonial, identités culturelles mondialisées, migration, politique climatique, etc.) Une autre question centrale sera celle de la relation que les cultures francophones entretiennent entre elles et avec l'ancien centre qu'était la France. Enfin, le cours est un plaidoyer pour que la langue française soit considérée comme un moyen global de communication dans des débats contemporains très actuels et comme une voie d'accès à une immense diversité culturelle. Examens possibles : oraux ou écrits selon le règlement d'études correspondant. Inscription au cours et informations sur le format du cours sur la page OPAL. Langue du cours : français uniquement (les travaux d'examen écrits, comme la Hausarbeit, peuvent être remis en allemand).
- Literature
- Pour approfondir le sujet [tous les textes se trouvent en format pdf sur la page OPAL] : J.-M. Moura (³2019), „Introduction“, in : ders., Littératures francophones et théorie postcoloniale, Paris, 1-22; F. Sarr (2016), „Penser l’Afrique“, in: ders., Afrotopia, Paris, 9-15 ; M. Messling (2023), „L’universel après l’universalisme“, in : ders., L'universel après l'universalisme: Des littératures francophones du contemporain, Paris, 15-48.
- Seminar – [RFLK - König] - Kulturgeschichte des Klimas und des Wetters: französische Quellen vom Mittelalter bis heute
- Teacher
-
- Dr. Torsten König
- Max attendee capacity
- 20
- Enrollment
-
- Enrollment via
- Enroll via url
- Appointments
-
Day of the week Clock time Place Event format Monday 5th double period W48/0101 In-person - Description
- Das Bewusstsein für die Determiniertheit menschlichen Lebens durch klimatische und meteorologische Gegebenheiten ist in den letzten Jahren unter dem Einfluss des Klimawandels in allen Gesellschaften weltweit gewachsen. Doch wie reagierten Menschen in vergangenen Epochen auf einschneidende Veränderungen im Klima bzw. extreme Wetterereignisse? Wie wurde der spürbare Anstieg der Temperaturen in Europa während des mittelalterlichen „Klimaoptimums“ zwischen dem 11. und dem 14. Jahrhundert wahrgenommen, wie die sogenannte „kleine Eiszeit“ im 17. und 18. Jahrhundert, in der extrem kalte Winter und kühle, feuchte Sommer über sehr lange Zeiträume das Leben der Menschen bestimmten? Welche Folgen hatte das „Jahr ohne Sommer“ 1816, in dem aufgrund eines Vulkanausbruches im Pazifik das Weltklima so destabilisiert wurde, dass im Juni in Frankreich und Deutschland Schnee fiel und heftige Unwetter die Länder verwüsteten? Was können wir vor diesem Hintergrund über die Spezifik des gegenwärtigen Nachdenkens über das Verhältnis von Mensch und Klima lernen? Diesen Fragen geht das Seminar mit dem Fokus auf Frankreich und französischsprachige Quellen nach. Anhand von in erster Linie literarischen Texten aber auch Grafik, Malerei und Film, in denen in signifikanter Weise auf Klima und Wetter Bezug genommen wird, rekonstruiert der Kurs in Fallstudien eine französische Kulturgeschichte des Klimas und des Wetters. Die Lern- und Erkenntnisziele liegen auf unterschiedlichen Ebenen. Erstens vermittelt der Kurs allgemeines Überblickswissen zu unterschiedlichen Epochen der französischen Kulturgeschichte und zu wichtigen Akteuren wie literarischen Kanonautoren - von Montaigne über Montesquieu bis hin zu Mme de Sévigné oder Pierre Ducrozet, bildenden Künstlern – von den Landschaftsmalern des 17. Jh. bis zu dem bédéiste Christophe Blain oder Regisseuren der Gegenwart wie Luc Jacquet. Zweitens will das Seminar mit seinem Gegenstand „Klima vs. Mensch“ zu einer Schärfung des Verständnisses von aktuellen gesellschaftlichen Debatten in Frankreich (und nicht nur dort) beitragen, was durch theoretische Lektüren von Autoren wie Bruno Latour oder Le Roy Ladurie begleitet wird. Und drittens vermittelt es sprachliche und analytische Kompetenzen im Umgang mit französischen medialen Formaten (literarische Gattungen, Film, Bildmedien etc.). Kurssprachen: Deutsch, auf Wunsch auch Französisch. Mögliche Prüfungsleistungen: mündliche oder schriftliche Seminarbeiträge entsprechend jeweiliger Studienordnung. Einschreibung zum Kurs und Informationen zum Kursformat auf gleichnamiger OPAL-Kursseite.
- Literature
- Zur Vorbereitung empfohlen: Emmanuel Le Roy Ladurie (2013), „L'histoire du climat avec l'historien Emmanuel Le Roy Ladurie“, Radiointerview, Radiofrance, Lundi 17 juin 2013, https://www.radiofrance.fr/franceinter/podcasts/mots-et-merveilles/l-histoire-du-climat-avec-l-historien-emmanuel-le-roy-ladurie-1-5-4876199. Emmanuel Le Roy Ladurie (2015), „Il y a une histoire du climat avant et après le réchauffement climatique“, in : https://www.culture.gouv.fr/Actualites/E.-Le-Roy-Ladurie-Il-y-a-une-histoire-du-climat-avant-et-apres-le-rechauffement-climatique. Emmanuel Le Roy Ladurie (32020), Histoire du climat depuis l’an mil, Paris. Wolfgang Behringer (62022), Kulturgeschichte des Klimas. Von der Eiszeit bis zur globalen Erwärmung, München
- Lecture – [RFLK - Lindorfer] - Umbruch und Aufbruch: Romantik aus dem Geist der Revolution?
- Teacher
-
- PD Dr. Bettina Lindorfer
- Max attendee capacity
- 40
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-
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-
Day of the week Clock time Place Event format Tuesday 5th double period ABS/CON1 In-person - Description
- Der tiefgreifende politische und gesellschaftliche Umbruch, den die Französische Revolution 1789 markiert, prägt Literatur und Kultur nachhaltig. Freiheit, Individualität und der Bruch mit traditionellen Ordnungen werden zum zentralen Motiv einer Generation von Schriftstellerinnen und Künstlern, die ambivalent desillusioniert auf die Erfahrung von Gewalt, Terror und Desillusionierung reagiert. So oszillieren Autoren wie de Staël, Chateaubriand, Lamartine oder Hugo zwischen revolutionärem Pathos und nostalgischer Rückwendung zu Religion, Natur und Vergangenheit. Ihre Versuche, neue Formen der Subjektivität zu finden, zeigen ein romantisches Ich, das Zerrissenheit, Melancholie und Entfremdung artikuliert. Gerade diese Spannung zwischen Fortschrittsglauben und Verlustbewusstsein macht die Literatur, aber auch die Malerei und die Musik der europäischen Romantik kulturwissenschaftlich interessant.
Die Vorlesung wird das Innovationspotential der Romantik auf unterschiedlichen Gebieten skizzieren; neben Literatur und Kultur ist sind auch das Frauenbild, die Liebesehe und der Hang zum Übersinnlichen ein Thema. - Literature
-
- Anja Ernst (Hg.) 2010: Die Romantik. Ein Gründungsmythos der Europäischen Moderne. Göttingen: V&R unipress.
- Volker Reinhardt 2025: Esprit und Leidenschaft. Kulturgeschichte Frankreichs. München: Beck.
- Monika Wienfort 2014: Verliebt, verlobt, verheiratet. Eine Geschichte der Ehe seit der Romantik. München: Beck.
- Seminar – [RFLK - Lindorfer] - Das französischsprachige Kanada: Geschichte, Sprache und Literatur
- Teacher
-
- PD Dr. Bettina Lindorfer
- Max attendee capacity
- 30
- Enrollment
-
- Enrollment via
- Enroll via url
- Appointments
-
Day of the week Clock time Place Event format Wednesday 2nd double period BSS/0117 In-person - Description
- Innerhalb eines überwiegend anglophonen Staates versucht sich das frankophone Kanada, insbesondere Québec, in seiner kulturellen und sprachlichen Eigenständigkeit zu behaupten. Nach der französischen Kolonialzeit und nach dem Machtverlust durch die britische Eroberung hat sich eine frankophone Minderheitenkultur herausgebildet, deren zentrales Symbol kultureller und politischer Selbstbehauptung die französische Sprache ist. Literatur dient ihr als Raum der Selbstreflexion und des Widerstands gegen kulturelle Marginalisierung. Kulturwissenschaftlich interessant ist dabei, wie Geschichte, Sprache und Literatur ineinandergreifen und eine eigenständige frankokanadische bzw. quebecische Identität hervorbringen, die sich bewusst sowohl von Frankreich als auch vom anglophonen Kanada abgrenzt.
In Absprache mit dem Seminar wird die Veranstaltung überwiegend in französischer Sprache stattfinden. - Literature
-
- Maxime Raymond-Bock 2024: Morel. Montreal: Le cheval d’août.
- Kevin Lambert 2022: Que notre joie demeure. Montreal: Helios.
- Nicolas Dickner 2007: Nikolski. Roman. Paris: Denoël.
- Éric Chacour 2023: Ce que je sais de toi. Roman. Paris: Philippe Rey.
- Seminar – [RFLK - Lindorfer] - (Post-)koloniale Spuren: kulturelle Zerrissenheit im frankophonen Raum
- Teacher
-
- PD Dr. Bettina Lindorfer
- Max attendee capacity
- 30
- Enrollment
-
- Enrollment via
- Enroll via url
- Appointments
-
Day of the week Clock time Place Event format Wednesday 3rd double period BSS/0117 In-person - Description
- Ausgehend von französischsprachigen Erzähltexten fokussiert das Seminar aktuelle und historische Konfliktfelder im Kontext von Dekolonisierung, Migration und Mehrsprachigkeit.
Die gesellschaftlichen Diskussionen zu Integration, Zugehörigkeit und Tradition werden im Seminar ausgehend von französischsprachigen Romanen und Filmen behandelt; dabei soll dem Zusammenhang von Sprache und Identität besondere Aufmerksamkeit zukommen.
In Absprache mit den Teilnehmer:innen wird das Seminar überwiegend in französischer Sprache stattfinden. - Literature
-
- Ève Guerra 2024: Rapatriement. Roman. Paris: Bernard Grasset.
- Leïla Slimani 2020-2025: Le pays des autres. 3 Bde. Paris: Gallimard (dt. 2021-2026: Das Land der anderen, übers. v. Amelie Thoma. München: Luchterhand).
