01.07.2026
Papiermikrofluidik zum Anfassen – Schülerworkshop begeistert junge Forschende
Das Foto zeigt einige der im Workshop hergestellten papierbasierten Mikrofluidik-Chips und die Ergebnisse der durchgeführten Experimente.
Am 1. Juli 2026 führten wir im Rahmen des Variatio Delectat (VD Tag) einen vierstündigen Workshop zum Thema Papiermikrofluidik für Schülerinnen und Schüler der 5. bis 8. Klasse am Martin-Andersen-Nexö-Gymnasium durch. Ziel war es, den Teilnehmenden einen Einblick in ein aktuelles Forschungsgebiet zu geben und ihnen zu zeigen, wie aus einem einfachen Stück Papier ein funktionierendes Analysesystem entstehen kann.
Nach einer kurzen Einführung in die Grundlagen der Mikrofluidik und Papiermikrofluidik untersuchten die Schülerinnen und Schüler zunächst verschiedene Papiermaterialien wie Kopierpapier, Kaffeefilter und Filterpapier. In kleinen Experimenten bestimmten und verglichen sie die Fließgeschwindigkeit von Flüssigkeiten sowie deren Trennungsverhalten und lernten, welche Materialeigenschaften für mikrofluidische Anwendungen entscheidend sind.
Im Anschluss entwickelten die Teilnehmenden eigene papierbasierte Mikrokanäle. Mithilfe von Wachsmalstiften wurden hydrophobe Barrieren erzeugt, um den Flüssigkeitstransport gezielt zu steuern und farbige Lösungen innerhalb der Papierstrukturen zu mischen.
Zum Abschluss standen zwei Anwendungen der Papiermikrofluidik im Mittelpunkt: Ein selbst hergestellter pH-Test auf Basis von Rotkohlsaft beziehungsweise einer Indikatorlösung wurde erfolgreich mit Zitronensaft und Soda getestet. Außerdem setzten die Schülerinnen und Schüler einen enzymatischen Glucosenachweis um. Dabei führte die Reaktion von Glucoseoxidase, Peroxidase und einem speziellen Redoxindikator in Anwesenheit reduzierender Zucker zu einer deutlich sichtbaren grünen Farbreaktion.
In einer gemeinsamen Abschlussrunde wurden die Versuchsergebnisse ausgewertet sowie die Vorteile und Grenzen der Papiermikrofluidik diskutiert. Der Workshop zeigte eindrucksvoll, wie sich mit einfachen Materialien moderne Forschung erlebbar machen lässt. Die Schülerinnen und Schüler arbeiteten mit großer Neugier und Begeisterung und erhielten spannende Einblicke in ein innovatives Forschungsfeld mit vielfältigen Anwendungen, beispielsweise in der medizinischen Diagnostik oder der Umweltanalytik.