- Alice Zeniter 2017: L'art de perdre. Paris: Flammarion (dt. 2021: Die Kunst zu verlieren, übers. v. Hainer Kober).
- Seminar – [RFLK - Lindorfer] - Die Verantwortung der Intellektuellen: Frankreich zwischen 1940 und 1944
- Teacher
-
- PD Dr. Bettina Lindorfer
- Max attendee capacity
- 30
- Enrollment
-
- Enrollment via
- Enroll via url
- Appointments
-
Day of the week Clock time Place Event format Thursday 2nd double period ABS/2-01 In-person - Description
- Die deutsche Besatzung Frankreichs konfrontierte insbesondere die Intelligenzija mit der Frage nach politischer Verantwortung und moralischer Haltung. Im Spannungsfeld zwischen Kollaboration, Anpassung und Résistance nutzten manche die von den Besatzern kontrollierten kulturellen Räume – Verlage, Zeitschriften, Theater – und legitimierten damit indirekt das Vichy-Regime bzw. die deutsche Kulturpolitik, andere engagierten sich offen oder verdeckt im Widerstand, etwa durch Untergrundpublikationen oder die Verschlüsselung oppositioneller Botschaften in literarischen Texten. Viele Akteur:innen nahmen keine eindeutige Position ein; ihr Schweigen und ihre strategische oder ästhetische Ambivalenz dienten als Selbstschutz, aber auch als Form indirekter Opposition. Die Nachkriegszeit zeigt zudem, wie stark Deutungen von Kollaboration und Résistance durch spätere Umdeutungen der eigenen Rolle geprägt wurden.
- Literature
-
- Gisèle Sapiro 2011: La responsabilité de l'écrivain. Littérature, droit et morale en France (XIXe - XXIe siècle). Paris: Seuil.
- Jürgen Sieß (Hg.) 1984: Widerstand, Flucht, Kollaboration. Literarische Intelligenz und Politik in Frankreich. Frankfurt/M.: Campus.
- Heinrich August Winkler 2011: Besatzung, Kollaboration, Widerstand (II): Frankreich. In: Geschichte des Westens. München: Beck: 1022-1037.
- Seminar – [RFLK - Heine] - „Souvenirs, souvenirs“: Formen des Erinnerns in Wort und Bild
- Teacher
-
- Imke Heine
- Max attendee capacity
- 10
- Enrollment
-
- Enrollment via
- Enroll via url
- Appointments
-
Day of the week Clock time Place Event format Thursday 3rd double period MER/0003 In-person - Description
- Von Familienfotos bis zum Gedenktag: Sowohl in privaten als auch in kollektiven Kontexten ist Erinnerung ein zentraler identitäts- und sinnstiftender Bestandteil der Alltagskultur. Vor dem Hintergrund von Gewalterfahrungen, Kriegen, Prozessen der Dekolonialisierung und Migration haben sich memory-Diskurse insbesondere in den letzten Jahrzehnten zu einem bedeutsamen internationalen Phänomen entwickelt. Auch in der Auseinandersetzung mit Literatur und Film erweist sich die Gedächtnisthematik als omnipräsent. Erzählte Erinnerung, etwa in der Autobiographie, erzeugt Kontinuität, kann aber auch Gegennarrative schaffen und damit etablierte Geschichtsbilder dekonstruieren.
Nach einer Einführung in grundlegende Ansätze der kulturwissenschaftlichen Gedächtnisforschung soll im Seminar anhand von Beispielen aus dem französischsprachigen Raum untersucht werden, wie narrative Texte, Filme und Comics Erinnerung verhandeln. Welche Verfahren kommen zum Einsatz, um die Funktionsweise des Gedächtnisses darzustellen? Wie wird das Wiederaufleben vergangener Ereignisse inszeniert? In welcher Weise werden Brüche thematisiert, die etwa aufgrund von Traumata, kollektiver Verdrängung oder Krankheit entstehen? Dabei sind stets auch erinnerungskulturelle bzw. historische Kontexte von Relevanz.
Das Seminar findet in Absprache mit den Teilnehmenden vorwiegend in französischer Sprache statt. - Literature
-
- Erll, Astrid/Ansgar Nünning (Hgg.) (2005): Gedächtniskonzepte der Literaturwissenschaft. Theoretische Grundlegung und Anwendungsperspektiven, Berlin/New York: de Gruyter.
- Erll, Astrid (2011): Kollektives Gedächtnis und Erinnerungskulturen. Eine Einführung, 2., aktualisierte und erweiterte Auflage, Stuttgart/Weimar: J.B. Metzler.
- Segler-Meßner, Silke/Isabella von Treskow (Hgg.) (2024): Traumatisme et mémoire culturelle. France et espaces francophones, Berlin/Boston: de Gruyter.
- Seminar – [RFLK - Kern] - OuLiPo et Pérec – ou : apprendre à lire
- Teacher
-
- Dr. Matthias Kern
- Max attendee capacity
- 10
- Enrollment
-
- Enrollment via
- Enroll via url
- Appointments
-
Day of the week Clock time Place Event format Thursday 4th double period BSS/0E49 In-person - Description
- Hinter der Abkürzung OuLiPo verbirgt sich das Ouvroir de Littérature Potentielle, eine Literaturgruppe um François le Lionnais und Raymond Queneau, die 1960 als Reaktion auf die Strömung des französischen Surrealismus und aus dem Collège de ‘Pataphysique hervorgeht. Ihr Ziel besteht darin, neue literarische Formen zu entwickeln, die gewohnte Lese- und Erzählmuster herausfordern und dadurch neue Perspektiven auf die Welt eröffnen. Als einer der bedeutendsten Vertreter dieser Strömung muss Georges Pérec angesehen werden, der in Romanen wie Les Choses (1965) oder La Vie. Mode d’Emploi (1978) mit dem Grundprinzip der Literaturgruppe, der formellen contrainte, arbeitet. Diese selbst auferlegten Regeln ermöglichen ihm, Romane ohne Protagonisten und räumlich organisierte Erzählungen vorzulegen, die gleichzeitig auch eine klare Sozialkritik der konsumeristisch orientierten Gesellschaft der 1960er und 1970er Jahre anstellen. Die contrainte wird bei OuLiPo demnach weniger zur Einschränkung, sondern explizit zum Produktionsmotor.
In diesem Seminar soll zunächst die literarische contrainte zum Anlass genommen werden, unsere Kenntnisse in der analytischen Lektüre von Literatur mithilfe von narratologischen Analysemethoden zu schärfen. Das Seminar arbeitet damit sehr textnah und versucht über close reading nicht nur die Besonderheit der oulipotischen Literatur herausarbeiten, sondern auch zu verdeutlichen, wie narrative Normen erstellt und dadurch auch das Gefühl einer Erfahrung von narrativer Normalität kreiert wird. Darüber hinaus vermittelt das Seminar einen Überblick über die Erneuerungsversuche von OuLiPo im Vergleich zu anderen Literaturgruppen (Nouveau Roman, Internationale Situationiste…) und verortet sie im historischen Klima der linken Bewegung der 68er. Der Kurs wird auf Französisch angeboten; die Sprache kann jedoch an die Bedürfnisse der Besucher:innen angepasst werden. - Literature
-
- Zur Anschaffung empfohlen:
- Georges Pérec: Les Choses. Une histoire des années soixante. Paris : Pocket 1984.
- Raymond Queneau: Exercices de style. Paris: Gallimard [folio] 1995.
- Seminar – [RFLK - Kern] - « Mal du siècle » ? Emotionen in der französischen Romantik
- Teacher
-
- Dr. Matthias Kern
- Max attendee capacity
- 10
- Enrollment
-
- Enrollment via
- Enroll via url
- Appointments
-
Day of the week Clock time Place Event format Wednesday 3rd double period Z21/0242 In-person - Description
- Die französische Romantik ist auf weltliterarischer Ebene eine recht späte Erscheinung: Zwar kann in Jean-Jacques Rousseau schon ein Vorgänger dieser Strömung gesehen werden, doch die eigentliche Literaturströmung formiert sich erst in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die französische Adlige mit Schweizer Wurzeln Germaine de Staël führt das französische Publikum mit ihrem langen Essai De l’Allemagne (1813-1814) erst an die deutsche (und englische) Literatur heran, die fortan zur Hauptinspiration der neuen Kulturströmung wird. Dabei sind Grundmerkmale der romantischen Ausdrucksform die Loslösung von starren Gattungskonventionen sowie Hinterfragung gesellschaftlicher Werte, die Auseinandersetzung mit der Natur und ‚organischen‘, ‚authentischen‘ Ausdrucksformen, die sich bewusst gegen das Kulturstreben der Aufklärung stellen. Dies wird durch eine besondere Beachtung von Affekt und Emotionalität begleitet, die sich häufig in der Form eines „mal du siècle“ äußert, das Musset 1836 konstatiert.
In diesem Seminar wollen wir genau diesem „mal du siècle“ nachspüren und damit die französische Romantik genauer erforschen. Dies ermöglicht den Blick auf die besondere politische Situation Frankreichs in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, aber vor allen Dingen auch den Blick auf das literarische Schaffen, das bis in die zeitgenössische Literatur weiterhallt. Wir werden uns in diesem Kontext mit François-René de Chateaubriands Atala (1801) und René (1802), Georges Sands Indiana (1832), aber auch mit den Méditations poétiques (1820/1841) von Alphonse de Lamartine. - Literature
-
- Zur Anschaffung empfohlen:
- François-René de Chateaubriand : Atala – René. Hg. Jean-Claude Berchet. Paris : Gallimard [folio classiques] 2007.
- Georges Sand: Indiana. Hg. Béatrice Didier. Paris: Gallimard [folio classiques] 1984.
- Seminar – [RSW2 - Meier] - Le français innovant: Innovationen in Lexik, Syntax und Diskurs im Gegenwartsfranzösischen
- Teacher
-
- PD Dr. Franz Meier
- Max attendee capacity
- 15
- Enrollment
-
- Enrollment via
- OPAL
- Appointments
-
Day of the week Clock time Place Event format Tuesday 3rd double period REC/C118 In-person - Description
- Das Seminar untersucht Dynamiken des Sprachwandels im modernen Französisch und fragt danach, wie Innovationen im Sprachgebrauch das Sprachsystem verändern. Im Zentrum stehen Prozesse wie Lexikalisierung, Grammatikalisierung und Pragmatikalisierung, anhand derer sich strukturelle und funktionale Verschiebungen exemplarisch nachvollziehen lassen. Analysiert werden lexikalische Neuerungen – etwa Neologismen, Entlehnungen und produktive Wortbildungsprozesse –, die den Wortschatz erweitern und neu strukturieren. Darüber hinaus richtet sich der Blick auf morphosyntaktische Entwicklungstendenzen sowie auf die Herausbildung von Diskursmarkern und Modalpartikeln. Ziel der Veranstaltung ist es, aktuelle Entwicklungen des Französischen theoretisch fundiert einzuordnen und anhand ausgewählter Beispiele empirisch zu analysieren.
- Literature
-
- Detges, Ulrich/Waltereit, Richard (2016): „Grammaticalization and Pragmaticalization“. In: Fischer, Susann/Gabriel, Christoph (Hg.): Manual of Grammatical Interfaces in Romance. Berlin/Boston: de Gruyter, 635–658.
- Diémoz, Federica/Dostie, Gaétane/Hadermann, Pascale/Lefeuvre, Florence (Hg.) (2020): Le français innovant. Berlin/Boston: de Gruyter.
- Dostie, Gaétane (2004): Pragmaticalisation et marqueurs discursifs. Analyse sémantique et traitement lexicographique. Bruxelles: De Boeck Duculot.
- Hansen, Maj-Britt Mosegaard (1995): „Marqueurs métadiscursifs en français parlé. L’exemple de bon et de ben“. Le français moderne 63, 20–41.
- Lahousse, Karen/Lamiroy, Béatrice (2012): „Word Order in French, Spanish and Italian: A Grammaticalization Account“. Folia Linguistica 46(2), 387–416.
- Lahousse, Karen/Lamiroy, Béatrice (2015): „C’est ainsi que: grammaticalisation ou lexicalisation ou les deux à la fois?“. Journal of French Language Studies 27(2), 161–185.
- Prévost, Sophie/Bertrand, Olivier (Hg.) (2007): Grammaticalisation et lexicalisation. La formation d'expressions complexes. Paris: Larousse.
- Waltereit, Richard (2004): „Metonymischer Bedeutungswandel und pragmatische Strategien: Zur Geschichte von frz. quand même“. metaphorik.de 6, 117–133.
SLK-SEBS-FRA-W2
(Wissenschaftliche Vertiefung 2)
- Lecture – [RSW2 - Meier] - Normierung, Variation und Prestige: Das Französische im Spiegel der Geschichte
- Teacher
-
- PD Dr. Franz Meier
- Max attendee capacity
- 25
- Enrollment
-
- Enrollment via
- Enroll via url
- Appointments
-
Day of the week Clock time Place Event format Monday 6th double period W48/0002 In-person - Description
- Die Vorlesung gibt einen Überblick über zentrale Etappen der französischen Sprachgeschichte vom Altfranzösischen über das Mittelfranzösische bis hin zum Französischen der Gegenwart. Sie thematisiert Formen historischer Sprachvariation sowie die Entwicklung und Durchsetzung sprachlicher Normen und verbindet dabei Perspektiven der internen Sprachgeschichte (z. B. lautliche, morphologische und syntaktische Entwicklungen) mit Aspekten der externen Sprachgeschichte, etwa gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Rahmenbedingungen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie sich Vorstellungen vom „bon français“ herausgebildet haben und wie diese mit sozialer Differenzierung, Prestige und Macht verbunden sind. Dabei werden auch Institutionalisierungsprozesse – etwa im Umfeld der Académie française – berücksichtigt. Die Analyse unterschiedlicher historischer Textsorten ermöglicht es, Sprachwandel und Normierungsprozesse anhand konkreter Quellen nachzuvollziehen und in ihrem historischen Kontext zu verorten.
- Literature
-
- Berschin, Helmut/Felixberger, Josef/Goebl, Hans (2008): Französische Sprachgeschichte. Hildesheim/Zürich/New York: Olms.
- Koch, Peter (2003): „Romanische Sprachgeschichte und Varietätenlinguistik“. In: Ernst, Gerhard et al. (Hg.): Romanische Sprachgeschichte. Ein internationales Handbuch zur Geschichte der romanischen Sprachen. Bd. 1. Berlin/New York: de Gruyter, 102–123.
- Lodge, Anthony R. (2004): A Sociolinguistic History of Parisian French. Cambridge: Cambridge University Press.
- Polzin-Haumann, Claudia/Schweickard, Wolfgang (Hg.) (2015): Manuel de linguistique française. Berlin/Boston: de Gruyter.
- Wartburg, Walther von (1993): Évolution et structure de la langue française. Tübingen: Francke.
- Seminar – [RSW2 - Meier] - Politische Diskurse des frankophonen Raums in der sprachwissenschaftlichen Analyse
- Teacher
-
- PD Dr. Franz Meier
- Max attendee capacity
- 25
- Enrollment
-
- Enrollment via
- Enroll via url
- Appointments
-
Day of the week Clock time Place Event format Monday 7th double period W48/0002 In-person - Description
- Die Lehrveranstaltung vermittelt grundlegende Konzepte und Methoden der Diskursanalyse und wendet diese auf politische Debatten im französischsprachigen Kontext an. Im Zentrum steht die Frage, wie politische Wirklichkeit sprachlich konstruiert, verhandelt und legitimiert wird. Diskurse zu unterschiedlichen gesellschaftspolitischen Themen werden im Rahmen einer linguistischen Mehrebenenanalyse untersucht. Dabei stehen sowohl prädiskursive Elemente wie Metaphern, Doxa und implizite Wissensbestände als auch text- und argumentationsbezogene Strukturen im Fokus. Besonderes Augenmerk gilt der Agonalität und Polyphonie, also der sprachlichen Inszenierung von Konflikt, Gegenpositionen und Mehrstimmigkeit in politischen Debatten. Darüber hinaus werden Argumentationsmuster sowie semantisch-lexikalische Wandlungsprozesse einzelner diskursiver Elemente – etwa von Formeln oder Leitbegriffen – analysiert. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Analyse des Ethos politischer Akteur:innen, um Strategien der Selbstinszenierung und der Herstellung von Glaubwürdigkeit herauszuarbeiten.
- Literature
-
- Becker, Martin (2015): „Zum Diskursbegriff – seinen Dimensionen und Anwendungen“. In: Lebsanft, Franz/Schrott, Angela (Hg.): Diskurse, Texte, Traditionen. Göttingen: V&R Bonn University Press, 149–170.
- Bubenhofer, Noah/Scharloth, Joachim/Eugster, David (2015): „Rhizome digital: Datengeleitete Methoden für alte und neue Fragestellungen in der Diskursanalyse“. In: Keller, Reiner/Schneider, Werner/Viehöver, Willy (Hg.): Diskurs – Interpretation – Hermeneutik. Weinheim: Beltz Juventa, 173–210.
- Charaudeau, Patrick/Maingueneau, Dominique (Hg.) (2002): Dictionnaire d’analyse du discours. Paris: Éditions du Seuil.
- Felder, Ekkehard (2015): „Lexik und Grammatik der Agonalität in der linguistischen Diskursanalyse“. In: Kämper, Heidrun/Warnke, Ingo H. (Hg.): Diskurs – interdisziplinär. Berlin/Boston: de Gruyter, 87–120.
- Hennemann, Anja/Schlaak, Claudia (Hg.) (2015): Politische und mediale Diskurse. Berlin: Frank & Timme.
- Lebsanft, Franz (2015): „Zur Linguistik des populistischen Diskurses: Analyse eines Interviews mit Marine Le Pen (2014)“. In: Kahl, Thede/Kramer, Johannes/Prifti, Elton (Hg.): Romanica et Balcanica. München: AVM, 289–301.
- Weiland, Verena (2020): Sprachwissenschaftliche Zugriffe auf Diskurse. Ein korpuslinguistischer Ansatz am Beispiel des Themas „Sicherheit und Überwachung“ in Frankreich. Heidelberg: Winter.
- Seminar – [RSW2 - Meier] - Korpuslinguistik Französisch (B.A./M.A.)
- Teacher
-
- PD Dr. Franz Meier
- Max attendee capacity
- 20
- Enrollment
-
- Enrollment via
- Enroll via url
- Appointments
-
Day of the week Clock time Place Event format Tuesday 2nd double period SCH/A252 In-person - Description
- Die Lehrveranstaltung vermittelt einen systematischen Einblick in die Arbeit mit sprachlichen Korpora des Französischen. Zu Beginn werden zentrale Konzepte der Korpuslinguistik behandelt, darunter Korpustypen, Prinzipien des Korpusdesigns sowie Schritte der Datenaufbereitung. Darauf aufbauend stehen Verfahren der Annotation im Mittelpunkt, einschließlich der Evaluation der Übereinstimmung zwischen mehreren Annotator:innen (Interrater-Agreement). Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Einsatz KI-basierter Methoden der Korpusannotation, wobei Performanztests durchgeführt und die Ergebnisse von Large Language Models (LLMs) mit menschlichen Annotationen verglichen werden. Dabei werden korpusbasierte Analysen unterschiedlicher sprachlicher Konstruktionen aus Morphologie, Syntax und Diskurs durchgeführt. Ziel der Lehrveranstaltung ist die Erstellung eines eigenen Onlinekorpus.
- Literature
-
- Poudat, Céline / Landragin, Frédéric (2017): Explorer un corpus textuel : méthodes – pratiques – outils. Louvain-la-Neuve: De Boeck Supérieur.
- Longhi, Julien (2017): Linguistique de corpus appliquée. Paris: Didier Érudition/Klincksieck.
- Frérot, Cécile / Pecman, Mojca (2021): Des corpus numériques à l’analyse linguistique en langues de spécialité. Grenoble: UGA Éditions, Université Grenoble Alpes.
- Seminar – [RFLK - König] - Décentraliser la francophonie : approches des cultures francophones hors d'Europe.
- Teacher
-
- Dr. Torsten König
- Max attendee capacity
- 20
- Enrollment
-
- Enrollment via
- Enroll via url
- Appointments
-
Day of the week Clock time Place Event format Tuesday 4th double period BSS/0117 In-person - Description
- Dans les débats mondiaux actuels sur le présent et l'avenir de la société mondiale, sur les défis sociaux, économiques et écologiques, les voix francophones de différentes régions du monde jouent un rôle important. Des écrivains et des intellectuels de la Méditerranée (A. Maalouf), d'Afrique du Nord (L. Slimani, H. Bentouhami), d'Afrique de l'Ouest (F. Sarr, S. B. Diagne) et d'Afrique centrale (L. Miano, A. Mabanckou, A. Mbembe), des Caraïbes (E. Glissant), d'Amérique du Nord (D. Laferrière) ou de l'Océan Indien (K. Torabully), formulent leur vision du monde dans des récits, des essais ou des films marqués par la diversité culturelle de leurs origines respectives. Deux caractéristiques les relient cependant : Ils s'expriment en langue française et ils adoptent, surtout depuis la fin du XXe siècle, des points de vue résolument non-européens et non-occidentaux sur le monde. Ils décentralisent l'espace de discussion « monde francophone ». Notre séminaire a pour but d'introduire à cet espace de discussion. Dans le cadre de ce cours, nous souhaitons tout d’abord avoir une vue d'ensemble des régions culturelles francophones du monde : de leur histoire (qui, en tant qu'histoire francophone, est une histoire coloniale et postcoloniale) et de leurs caractéristiques sociales, politiques et culturelles dans le présent. Dans un deuxième temps, nous nous pencherons sur une sélection d’importantes contributions au débat de représentants de ces régions dans la littérature, l'essai de critique culturelle et le cinéma. Nous nous interrogerons sur leur pertinence pour un discours global, sur la spécificité de leurs thèmes et de leurs contributions (ordre mondial postcolonial, identités culturelles mondialisées, migration, politique climatique, etc.) Une autre question centrale sera celle de la relation que les cultures francophones entretiennent entre elles et avec l'ancien centre qu'était la France. Enfin, le cours est un plaidoyer pour que la langue française soit considérée comme un moyen global de communication dans des débats contemporains très actuels et comme une voie d'accès à une immense diversité culturelle. Examens possibles : oraux ou écrits selon le règlement d'études correspondant. Inscription au cours et informations sur le format du cours sur la page OPAL. Langue du cours : français uniquement (les travaux d'examen écrits, comme la Hausarbeit, peuvent être remis en allemand).
- Literature
- Pour approfondir le sujet [tous les textes se trouvent en format pdf sur la page OPAL] : J.-M. Moura (³2019), „Introduction“, in : ders., Littératures francophones et théorie postcoloniale, Paris, 1-22; F. Sarr (2016), „Penser l’Afrique“, in: ders., Afrotopia, Paris, 9-15 ; M. Messling (2023), „L’universel après l’universalisme“, in : ders., L'universel après l'universalisme: Des littératures francophones du contemporain, Paris, 15-48.
- Seminar – [RFLK - König] - Kulturgeschichte des Klimas und des Wetters: französische Quellen vom Mittelalter bis heute
- Teacher
-
- Dr. Torsten König
- Max attendee capacity
- 20
- Enrollment
-
- Enrollment via
- Enroll via url
- Appointments
-
Day of the week Clock time Place Event format Monday 5th double period W48/0101 In-person - Description
- Das Bewusstsein für die Determiniertheit menschlichen Lebens durch klimatische und meteorologische Gegebenheiten ist in den letzten Jahren unter dem Einfluss des Klimawandels in allen Gesellschaften weltweit gewachsen. Doch wie reagierten Menschen in vergangenen Epochen auf einschneidende Veränderungen im Klima bzw. extreme Wetterereignisse? Wie wurde der spürbare Anstieg der Temperaturen in Europa während des mittelalterlichen „Klimaoptimums“ zwischen dem 11. und dem 14. Jahrhundert wahrgenommen, wie die sogenannte „kleine Eiszeit“ im 17. und 18. Jahrhundert, in der extrem kalte Winter und kühle, feuchte Sommer über sehr lange Zeiträume das Leben der Menschen bestimmten? Welche Folgen hatte das „Jahr ohne Sommer“ 1816, in dem aufgrund eines Vulkanausbruches im Pazifik das Weltklima so destabilisiert wurde, dass im Juni in Frankreich und Deutschland Schnee fiel und heftige Unwetter die Länder verwüsteten? Was können wir vor diesem Hintergrund über die Spezifik des gegenwärtigen Nachdenkens über das Verhältnis von Mensch und Klima lernen? Diesen Fragen geht das Seminar mit dem Fokus auf Frankreich und französischsprachige Quellen nach. Anhand von in erster Linie literarischen Texten aber auch Grafik, Malerei und Film, in denen in signifikanter Weise auf Klima und Wetter Bezug genommen wird, rekonstruiert der Kurs in Fallstudien eine französische Kulturgeschichte des Klimas und des Wetters. Die Lern- und Erkenntnisziele liegen auf unterschiedlichen Ebenen. Erstens vermittelt der Kurs allgemeines Überblickswissen zu unterschiedlichen Epochen der französischen Kulturgeschichte und zu wichtigen Akteuren wie literarischen Kanonautoren - von Montaigne über Montesquieu bis hin zu Mme de Sévigné oder Pierre Ducrozet, bildenden Künstlern – von den Landschaftsmalern des 17. Jh. bis zu dem bédéiste Christophe Blain oder Regisseuren der Gegenwart wie Luc Jacquet. Zweitens will das Seminar mit seinem Gegenstand „Klima vs. Mensch“ zu einer Schärfung des Verständnisses von aktuellen gesellschaftlichen Debatten in Frankreich (und nicht nur dort) beitragen, was durch theoretische Lektüren von Autoren wie Bruno Latour oder Le Roy Ladurie begleitet wird. Und drittens vermittelt es sprachliche und analytische Kompetenzen im Umgang mit französischen medialen Formaten (literarische Gattungen, Film, Bildmedien etc.). Kurssprachen: Deutsch, auf Wunsch auch Französisch. Mögliche Prüfungsleistungen: mündliche oder schriftliche Seminarbeiträge entsprechend jeweiliger Studienordnung. Einschreibung zum Kurs und Informationen zum Kursformat auf gleichnamiger OPAL-Kursseite.
- Literature
- Zur Vorbereitung empfohlen: Emmanuel Le Roy Ladurie (2013), „L'histoire du climat avec l'historien Emmanuel Le Roy Ladurie“, Radiointerview, Radiofrance, Lundi 17 juin 2013, https://www.radiofrance.fr/franceinter/podcasts/mots-et-merveilles/l-histoire-du-climat-avec-l-historien-emmanuel-le-roy-ladurie-1-5-4876199. Emmanuel Le Roy Ladurie (2015), „Il y a une histoire du climat avant et après le réchauffement climatique“, in : https://www.culture.gouv.fr/Actualites/E.-Le-Roy-Ladurie-Il-y-a-une-histoire-du-climat-avant-et-apres-le-rechauffement-climatique. Emmanuel Le Roy Ladurie (32020), Histoire du climat depuis l’an mil, Paris. Wolfgang Behringer (62022), Kulturgeschichte des Klimas. Von der Eiszeit bis zur globalen Erwärmung, München
- Seminar – [RFLK - Lindorfer] - Das französischsprachige Kanada: Geschichte, Sprache und Literatur
- Teacher
-
- PD Dr. Bettina Lindorfer
- Max attendee capacity
- 30
- Enrollment
-
- Enrollment via
- Enroll via url
- Appointments
-
Day of the week Clock time Place Event format Wednesday 2nd double period BSS/0117 In-person - Description
- Innerhalb eines überwiegend anglophonen Staates versucht sich das frankophone Kanada, insbesondere Québec, in seiner kulturellen und sprachlichen Eigenständigkeit zu behaupten. Nach der französischen Kolonialzeit und nach dem Machtverlust durch die britische Eroberung hat sich eine frankophone Minderheitenkultur herausgebildet, deren zentrales Symbol kultureller und politischer Selbstbehauptung die französische Sprache ist. Literatur dient ihr als Raum der Selbstreflexion und des Widerstands gegen kulturelle Marginalisierung. Kulturwissenschaftlich interessant ist dabei, wie Geschichte, Sprache und Literatur ineinandergreifen und eine eigenständige frankokanadische bzw. quebecische Identität hervorbringen, die sich bewusst sowohl von Frankreich als auch vom anglophonen Kanada abgrenzt.
In Absprache mit dem Seminar wird die Veranstaltung überwiegend in französischer Sprache stattfinden. - Literature
-
- Maxime Raymond-Bock 2024: Morel. Montreal: Le cheval d’août.
- Kevin Lambert 2022: Que notre joie demeure. Montreal: Helios.
- Nicolas Dickner 2007: Nikolski. Roman. Paris: Denoël.
- Éric Chacour 2023: Ce que je sais de toi. Roman. Paris: Philippe Rey.
- Seminar – [RFLK - Lindorfer] - (Post-)koloniale Spuren: kulturelle Zerrissenheit im frankophonen Raum
- Teacher
-
- PD Dr. Bettina Lindorfer
- Max attendee capacity
- 30
- Enrollment
-
- Enrollment via
- Enroll via url
- Appointments
-
Day of the week Clock time Place Event format Wednesday 3rd double period BSS/0117 In-person - Description
- Ausgehend von französischsprachigen Erzähltexten fokussiert das Seminar aktuelle und historische Konfliktfelder im Kontext von Dekolonisierung, Migration und Mehrsprachigkeit.
Die gesellschaftlichen Diskussionen zu Integration, Zugehörigkeit und Tradition werden im Seminar ausgehend von französischsprachigen Romanen und Filmen behandelt; dabei soll dem Zusammenhang von Sprache und Identität besondere Aufmerksamkeit zukommen.
In Absprache mit den Teilnehmer:innen wird das Seminar überwiegend in französischer Sprache stattfinden. - Literature
-
- Ève Guerra 2024: Rapatriement. Roman. Paris: Bernard Grasset.
- Leïla Slimani 2020-2025: Le pays des autres. 3 Bde. Paris: Gallimard (dt. 2021-2026: Das Land der anderen, übers. v. Amelie Thoma. München: Luchterhand).
- Alice Zeniter 2017: L'art de perdre. Paris: Flammarion (dt. 2021: Die Kunst zu verlieren, übers. v. Hainer Kober).
- Seminar – [RFLK - Lindorfer] - Die Verantwortung der Intellektuellen: Frankreich zwischen 1940 und 1944
- Teacher
-
- PD Dr. Bettina Lindorfer
- Max attendee capacity
- 30
- Enrollment
-
- Enrollment via
- Enroll via url
- Appointments
-
Day of the week Clock time Place Event format Thursday 2nd double period ABS/2-01 In-person - Description
- Die deutsche Besatzung Frankreichs konfrontierte insbesondere die Intelligenzija mit der Frage nach politischer Verantwortung und moralischer Haltung. Im Spannungsfeld zwischen Kollaboration, Anpassung und Résistance nutzten manche die von den Besatzern kontrollierten kulturellen Räume – Verlage, Zeitschriften, Theater – und legitimierten damit indirekt das Vichy-Regime bzw. die deutsche Kulturpolitik, andere engagierten sich offen oder verdeckt im Widerstand, etwa durch Untergrundpublikationen oder die Verschlüsselung oppositioneller Botschaften in literarischen Texten. Viele Akteur:innen nahmen keine eindeutige Position ein; ihr Schweigen und ihre strategische oder ästhetische Ambivalenz dienten als Selbstschutz, aber auch als Form indirekter Opposition. Die Nachkriegszeit zeigt zudem, wie stark Deutungen von Kollaboration und Résistance durch spätere Umdeutungen der eigenen Rolle geprägt wurden.
- Literature
-
- Gisèle Sapiro 2011: La responsabilité de l'écrivain. Littérature, droit et morale en France (XIXe - XXIe siècle). Paris: Seuil.
- Jürgen Sieß (Hg.) 1984: Widerstand, Flucht, Kollaboration. Literarische Intelligenz und Politik in Frankreich. Frankfurt/M.: Campus.
- Heinrich August Winkler 2011: Besatzung, Kollaboration, Widerstand (II): Frankreich. In: Geschichte des Westens. München: Beck: 1022-1037.
- Seminar – [RFLK - Heine] - „Souvenirs, souvenirs“: Formen des Erinnerns in Wort und Bild
- Teacher
-
- Imke Heine
- Max attendee capacity
- 10
- Enrollment
-
- Enrollment via
- Enroll via url
- Appointments
-
Day of the week Clock time Place Event format Thursday 3rd double period MER/0003 In-person - Description
- Von Familienfotos bis zum Gedenktag: Sowohl in privaten als auch in kollektiven Kontexten ist Erinnerung ein zentraler identitäts- und sinnstiftender Bestandteil der Alltagskultur. Vor dem Hintergrund von Gewalterfahrungen, Kriegen, Prozessen der Dekolonialisierung und Migration haben sich memory-Diskurse insbesondere in den letzten Jahrzehnten zu einem bedeutsamen internationalen Phänomen entwickelt. Auch in der Auseinandersetzung mit Literatur und Film erweist sich die Gedächtnisthematik als omnipräsent. Erzählte Erinnerung, etwa in der Autobiographie, erzeugt Kontinuität, kann aber auch Gegennarrative schaffen und damit etablierte Geschichtsbilder dekonstruieren.
Nach einer Einführung in grundlegende Ansätze der kulturwissenschaftlichen Gedächtnisforschung soll im Seminar anhand von Beispielen aus dem französischsprachigen Raum untersucht werden, wie narrative Texte, Filme und Comics Erinnerung verhandeln. Welche Verfahren kommen zum Einsatz, um die Funktionsweise des Gedächtnisses darzustellen? Wie wird das Wiederaufleben vergangener Ereignisse inszeniert? In welcher Weise werden Brüche thematisiert, die etwa aufgrund von Traumata, kollektiver Verdrängung oder Krankheit entstehen? Dabei sind stets auch erinnerungskulturelle bzw. historische Kontexte von Relevanz.
Das Seminar findet in Absprache mit den Teilnehmenden vorwiegend in französischer Sprache statt. - Literature
-
- Erll, Astrid/Ansgar Nünning (Hgg.) (2005): Gedächtniskonzepte der Literaturwissenschaft. Theoretische Grundlegung und Anwendungsperspektiven, Berlin/New York: de Gruyter.
- Erll, Astrid (2011): Kollektives Gedächtnis und Erinnerungskulturen. Eine Einführung, 2., aktualisierte und erweiterte Auflage, Stuttgart/Weimar: J.B. Metzler.
- Segler-Meßner, Silke/Isabella von Treskow (Hgg.) (2024): Traumatisme et mémoire culturelle. France et espaces francophones, Berlin/Boston: de Gruyter.
- Seminar – [RFLK - Kern] - OuLiPo et Pérec – ou : apprendre à lire
- Teacher
-
- Dr. Matthias Kern
- Max attendee capacity
- 10
- Enrollment
-
- Enrollment via
- Enroll via url
- Appointments
-
Day of the week Clock time Place Event format Thursday 4th double period BSS/0E49 In-person - Description
- Hinter der Abkürzung OuLiPo verbirgt sich das Ouvroir de Littérature Potentielle, eine Literaturgruppe um François le Lionnais und Raymond Queneau, die 1960 als Reaktion auf die Strömung des französischen Surrealismus und aus dem Collège de ‘Pataphysique hervorgeht. Ihr Ziel besteht darin, neue literarische Formen zu entwickeln, die gewohnte Lese- und Erzählmuster herausfordern und dadurch neue Perspektiven auf die Welt eröffnen. Als einer der bedeutendsten Vertreter dieser Strömung muss Georges Pérec angesehen werden, der in Romanen wie Les Choses (1965) oder La Vie. Mode d’Emploi (1978) mit dem Grundprinzip der Literaturgruppe, der formellen contrainte, arbeitet. Diese selbst auferlegten Regeln ermöglichen ihm, Romane ohne Protagonisten und räumlich organisierte Erzählungen vorzulegen, die gleichzeitig auch eine klare Sozialkritik der konsumeristisch orientierten Gesellschaft der 1960er und 1970er Jahre anstellen. Die contrainte wird bei OuLiPo demnach weniger zur Einschränkung, sondern explizit zum Produktionsmotor.
In diesem Seminar soll zunächst die literarische contrainte zum Anlass genommen werden, unsere Kenntnisse in der analytischen Lektüre von Literatur mithilfe von narratologischen Analysemethoden zu schärfen. Das Seminar arbeitet damit sehr textnah und versucht über close reading nicht nur die Besonderheit der oulipotischen Literatur herausarbeiten, sondern auch zu verdeutlichen, wie narrative Normen erstellt und dadurch auch das Gefühl einer Erfahrung von narrativer Normalität kreiert wird. Darüber hinaus vermittelt das Seminar einen Überblick über die Erneuerungsversuche von OuLiPo im Vergleich zu anderen Literaturgruppen (Nouveau Roman, Internationale Situationiste…) und verortet sie im historischen Klima der linken Bewegung der 68er. Der Kurs wird auf Französisch angeboten; die Sprache kann jedoch an die Bedürfnisse der Besucher:innen angepasst werden. - Literature
-
- Zur Anschaffung empfohlen:
- Georges Pérec: Les Choses. Une histoire des années soixante. Paris : Pocket 1984.
- Raymond Queneau: Exercices de style. Paris: Gallimard [folio] 1995.
- Seminar – [RFLK - Kern] - « Mal du siècle » ? Emotionen in der französischen Romantik
- Teacher
-
- Dr. Matthias Kern
- Max attendee capacity
- 10
- Enrollment
-
- Enrollment via
- Enroll via url
- Appointments
-
Day of the week Clock time Place Event format Wednesday 3rd double period Z21/0242 In-person - Description
- Die französische Romantik ist auf weltliterarischer Ebene eine recht späte Erscheinung: Zwar kann in Jean-Jacques Rousseau schon ein Vorgänger dieser Strömung gesehen werden, doch die eigentliche Literaturströmung formiert sich erst in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die französische Adlige mit Schweizer Wurzeln Germaine de Staël führt das französische Publikum mit ihrem langen Essai De l’Allemagne (1813-1814) erst an die deutsche (und englische) Literatur heran, die fortan zur Hauptinspiration der neuen Kulturströmung wird. Dabei sind Grundmerkmale der romantischen Ausdrucksform die Loslösung von starren Gattungskonventionen sowie Hinterfragung gesellschaftlicher Werte, die Auseinandersetzung mit der Natur und ‚organischen‘, ‚authentischen‘ Ausdrucksformen, die sich bewusst gegen das Kulturstreben der Aufklärung stellen. Dies wird durch eine besondere Beachtung von Affekt und Emotionalität begleitet, die sich häufig in der Form eines „mal du siècle“ äußert, das Musset 1836 konstatiert.
In diesem Seminar wollen wir genau diesem „mal du siècle“ nachspüren und damit die französische Romantik genauer erforschen. Dies ermöglicht den Blick auf die besondere politische Situation Frankreichs in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, aber vor allen Dingen auch den Blick auf das literarische Schaffen, das bis in die zeitgenössische Literatur weiterhallt. Wir werden uns in diesem Kontext mit François-René de Chateaubriands Atala (1801) und René (1802), Georges Sands Indiana (1832), aber auch mit den Méditations poétiques (1820/1841) von Alphonse de Lamartine. - Literature
-
- Zur Anschaffung empfohlen:
- François-René de Chateaubriand : Atala – René. Hg. Jean-Claude Berchet. Paris : Gallimard [folio classiques] 2007.
- Georges Sand: Indiana. Hg. Béatrice Didier. Paris: Gallimard [folio classiques] 1984.
- Seminar – [RSW2 - Meier] - Le français innovant: Innovationen in Lexik, Syntax und Diskurs im Gegenwartsfranzösischen
- Teacher
-
- PD Dr. Franz Meier
- Max attendee capacity
- 15
- Enrollment
-
- Enrollment via
- OPAL
- Appointments
-
Day of the week Clock time Place Event format Tuesday 3rd double period REC/C118 In-person - Description
- Das Seminar untersucht Dynamiken des Sprachwandels im modernen Französisch und fragt danach, wie Innovationen im Sprachgebrauch das Sprachsystem verändern. Im Zentrum stehen Prozesse wie Lexikalisierung, Grammatikalisierung und Pragmatikalisierung, anhand derer sich strukturelle und funktionale Verschiebungen exemplarisch nachvollziehen lassen. Analysiert werden lexikalische Neuerungen – etwa Neologismen, Entlehnungen und produktive Wortbildungsprozesse –, die den Wortschatz erweitern und neu strukturieren. Darüber hinaus richtet sich der Blick auf morphosyntaktische Entwicklungstendenzen sowie auf die Herausbildung von Diskursmarkern und Modalpartikeln. Ziel der Veranstaltung ist es, aktuelle Entwicklungen des Französischen theoretisch fundiert einzuordnen und anhand ausgewählter Beispiele empirisch zu analysieren.
- Literature
-
- Detges, Ulrich/Waltereit, Richard (2016): „Grammaticalization and Pragmaticalization“. In: Fischer, Susann/Gabriel, Christoph (Hg.): Manual of Grammatical Interfaces in Romance. Berlin/Boston: de Gruyter, 635–658.
- Diémoz, Federica/Dostie, Gaétane/Hadermann, Pascale/Lefeuvre, Florence (Hg.) (2020): Le français innovant. Berlin/Boston: de Gruyter.
- Dostie, Gaétane (2004): Pragmaticalisation et marqueurs discursifs. Analyse sémantique et traitement lexicographique. Bruxelles: De Boeck Duculot.
- Hansen, Maj-Britt Mosegaard (1995): „Marqueurs métadiscursifs en français parlé. L’exemple de bon et de ben“. Le français moderne 63, 20–41.
- Lahousse, Karen/Lamiroy, Béatrice (2012): „Word Order in French, Spanish and Italian: A Grammaticalization Account“. Folia Linguistica 46(2), 387–416.
- Lahousse, Karen/Lamiroy, Béatrice (2015): „C’est ainsi que: grammaticalisation ou lexicalisation ou les deux à la fois?“. Journal of French Language Studies 27(2), 161–185.
- Prévost, Sophie/Bertrand, Olivier (Hg.) (2007): Grammaticalisation et lexicalisation. La formation d'expressions complexes. Paris: Larousse.
- Waltereit, Richard (2004): „Metonymischer Bedeutungswandel und pragmatische Strategien: Zur Geschichte von frz. quand même“. metaphorik.de 6, 117–133.
SLK-SEBS-FRA-S
(Spezialisierung)
- Lecture – [RSW2 - Meier] - Normierung, Variation und Prestige: Das Französische im Spiegel der Geschichte
- Teacher
-
- PD Dr. Franz Meier
- Max attendee capacity
- 25
- Enrollment
-
- Enrollment via
- Enroll via url
- Appointments
-
Day of the week Clock time Place Event format Monday 6th double period W48/0002 In-person - Description
- Die Vorlesung gibt einen Überblick über zentrale Etappen der französischen Sprachgeschichte vom Altfranzösischen über das Mittelfranzösische bis hin zum Französischen der Gegenwart. Sie thematisiert Formen historischer Sprachvariation sowie die Entwicklung und Durchsetzung sprachlicher Normen und verbindet dabei Perspektiven der internen Sprachgeschichte (z. B. lautliche, morphologische und syntaktische Entwicklungen) mit Aspekten der externen Sprachgeschichte, etwa gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Rahmenbedingungen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie sich Vorstellungen vom „bon français“ herausgebildet haben und wie diese mit sozialer Differenzierung, Prestige und Macht verbunden sind. Dabei werden auch Institutionalisierungsprozesse – etwa im Umfeld der Académie française – berücksichtigt. Die Analyse unterschiedlicher historischer Textsorten ermöglicht es, Sprachwandel und Normierungsprozesse anhand konkreter Quellen nachzuvollziehen und in ihrem historischen Kontext zu verorten.
- Literature
-
- Berschin, Helmut/Felixberger, Josef/Goebl, Hans (2008): Französische Sprachgeschichte. Hildesheim/Zürich/New York: Olms.
- Koch, Peter (2003): „Romanische Sprachgeschichte und Varietätenlinguistik“. In: Ernst, Gerhard et al. (Hg.): Romanische Sprachgeschichte. Ein internationales Handbuch zur Geschichte der romanischen Sprachen. Bd. 1. Berlin/New York: de Gruyter, 102–123.
- Lodge, Anthony R. (2004): A Sociolinguistic History of Parisian French. Cambridge: Cambridge University Press.
- Polzin-Haumann, Claudia/Schweickard, Wolfgang (Hg.) (2015): Manuel de linguistique française. Berlin/Boston: de Gruyter.
- Wartburg, Walther von (1993): Évolution et structure de la langue française. Tübingen: Francke.
- Seminar – [RSW2 - Meier] - Politische Diskurse des frankophonen Raums in der sprachwissenschaftlichen Analyse
- Teacher
-
- PD Dr. Franz Meier
- Max attendee capacity
- 25
- Enrollment
-
- Enrollment via
- Enroll via url
- Appointments
-
Day of the week Clock time Place Event format Monday 7th double period W48/0002 In-person - Description
- Die Lehrveranstaltung vermittelt grundlegende Konzepte und Methoden der Diskursanalyse und wendet diese auf politische Debatten im französischsprachigen Kontext an. Im Zentrum steht die Frage, wie politische Wirklichkeit sprachlich konstruiert, verhandelt und legitimiert wird. Diskurse zu unterschiedlichen gesellschaftspolitischen Themen werden im Rahmen einer linguistischen Mehrebenenanalyse untersucht. Dabei stehen sowohl prädiskursive Elemente wie Metaphern, Doxa und implizite Wissensbestände als auch text- und argumentationsbezogene Strukturen im Fokus. Besonderes Augenmerk gilt der Agonalität und Polyphonie, also der sprachlichen Inszenierung von Konflikt, Gegenpositionen und Mehrstimmigkeit in politischen Debatten. Darüber hinaus werden Argumentationsmuster sowie semantisch-lexikalische Wandlungsprozesse einzelner diskursiver Elemente – etwa von Formeln oder Leitbegriffen – analysiert. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Analyse des Ethos politischer Akteur:innen, um Strategien der Selbstinszenierung und der Herstellung von Glaubwürdigkeit herauszuarbeiten.
- Literature
-
- Becker, Martin (2015): „Zum Diskursbegriff – seinen Dimensionen und Anwendungen“. In: Lebsanft, Franz/Schrott, Angela (Hg.): Diskurse, Texte, Traditionen. Göttingen: V&R Bonn University Press, 149–170.
- Bubenhofer, Noah/Scharloth, Joachim/Eugster, David (2015): „Rhizome digital: Datengeleitete Methoden für alte und neue Fragestellungen in der Diskursanalyse“. In: Keller, Reiner/Schneider, Werner/Viehöver, Willy (Hg.): Diskurs – Interpretation – Hermeneutik. Weinheim: Beltz Juventa, 173–210.
- Charaudeau, Patrick/Maingueneau, Dominique (Hg.) (2002): Dictionnaire d’analyse du discours. Paris: Éditions du Seuil.
- Felder, Ekkehard (2015): „Lexik und Grammatik der Agonalität in der linguistischen Diskursanalyse“. In: Kämper, Heidrun/Warnke, Ingo H. (Hg.): Diskurs – interdisziplinär. Berlin/Boston: de Gruyter, 87–120.
- Hennemann, Anja/Schlaak, Claudia (Hg.) (2015): Politische und mediale Diskurse. Berlin: Frank & Timme.
- Lebsanft, Franz (2015): „Zur Linguistik des populistischen Diskurses: Analyse eines Interviews mit Marine Le Pen (2014)“. In: Kahl, Thede/Kramer, Johannes/Prifti, Elton (Hg.): Romanica et Balcanica. München: AVM, 289–301.
- Weiland, Verena (2020): Sprachwissenschaftliche Zugriffe auf Diskurse. Ein korpuslinguistischer Ansatz am Beispiel des Themas „Sicherheit und Überwachung“ in Frankreich. Heidelberg: Winter.
- Seminar – [RSW2 - Meier] - Korpuslinguistik Französisch (B.A./M.A.)
- Teacher
-
- PD Dr. Franz Meier
- Max attendee capacity
- 20
- Enrollment
-
- Enrollment via
- Enroll via url
- Appointments
-
Day of the week Clock time Place Event format Tuesday 2nd double period SCH/A252 In-person - Description
- Die Lehrveranstaltung vermittelt einen systematischen Einblick in die Arbeit mit sprachlichen Korpora des Französischen. Zu Beginn werden zentrale Konzepte der Korpuslinguistik behandelt, darunter Korpustypen, Prinzipien des Korpusdesigns sowie Schritte der Datenaufbereitung. Darauf aufbauend stehen Verfahren der Annotation im Mittelpunkt, einschließlich der Evaluation der Übereinstimmung zwischen mehreren Annotator:innen (Interrater-Agreement). Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Einsatz KI-basierter Methoden der Korpusannotation, wobei Performanztests durchgeführt und die Ergebnisse von Large Language Models (LLMs) mit menschlichen Annotationen verglichen werden. Dabei werden korpusbasierte Analysen unterschiedlicher sprachlicher Konstruktionen aus Morphologie, Syntax und Diskurs durchgeführt. Ziel der Lehrveranstaltung ist die Erstellung eines eigenen Onlinekorpus.
- Literature
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- Poudat, Céline / Landragin, Frédéric (2017): Explorer un corpus textuel : méthodes – pratiques – outils. Louvain-la-Neuve: De Boeck Supérieur.
- Longhi, Julien (2017): Linguistique de corpus appliquée. Paris: Didier Érudition/Klincksieck.
- Frérot, Cécile / Pecman, Mojca (2021): Des corpus numériques à l’analyse linguistique en langues de spécialité. Grenoble: UGA Éditions, Université Grenoble Alpes.
- Seminar – [RFLK - König] - Décentraliser la francophonie : approches des cultures francophones hors d'Europe.
- Teacher
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- Dr. Torsten König
- Max attendee capacity
- 20
- Enrollment
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- Appointments
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Day of the week Clock time Place Event format Tuesday 4th double period BSS/0117 In-person - Description
- Dans les débats mondiaux actuels sur le présent et l'avenir de la société mondiale, sur les défis sociaux, économiques et écologiques, les voix francophones de différentes régions du monde jouent un rôle important. Des écrivains et des intellectuels de la Méditerranée (A. Maalouf), d'Afrique du Nord (L. Slimani, H. Bentouhami), d'Afrique de l'Ouest (F. Sarr, S. B. Diagne) et d'Afrique centrale (L. Miano, A. Mabanckou, A. Mbembe), des Caraïbes (E. Glissant), d'Amérique du Nord (D. Laferrière) ou de l'Océan Indien (K. Torabully), formulent leur vision du monde dans des récits, des essais ou des films marqués par la diversité culturelle de leurs origines respectives. Deux caractéristiques les relient cependant : Ils s'expriment en langue française et ils adoptent, surtout depuis la fin du XXe siècle, des points de vue résolument non-européens et non-occidentaux sur le monde. Ils décentralisent l'espace de discussion « monde francophone ». Notre séminaire a pour but d'introduire à cet espace de discussion. Dans le cadre de ce cours, nous souhaitons tout d’abord avoir une vue d'ensemble des régions culturelles francophones du monde : de leur histoire (qui, en tant qu'histoire francophone, est une histoire coloniale et postcoloniale) et de leurs caractéristiques sociales, politiques et culturelles dans le présent. Dans un deuxième temps, nous nous pencherons sur une sélection d’importantes contributions au débat de représentants de ces régions dans la littérature, l'essai de critique culturelle et le cinéma. Nous nous interrogerons sur leur pertinence pour un discours global, sur la spécificité de leurs thèmes et de leurs contributions (ordre mondial postcolonial, identités culturelles mondialisées, migration, politique climatique, etc.) Une autre question centrale sera celle de la relation que les cultures francophones entretiennent entre elles et avec l'ancien centre qu'était la France. Enfin, le cours est un plaidoyer pour que la langue française soit considérée comme un moyen global de communication dans des débats contemporains très actuels et comme une voie d'accès à une immense diversité culturelle. Examens possibles : oraux ou écrits selon le règlement d'études correspondant. Inscription au cours et informations sur le format du cours sur la page OPAL. Langue du cours : français uniquement (les travaux d'examen écrits, comme la Hausarbeit, peuvent être remis en allemand).
- Literature
- Pour approfondir le sujet [tous les textes se trouvent en format pdf sur la page OPAL] : J.-M. Moura (³2019), „Introduction“, in : ders., Littératures francophones et théorie postcoloniale, Paris, 1-22; F. Sarr (2016), „Penser l’Afrique“, in: ders., Afrotopia, Paris, 9-15 ; M. Messling (2023), „L’universel après l’universalisme“, in : ders., L'universel après l'universalisme: Des littératures francophones du contemporain, Paris, 15-48.
- Seminar – [RFLK - König] - Kulturgeschichte des Klimas und des Wetters: französische Quellen vom Mittelalter bis heute
- Teacher
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- Dr. Torsten König
- Max attendee capacity
- 20
- Enrollment
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- Enroll via url
- Appointments
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Day of the week Clock time Place Event format Monday 5th double period W48/0101 In-person - Description
- Das Bewusstsein für die Determiniertheit menschlichen Lebens durch klimatische und meteorologische Gegebenheiten ist in den letzten Jahren unter dem Einfluss des Klimawandels in allen Gesellschaften weltweit gewachsen. Doch wie reagierten Menschen in vergangenen Epochen auf einschneidende Veränderungen im Klima bzw. extreme Wetterereignisse? Wie wurde der spürbare Anstieg der Temperaturen in Europa während des mittelalterlichen „Klimaoptimums“ zwischen dem 11. und dem 14. Jahrhundert wahrgenommen, wie die sogenannte „kleine Eiszeit“ im 17. und 18. Jahrhundert, in der extrem kalte Winter und kühle, feuchte Sommer über sehr lange Zeiträume das Leben der Menschen bestimmten? Welche Folgen hatte das „Jahr ohne Sommer“ 1816, in dem aufgrund eines Vulkanausbruches im Pazifik das Weltklima so destabilisiert wurde, dass im Juni in Frankreich und Deutschland Schnee fiel und heftige Unwetter die Länder verwüsteten? Was können wir vor diesem Hintergrund über die Spezifik des gegenwärtigen Nachdenkens über das Verhältnis von Mensch und Klima lernen? Diesen Fragen geht das Seminar mit dem Fokus auf Frankreich und französischsprachige Quellen nach. Anhand von in erster Linie literarischen Texten aber auch Grafik, Malerei und Film, in denen in signifikanter Weise auf Klima und Wetter Bezug genommen wird, rekonstruiert der Kurs in Fallstudien eine französische Kulturgeschichte des Klimas und des Wetters. Die Lern- und Erkenntnisziele liegen auf unterschiedlichen Ebenen. Erstens vermittelt der Kurs allgemeines Überblickswissen zu unterschiedlichen Epochen der französischen Kulturgeschichte und zu wichtigen Akteuren wie literarischen Kanonautoren - von Montaigne über Montesquieu bis hin zu Mme de Sévigné oder Pierre Ducrozet, bildenden Künstlern – von den Landschaftsmalern des 17. Jh. bis zu dem bédéiste Christophe Blain oder Regisseuren der Gegenwart wie Luc Jacquet. Zweitens will das Seminar mit seinem Gegenstand „Klima vs. Mensch“ zu einer Schärfung des Verständnisses von aktuellen gesellschaftlichen Debatten in Frankreich (und nicht nur dort) beitragen, was durch theoretische Lektüren von Autoren wie Bruno Latour oder Le Roy Ladurie begleitet wird. Und drittens vermittelt es sprachliche und analytische Kompetenzen im Umgang mit französischen medialen Formaten (literarische Gattungen, Film, Bildmedien etc.). Kurssprachen: Deutsch, auf Wunsch auch Französisch. Mögliche Prüfungsleistungen: mündliche oder schriftliche Seminarbeiträge entsprechend jeweiliger Studienordnung. Einschreibung zum Kurs und Informationen zum Kursformat auf gleichnamiger OPAL-Kursseite.
- Literature
- Zur Vorbereitung empfohlen: Emmanuel Le Roy Ladurie (2013), „L'histoire du climat avec l'historien Emmanuel Le Roy Ladurie“, Radiointerview, Radiofrance, Lundi 17 juin 2013, https://www.radiofrance.fr/franceinter/podcasts/mots-et-merveilles/l-histoire-du-climat-avec-l-historien-emmanuel-le-roy-ladurie-1-5-4876199. Emmanuel Le Roy Ladurie (2015), „Il y a une histoire du climat avant et après le réchauffement climatique“, in : https://www.culture.gouv.fr/Actualites/E.-Le-Roy-Ladurie-Il-y-a-une-histoire-du-climat-avant-et-apres-le-rechauffement-climatique. Emmanuel Le Roy Ladurie (32020), Histoire du climat depuis l’an mil, Paris. Wolfgang Behringer (62022), Kulturgeschichte des Klimas. Von der Eiszeit bis zur globalen Erwärmung, München
- Seminar – [RFLK - Lindorfer] - Das französischsprachige Kanada: Geschichte, Sprache und Literatur
- Teacher
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- PD Dr. Bettina Lindorfer
- Max attendee capacity
- 30
- Enrollment
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Day of the week Clock time Place Event format Wednesday 2nd double period BSS/0117 In-person - Description
- Innerhalb eines überwiegend anglophonen Staates versucht sich das frankophone Kanada, insbesondere Québec, in seiner kulturellen und sprachlichen Eigenständigkeit zu behaupten. Nach der französischen Kolonialzeit und nach dem Machtverlust durch die britische Eroberung hat sich eine frankophone Minderheitenkultur herausgebildet, deren zentrales Symbol kultureller und politischer Selbstbehauptung die französische Sprache ist. Literatur dient ihr als Raum der Selbstreflexion und des Widerstands gegen kulturelle Marginalisierung. Kulturwissenschaftlich interessant ist dabei, wie Geschichte, Sprache und Literatur ineinandergreifen und eine eigenständige frankokanadische bzw. quebecische Identität hervorbringen, die sich bewusst sowohl von Frankreich als auch vom anglophonen Kanada abgrenzt.
In Absprache mit dem Seminar wird die Veranstaltung überwiegend in französischer Sprache stattfinden. - Literature
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- Maxime Raymond-Bock 2024: Morel. Montreal: Le cheval d’août.
- Kevin Lambert 2022: Que notre joie demeure. Montreal: Helios.
- Nicolas Dickner 2007: Nikolski. Roman. Paris: Denoël.
- Éric Chacour 2023: Ce que je sais de toi. Roman. Paris: Philippe Rey.
- Seminar – [RFLK - Lindorfer] - (Post-)koloniale Spuren: kulturelle Zerrissenheit im frankophonen Raum
- Teacher
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- PD Dr. Bettina Lindorfer
- Max attendee capacity
- 30
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Day of the week Clock time Place Event format Wednesday 3rd double period BSS/0117 In-person - Description
- Ausgehend von französischsprachigen Erzähltexten fokussiert das Seminar aktuelle und historische Konfliktfelder im Kontext von Dekolonisierung, Migration und Mehrsprachigkeit.
Die gesellschaftlichen Diskussionen zu Integration, Zugehörigkeit und Tradition werden im Seminar ausgehend von französischsprachigen Romanen und Filmen behandelt; dabei soll dem Zusammenhang von Sprache und Identität besondere Aufmerksamkeit zukommen.
In Absprache mit den Teilnehmer:innen wird das Seminar überwiegend in französischer Sprache stattfinden. - Literature
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- Ève Guerra 2024: Rapatriement. Roman. Paris: Bernard Grasset.
- Leïla Slimani 2020-2025: Le pays des autres. 3 Bde. Paris: Gallimard (dt. 2021-2026: Das Land der anderen, übers. v. Amelie Thoma. München: Luchterhand).
- Alice Zeniter 2017: L'art de perdre. Paris: Flammarion (dt. 2021: Die Kunst zu verlieren, übers. v. Hainer Kober).
- Seminar – [RFLK - Lindorfer] - Die Verantwortung der Intellektuellen: Frankreich zwischen 1940 und 1944
- Teacher
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- PD Dr. Bettina Lindorfer
- Max attendee capacity
- 30
- Enrollment
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Day of the week Clock time Place Event format Thursday 2nd double period ABS/2-01 In-person - Description
- Die deutsche Besatzung Frankreichs konfrontierte insbesondere die Intelligenzija mit der Frage nach politischer Verantwortung und moralischer Haltung. Im Spannungsfeld zwischen Kollaboration, Anpassung und Résistance nutzten manche die von den Besatzern kontrollierten kulturellen Räume – Verlage, Zeitschriften, Theater – und legitimierten damit indirekt das Vichy-Regime bzw. die deutsche Kulturpolitik, andere engagierten sich offen oder verdeckt im Widerstand, etwa durch Untergrundpublikationen oder die Verschlüsselung oppositioneller Botschaften in literarischen Texten. Viele Akteur:innen nahmen keine eindeutige Position ein; ihr Schweigen und ihre strategische oder ästhetische Ambivalenz dienten als Selbstschutz, aber auch als Form indirekter Opposition. Die Nachkriegszeit zeigt zudem, wie stark Deutungen von Kollaboration und Résistance durch spätere Umdeutungen der eigenen Rolle geprägt wurden.
- Literature
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- Gisèle Sapiro 2011: La responsabilité de l'écrivain. Littérature, droit et morale en France (XIXe - XXIe siècle). Paris: Seuil.
- Jürgen Sieß (Hg.) 1984: Widerstand, Flucht, Kollaboration. Literarische Intelligenz und Politik in Frankreich. Frankfurt/M.: Campus.
- Heinrich August Winkler 2011: Besatzung, Kollaboration, Widerstand (II): Frankreich. In: Geschichte des Westens. München: Beck: 1022-1037.
- Seminar – [RFLK - Heine] - „Souvenirs, souvenirs“: Formen des Erinnerns in Wort und Bild
- Teacher
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- Imke Heine
- Max attendee capacity
- 10
- Enrollment
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- Appointments
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Day of the week Clock time Place Event format Thursday 3rd double period MER/0003 In-person - Description
- Von Familienfotos bis zum Gedenktag: Sowohl in privaten als auch in kollektiven Kontexten ist Erinnerung ein zentraler identitäts- und sinnstiftender Bestandteil der Alltagskultur. Vor dem Hintergrund von Gewalterfahrungen, Kriegen, Prozessen der Dekolonialisierung und Migration haben sich memory-Diskurse insbesondere in den letzten Jahrzehnten zu einem bedeutsamen internationalen Phänomen entwickelt. Auch in der Auseinandersetzung mit Literatur und Film erweist sich die Gedächtnisthematik als omnipräsent. Erzählte Erinnerung, etwa in der Autobiographie, erzeugt Kontinuität, kann aber auch Gegennarrative schaffen und damit etablierte Geschichtsbilder dekonstruieren.
Nach einer Einführung in grundlegende Ansätze der kulturwissenschaftlichen Gedächtnisforschung soll im Seminar anhand von Beispielen aus dem französischsprachigen Raum untersucht werden, wie narrative Texte, Filme und Comics Erinnerung verhandeln. Welche Verfahren kommen zum Einsatz, um die Funktionsweise des Gedächtnisses darzustellen? Wie wird das Wiederaufleben vergangener Ereignisse inszeniert? In welcher Weise werden Brüche thematisiert, die etwa aufgrund von Traumata, kollektiver Verdrängung oder Krankheit entstehen? Dabei sind stets auch erinnerungskulturelle bzw. historische Kontexte von Relevanz.
Das Seminar findet in Absprache mit den Teilnehmenden vorwiegend in französischer Sprache statt. - Literature
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- Erll, Astrid/Ansgar Nünning (Hgg.) (2005): Gedächtniskonzepte der Literaturwissenschaft. Theoretische Grundlegung und Anwendungsperspektiven, Berlin/New York: de Gruyter.
- Erll, Astrid (2011): Kollektives Gedächtnis und Erinnerungskulturen. Eine Einführung, 2., aktualisierte und erweiterte Auflage, Stuttgart/Weimar: J.B. Metzler.
- Segler-Meßner, Silke/Isabella von Treskow (Hgg.) (2024): Traumatisme et mémoire culturelle. France et espaces francophones, Berlin/Boston: de Gruyter.
- Seminar – [RFLK - Kern] - OuLiPo et Pérec – ou : apprendre à lire
- Teacher
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- Dr. Matthias Kern
- Max attendee capacity
- 10
- Enrollment
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- Enrollment via
- Enroll via url
- Appointments
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Day of the week Clock time Place Event format Thursday 4th double period BSS/0E49 In-person - Description
- Hinter der Abkürzung OuLiPo verbirgt sich das Ouvroir de Littérature Potentielle, eine Literaturgruppe um François le Lionnais und Raymond Queneau, die 1960 als Reaktion auf die Strömung des französischen Surrealismus und aus dem Collège de ‘Pataphysique hervorgeht. Ihr Ziel besteht darin, neue literarische Formen zu entwickeln, die gewohnte Lese- und Erzählmuster herausfordern und dadurch neue Perspektiven auf die Welt eröffnen. Als einer der bedeutendsten Vertreter dieser Strömung muss Georges Pérec angesehen werden, der in Romanen wie Les Choses (1965) oder La Vie. Mode d’Emploi (1978) mit dem Grundprinzip der Literaturgruppe, der formellen contrainte, arbeitet. Diese selbst auferlegten Regeln ermöglichen ihm, Romane ohne Protagonisten und räumlich organisierte Erzählungen vorzulegen, die gleichzeitig auch eine klare Sozialkritik der konsumeristisch orientierten Gesellschaft der 1960er und 1970er Jahre anstellen. Die contrainte wird bei OuLiPo demnach weniger zur Einschränkung, sondern explizit zum Produktionsmotor.
In diesem Seminar soll zunächst die literarische contrainte zum Anlass genommen werden, unsere Kenntnisse in der analytischen Lektüre von Literatur mithilfe von narratologischen Analysemethoden zu schärfen. Das Seminar arbeitet damit sehr textnah und versucht über close reading nicht nur die Besonderheit der oulipotischen Literatur herausarbeiten, sondern auch zu verdeutlichen, wie narrative Normen erstellt und dadurch auch das Gefühl einer Erfahrung von narrativer Normalität kreiert wird. Darüber hinaus vermittelt das Seminar einen Überblick über die Erneuerungsversuche von OuLiPo im Vergleich zu anderen Literaturgruppen (Nouveau Roman, Internationale Situationiste…) und verortet sie im historischen Klima der linken Bewegung der 68er. Der Kurs wird auf Französisch angeboten; die Sprache kann jedoch an die Bedürfnisse der Besucher:innen angepasst werden. - Literature
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- Zur Anschaffung empfohlen:
- Georges Pérec: Les Choses. Une histoire des années soixante. Paris : Pocket 1984.
- Raymond Queneau: Exercices de style. Paris: Gallimard [folio] 1995.
- Seminar – [RFLK - Kern] - « Mal du siècle » ? Emotionen in der französischen Romantik
- Teacher
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- Dr. Matthias Kern
- Max attendee capacity
- 10
- Enrollment
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- Appointments
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Day of the week Clock time Place Event format Wednesday 3rd double period Z21/0242 In-person - Description
- Die französische Romantik ist auf weltliterarischer Ebene eine recht späte Erscheinung: Zwar kann in Jean-Jacques Rousseau schon ein Vorgänger dieser Strömung gesehen werden, doch die eigentliche Literaturströmung formiert sich erst in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die französische Adlige mit Schweizer Wurzeln Germaine de Staël führt das französische Publikum mit ihrem langen Essai De l’Allemagne (1813-1814) erst an die deutsche (und englische) Literatur heran, die fortan zur Hauptinspiration der neuen Kulturströmung wird. Dabei sind Grundmerkmale der romantischen Ausdrucksform die Loslösung von starren Gattungskonventionen sowie Hinterfragung gesellschaftlicher Werte, die Auseinandersetzung mit der Natur und ‚organischen‘, ‚authentischen‘ Ausdrucksformen, die sich bewusst gegen das Kulturstreben der Aufklärung stellen. Dies wird durch eine besondere Beachtung von Affekt und Emotionalität begleitet, die sich häufig in der Form eines „mal du siècle“ äußert, das Musset 1836 konstatiert.
In diesem Seminar wollen wir genau diesem „mal du siècle“ nachspüren und damit die französische Romantik genauer erforschen. Dies ermöglicht den Blick auf die besondere politische Situation Frankreichs in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, aber vor allen Dingen auch den Blick auf das literarische Schaffen, das bis in die zeitgenössische Literatur weiterhallt. Wir werden uns in diesem Kontext mit François-René de Chateaubriands Atala (1801) und René (1802), Georges Sands Indiana (1832), aber auch mit den Méditations poétiques (1820/1841) von Alphonse de Lamartine. - Literature
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- Zur Anschaffung empfohlen:
- François-René de Chateaubriand : Atala – René. Hg. Jean-Claude Berchet. Paris : Gallimard [folio classiques] 2007.
- Georges Sand: Indiana. Hg. Béatrice Didier. Paris: Gallimard [folio classiques] 1984.
- Seminar – [RSW2 - Meier] - Le français innovant: Innovationen in Lexik, Syntax und Diskurs im Gegenwartsfranzösischen
- Teacher
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- PD Dr. Franz Meier
- Max attendee capacity
- 15
- Enrollment
-
- Enrollment via
- OPAL
- Appointments
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Day of the week Clock time Place Event format Tuesday 3rd double period REC/C118 In-person - Description
- Das Seminar untersucht Dynamiken des Sprachwandels im modernen Französisch und fragt danach, wie Innovationen im Sprachgebrauch das Sprachsystem verändern. Im Zentrum stehen Prozesse wie Lexikalisierung, Grammatikalisierung und Pragmatikalisierung, anhand derer sich strukturelle und funktionale Verschiebungen exemplarisch nachvollziehen lassen. Analysiert werden lexikalische Neuerungen – etwa Neologismen, Entlehnungen und produktive Wortbildungsprozesse –, die den Wortschatz erweitern und neu strukturieren. Darüber hinaus richtet sich der Blick auf morphosyntaktische Entwicklungstendenzen sowie auf die Herausbildung von Diskursmarkern und Modalpartikeln. Ziel der Veranstaltung ist es, aktuelle Entwicklungen des Französischen theoretisch fundiert einzuordnen und anhand ausgewählter Beispiele empirisch zu analysieren.
- Literature
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- Detges, Ulrich/Waltereit, Richard (2016): „Grammaticalization and Pragmaticalization“. In: Fischer, Susann/Gabriel, Christoph (Hg.): Manual of Grammatical Interfaces in Romance. Berlin/Boston: de Gruyter, 635–658.
- Diémoz, Federica/Dostie, Gaétane/Hadermann, Pascale/Lefeuvre, Florence (Hg.) (2020): Le français innovant. Berlin/Boston: de Gruyter.
- Dostie, Gaétane (2004): Pragmaticalisation et marqueurs discursifs. Analyse sémantique et traitement lexicographique. Bruxelles: De Boeck Duculot.
- Hansen, Maj-Britt Mosegaard (1995): „Marqueurs métadiscursifs en français parlé. L’exemple de bon et de ben“. Le français moderne 63, 20–41.
- Lahousse, Karen/Lamiroy, Béatrice (2012): „Word Order in French, Spanish and Italian: A Grammaticalization Account“. Folia Linguistica 46(2), 387–416.
- Lahousse, Karen/Lamiroy, Béatrice (2015): „C’est ainsi que: grammaticalisation ou lexicalisation ou les deux à la fois?“. Journal of French Language Studies 27(2), 161–185.
- Prévost, Sophie/Bertrand, Olivier (Hg.) (2007): Grammaticalisation et lexicalisation. La formation d'expressions complexes. Paris: Larousse.
- Waltereit, Richard (2004): „Metonymischer Bedeutungswandel und pragmatische Strategien: Zur Geschichte von frz. quand même“. metaphorik.de 6, 117–133.